Schreibunterricht

8. Schreibberatung

Sowohl an der Hochschule als auch in Schulen setzt sich allmählich die Einsicht durch, dass es nicht genügt, Lernenden Themen bzw. Schreibaufgaben zu stellen und sich dann erst wieder mit ihrer Textproduktion zu befassen, wenn sie "fertig" sind und "abgegeben" haben. Sowohl an der Schule als an der Hochschule muss man "Schreibprozesse begleiten" (Saxalber/Esterl Hrsg. 2011). Von der schriftlichen Erörterung in der Sek. I bis zur wiss. Abschlussarbeit im Studium (dazu vgl. Oertner/St.John/Thelen 2014), vom erzählenden Text in der Grundschule bis zum poetischen Schreiben auf der Sek. II reicht die Bandbreite von Texten, die besser gedeihen, wenn typische Probleme (z.B. solche der Textplanung /-gliederung oder der Satzverknüpfung und Textkohärenz) individuell und damit differenziert behandelt werden und nicht (immer nur) im Klassenverband. Darauf müssen Lehrkräfte vorbereitet werden; an einigen Hochschulen - z.B. der Universität Bayreuth (Schreibberatung), der PH Freiburg im Breisgau ( Schreibzentrum), der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder (Schreibzentrum) oder der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt (SchreibCenter) wird bereits von dafür eingerichteten Schreibzentren eine zertifizierte Schreibberaterausbildung angeboten.Die Konzeption eines solchen Zentrum skizziert modellhaft Bräuer (2010).

Oft sind es gerade nicht die Aufgabensteller (und damit Prüfer), die den Lernenden Schreibberatung anbieten, sondern eine dritte Instanz, die Expertise für das Schreiben mitbringt, nicht oder weniger aber für die Inhalte. Es geht bei der Schreibberatung zunächst auch weniger um Bewertung als um ein Feedback, das den Schreiber/-innen eine Fremdperspektive auf ihren Textentwurf bietet und Anreize für die Weiterarbeit daran liefert. Wenn denn bewertet werden soll, ist aber Portfolioarbeit eine gute Möglichkeit, Ergebnisse von Schreibberatung zu dokumentieren und mit einer Lernstandsüberprüfung zu verknüpfen (vgl. Texte bewerten).

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weiterführende Literatur:

  • Abraham/Launer 1999
  • Abraham/Kupfer-Schreiner/Maiwald (Hrsg.) 2005, Kap. 5
  • Bräuer 2010
  • Doleschal/Struger 2007
  • Kruse/Jakobs/Ruhmann 1999
  • Saxalber/Esterl (Hrsg.) 2011
  • Oertner/St.John/Thelen 2014

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