Sprachliche Sozialisation

Wenn Schülerinnen und Schüler aus bildungsfernen Elternhäusern und/oder Migrantenfamilien kommen, sind sie beim Erwerb (nicht nur, aber besonders) schriftlichkeitsbezogener Sprachkompetenz im Nachteil (vgl. Steinig et al. 2009). Noch mehr als die mündliche Kommunikation ist das Schreiben in der Zweitsprache Deutsch (vgl. Schindler/Siebert-Ott 2014) als Kompetenz abhängig von bildungsrelevanten Ressourcen in den Familien der Lernenden und von einem Deutschunterricht, der solche Voraussetzungen berücksichtigt: Bereits im Verständnis einer Schreibaufgabe, und dann bei ihrer Bearbeitung, brauchzen DaZ-Lernende Hilfe. Kinder, die das Erstlesen und -schreiben bereits in der deutschen Sprache gelernt haben, haben außerdem häufig Probleme mit der mangelnden Lauttreue des Deutschen und verfügen oft nur über eine eingeschränkte mündliche Ausdrucksfähigkeit. Für Kinder, die im Herkunftsland eingeschult wurden (Seiteneinsteiger) und zuerst das Zeichensystem einer anderen Sprache gelernt haben, stellen Interferenzen (muttersprachlich bedingte Fehler) ein Problem dar.

Kleine und kleinste Schreibaufgaben können Kindern helfen, diese Schwierigkeiten zu überwinden und dennoch versierte Schreiber/-innen zu werden.
Beispielhaft zeigen dies Stephan Becker und Isabelle Müller in ihrem Artikel: Alle mögen Spagetti. Schreibaufgaben im Deutsch als Zweitsprache- Unterricht.

---------------------------------------------------------

weiterführende Literatur:

  • Steinig/Betzel/Geider/Herbold 2009
  • Steinig 2010
  • Strässle 2013
  • Schindler/Siebert-Ott 2014

zurück