Literatur im Schreibunterricht

Seit einer gewissen Subjektivierung und Psychologisierung des Schreibunterrichts in den 1980er Jahren (vgl. Schuster 1994) spielen literarische Texte als symbolische Formen des Subjektivitätsausdrucks eine wichtige Rolle. Sie können zu "Mustern" und Quellen der Inspiration werden (vgl. z.B. Bambach 1989).

Nach einer Phase "Kreativen Schreibens" nach dem Motto 'Jeder kann das' begann man den in 1990er Jahren stärker die "handwerkliche" Seite dieses Zusammenhangs zu betonen: Literatur stellt Darstellungsformen, Schreibtechniken und Stillösungen bereit, die produktiv nachvollzogen und angeeignet werden können (für Techniken des Erzählens grundsätzlich vgl. Wörner/Noir/Rau 2012; für gute Erzählanfänge nach dem Vorbild Karl Mays vgl. Abraham 2013). Kreative Verfahren sind, so betrachtet, nichts anderes als eine Simulation professioneller Schreibarbeit: AutorInnen verwenden sie auch, wenn sie herausfinden wollen, welche Form, Erzählhaltung oder Stillage ihrer Gestaltungsabsicht am besten entspricht, z.B.

  • den Wechsel von der 3. in die 1. oder gar in die 2. Person beim Erzählen (vgl. Waldmann/Bothe 1992),  
  • das Um- oder Weitererzählen einer Geschichte aus einer gewechselten Figurenperspektive oder  
  • das "Eindampfen" eines Textes auf exakt ein Drittel seines Umfangs ("Précis" - vgl. Abraham 1994).

Einen Überblick über die Entwicklung der Rolle produktionsorientierten Schreibens im Litertaurunterricht geben Abraham/Brendel-Perpina 2015, 14-25.

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vgl. auch:

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weiterführende Literatur:

  • Abraham 1994
  • Waldmann/Bothe 1992
  • Schuster 1994
  • Wörner/Noir/Rau 2012
  • Abraham/Brendel-Perpina 2015

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