Kooperatives Schreiben

Das kooperative Schreiben beruht auf folgende Annahmen:

  • gemeinsames Schreiben von zwei oder mehreren Personen
  • gemeinsames Treffen von Entscheidungen bezüglich der Texterstellung
  • gemeinsames Übernehmen von Verantwortung für den fertigen Text

 

Zwei Grundformen des kooperativen Schreibens können hierbei unterschieden werden: zum einen eine Textproduktion mit gemeinsamen Formulieren und zum anderen eine Aufteilung der Textanteile mit gegenseitiger Absprache.

 

Didaktischer Mehrwert des kooperativen Schreibens

Zuerst ist zu nennen, dass diese Art von Textproduktion die Schüler/-innen auch auf das Berufsleben vorbereiten soll, da dort diese des Öfteren gebraucht wird – ob in Politik, Wirtschaft oder Technik.

Aus schulischer Sicht können die Lernenden dabei viele Kompetenzen erwerben oder festigen. Die Arbeit in Gruppen erfordert eine ständige Absprache. Hierbei sollte der eigene Standpunkt vertreten werden, aber auch gelernt werden, mit andere Meinungen oder abweichenden Zielsetzungen umzugehen und Kompromisse zu schließen. Ebenso sind die Schüler gezwungen, ihre Schreibideen vor und nach dem Erstellen zu versprachlichen, um sie ihren Gruppenmitgliedern mitzuteilen. Diese Diskussionen erfordern oder erweitern kommunikative Kompetenz. Das Erstellen des Textes selbst benötigt zum einen Planungs-, Formulierungs- und Überarbeitungskompetenz (vgl. Überarbeiten) und zum anderen Ausdrucks-, Kontextualisierungs-, Antizipations- und Textgestaltungskompetenz. Mit diesen Anforderungen der Schreibkompetenz sind die Lernenden während der gesamten Aufgabe konfrontiert und können nur gleichzeitig abgeschlossen werden. Die Entsprechende Umsetzung in einer Gruppe erfordert eine metakognitive Strategie. Zuletzt ist auch die Lesekompetenz gefragt, um so die Arbeit der anderen Gruppenmitglieder überprüfen oder überarbeiten zu können.

 

Defizite und Probleme des kooperativen Schreibens

Das kooperative Schreiben an Computern bringt zunächst die gleichen Probleme mit sich  alle Methoden mit Neuen Medien. Des Weiteren ist die Methode selbst zeitaufwändig und somit schwierig im schulischen Rahmen durchzuführen. Dadurch, dass hier der Schreibprozess und das gemeinsame Arbeiten im Fokus des Unterrichts stehen, ist auch eine klassische Diagnostik nur erschwert möglich.

 

Praxisbeispiele für die Nutzung des kooperativen Schreibens

Bei der Durchführung können verschiedene Methoden genutzt werden, wie zur Planungsphase das Erstellen von Mindmaps oder Conceptmaps oder bei der Überprüfung von Texten durch die Gruppenmitglieder Methoden des Überarbeitens wie Textlupe, Fragelawine oder Schreibkonferenz. Zur Kommunikation der Gruppenmitglieder kann hier auch auf die neuen Medien zurückgegriffen werden. Beispiele hierfür kann das Online schreiben und publizieren oder das Angebot von authentischen Lernarrangements sein.

Die Themen können von den Schülern nach Interesse gewählt werden lassen.. Auch Projekte wie das Schreiben von kleinen Erzähltexten oder Sachbüchern ist hier vorstellbar.

Eine von den digitalen Medien abhängige Möglichkeit ist das Schreiben eines Internet-Wikis.

 

 

Weiterführende Literatur:

Strommer 2013