Über Sprach- und Kulturgrenzen online schreiben und publizieren

Ziel von Projekten, in denen über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg geschrieben wird, ist die Verknüpfung von Schreibkompetenz- und interkultureller Kompetenzvermittlung. Die Lerngruppen arbeiten in Kooperation mit anderen über eine Internetplattform. Besonderheit hier ist der Unterschied der Lerngruppen, da diese sich in verschiedenen  Ländern bzw. Kulturen befindet. Die Unterschiede bezüglich der Sprache und Kultur sollen die Entstehung des Textes bereichern. Feedback und Austausch mit der anderen Gruppe findet über die Internetplattform statt.

Im Mittelpunkt des Projekts steht der Schreibprozess. Seine Ergebnisse sind auf einer Internetplattform (z.B. „Blackboard“) dokumentiert und ermöglichen so eine wissenschaftliche Analyse und didaktische Reflexion (vgl. Abraham/Bräuer 2005).

 

Didaktischer Mehrwert des kooperativen Schreibens über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg

Zunächst ergibt sich ein organisatorischer und motivierender Vorteil durch die Kommunikation über die Internetplattform, da dies für die Lernenden im privaten Bereich einen alltäglichen Vorgang darstellt. Die Kooperation mit einer anderen Lerngruppe erzielt allgemein positive Wirkung auf den Schreibprozess aufgrund der Methodik (siehe Kooperatives Schreiben). Der Austausch mit Schülern anderer Muttersprache und anderer Kultur vervielfältig den Lernerfolg. Zum einen wird das Erstellen eines Textes in der Muttersprache und einer Fremdsprache eingeübt, wobei die jeweils andere Gruppe aus native speakers besteht, die kompetent Rückmeldung geben können. So wird zum anderen die Fremdsprache durch das Erstellen von Texten und das schriftliche Kommunizieren mit den anderen Lerngruppen vertieft. Zuletzt ist noch zu nennen, dass durch das Feedback aus einer anderen Kultur die Heranwachsenden eine neue Erfahrung machen werden. So lernen sie bei der Erstellung ihres Textes nicht nur an sich den Produzenten und sein Vorgehen zu denken, sondern sich auch in den Rezipienten hineinzuversetzen, der den Text verstehen muss und möglicherweise anderes Hintergrundwissen und andere Wertevorstellungen besitzt.

 

Defizite und Probleme des kooperativen Schreibens über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg

Wie bei allen Methoden in Zusammenhang mit den Neuen Medien ergeben sich allgemeine Probleme mit der Ausstattung und der Ausbildung der Beteiligten (siehe Neue Medien). Außerdem hier stellt die Fremdsprache, die natürlich einen großen Gewinn für die Schüler bedeutet, zunächst eine ebenso große Hürde dar. Die Lernenden müssen eine Basiskompetenz der Fremdsprache besitzen. Anders sind die Texterstellung und die Kommunikation unmöglich. Des Weiteren ist der Zeitaufwand eines solchen Projektes sehr hoch. Somit müsste bei der Verwendung einer solchen Methodik fächerübergreifender Unterricht mit der jeweiligen Fremdsprache erwogen werden, um das Zeitpensum im Unterricht integrieren zu können. Außerdem muss die Planung auch mit der Partnerlerngruppe abgesprochen und organisiert werden.

 

Praxisbeispiele für die Nutzung des kooperativen Schreibens

Ein Beispiel für solche Publikationen ist die Schüler- und Studierendenzeitung 3journal der PH Freiburg.

 

Weiterführende Literatur

  • Abraham/Bräuer 2005
  • Kuzminykh 2009