Schreibunterricht

6. Schreiben und Neue Medien: Medienreflexive Schreibdidaktik

Von den Neuen Medien sind Schüler/innen des 21. Jahrhunderts im Alltag stets umgeben. Auch privat beschäftigen sie sich häufig mit ihnen. Doch sind diese Medien nicht als Konkurrenzmedium zu Stift und Papier zu sehen, sondern vielmehr als gleichgestelltes Medium, welches viele neue Möglichkeiten für den Schreibunterricht bietet. Deshalb muss hier ein konsequentes Umdenken stattfinden (vgl. schon Blatt 2000).

 

Voraussetzung für die Nutzung von Neuen Medien im Schreibunterricht ist eine ausreichende mediale Infrastruktur. Ein Problem für viele Schulen in Deutschland ist der fehlende Zugang der Lernenden zu Computern, geschweige denn zum Internet, was verhindert, dass Neue Medien im Unterricht genutzt werden können (vgl. forsa Studie, IT an Schulen 2014). Ebenso wichtig sind die medienspezifischen Kompetenzen der Lehrkraft, da diese den Lernenden, insbesondere in der Anfangsphase des mediengestützten Lernens, Unterstützung und Hilfe im Umgang mit neuen Medien bieten müssen.

Digitale Medien, in Form von Schreiben und Präsentieren am Computer oder im Internet, können den Schreibunterricht bereichern. Die Möglichkeiten hierzu werden nun anhand einiger Beispiele verdeutlicht und schließlich für die Grundschule und die Sekundarstufe differenziert.

Beim kooperativen Schreiben werden die Kinder mit einer Aufgabe konfrontiert, die zwar komplexe Arbeitswege erfordert, aber den Schülern/-innen Spaß am Schreiben bereiten soll. So bietet das kooperative Schreiben eine Methode zur Entwicklung zahlreicher Kompetenzen.

Bei der Nutzung der elektronischen Kommunikation können Sprach- und Kulturgrenzen schreibend überschritten werden: Gerd Bräuer (seinerzeit Emory University, Atlanta, USA) und Ulf Abraham (seinerzeit Universität Würzburg) betrieben von 2004 bis 2010 ein mehrsprachiges International Student Journal, für das in einer elektronischen Lernumgebung auch fremdsprachliche Schreiber Unterstützung von native speakers erhielten (vgl. die Projekthomepage im Lehrernetzwerk  lo-net).  Auch allgemeiner besteht über die elektronische Kommunikation oft eine Möglichkeit des Angebots von authentischen Lernarrangements.

Eine weitere Möglichkeit für den Schreibunterricht bieten sogenannte „WebQuests“. Die Lernenden erhalten hier genau definierte Arbeitsaufträge der Lehrkraft, auf einer gesonderten Internetseite. Die Ergebnisse können dann anhand von Präsentationsmedien (Powerpoint, Website) präsentiert werden.

 

Vgl. auch:

 

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Weiterführende Literatur:

  • Schmitz 2003
  • Abraham/Bräuer 2005
  • Kuzminykh 2009
  • Bräuer 2013
  • Knopf/Abraham (Hrsg.) 2016 a,b

 

 

 

 

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