Schreibförderung und -erziehung

6. Voraussetzungen und Vorgaben für Schreibaufgaben

Schreibunterricht hat den Lernenden schon immer Vorgaben, wie beispielsweise Aufsatzthemen oder Textorten, gemacht. Im radikal "Freien Schreiben" der Reformpädagogen nach 1900 wurde dies zwar bekämpft; es gibt jedoch auch Argumente, die dafür sprechen Schreibaufgaben auf der Basis von eben jenen Vorgaben zu formulieren:

  • Da sich Schreibgewohnheiten und Schreibfähigkeiten bei Heranwachsenden erst entwickeln, werden Schreibanstöße sowie Vorgaben durch Fachleute für den Schreibunterricht benötigt.
  • Kinder und Jugendliche können am besten aus einem inhaltlichen Impuls heraus (das kann auch ein nonverbaler Impuls sein - vgl. Schreiben zu Bildern), der sich auf deren Vorerfahrungen und eigene Erlebniswelt bezieht, selbstständig ein Schreibziel entwickeln.
  • Die Ergebnisse der Schreib- und Kognitionsforschung bestätigen dies: Wenn von Schüler/-innen verlangt wird, über persönlich Bedeutsames zu schreiben, kann eine gut strukturierte Wissensbasis vorausgesetzt werden. Sollen Schüler/-innen über unbekanntere Themen schreiben, gilt es die vorhandene Wissensgrundlage gezielt zu ergänzen.
  • Schreiben im Sinne einer 'kulturellen Tätigkeit' erfordert zudem, neben den eigenen unmittelbaren Erfahrungen auch vorgegebene literarische Muster schreibend für sich selbst zu erfassen und zu deuten (vgl. Literatur schreiben). Damit hat Schreiben auch im Literaturunterricht eine wichtige Funktion.

 

Vgl. auch:

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