Funktionen der Schriftlichkeit

 

Vier Grundfunktionen des Schreibens sollte man unterscheiden:

1.    Darstellendes Schreiben: Wie kann ich einen Zusammenhang, einen Gegenstand, eine Situation nachvollziehbar darstellen? (z.B. Berichten, Beschreiben)

2.     Expressives Schreiben:  Wie kann ich in einem Text meine Gedanken, Gefühle Stimmungen unterbringen? (z.B. Erzählen, Schildern)

3.     Rhetorisches Schreiben: Wie kann ich den Leser zu etwas bewegen? (z.B. argumentatives Schreiben/Erörtern, Rezensieren)

4.     Ästhetisches / poetisches Schreiben:  Was heißt es mit Sprache und Stil(en) zu spielen? (z.B. symbolisches, metaphorisches Schreiben) (vgl. Literatur schreiben)

 

 

 

Für drei dieser Bereiche gibt es Entwicklungsmodelle, die zeigen, wie Lernende Schritt für Schritt darin vorankommen: Jede dieser Funktionen entwickelt sich im Laufe des Erwerbs von Schreibfähigkeiten und für jede sollte im Deutschunterricht Platz sein.

Eine solche Systematik sollte allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass es komplexe Textsorten wie die Reportage gibt, in denen die Grundfunktionen gemischt auftreten.

Bereits James Britton unterschied  (Anfang der 1970er innerhalb der ersten Großstudie zur Schreibprozess-Forschung) drei Grundfunktionen:

  • die expressive Funktion (Ausdrücken von z.B. Ideen)
  • die poetische Funktion (bildhafte Verwendung der Sprache) und
  • die transaktionale/ erklärende Funktion (Überlagerung der expressiven und poetischen Bereiche zu argumentativen Strukturen)

 

Er hat festgestellt, dass Sachtexte lesbarer (d.h. adressatengerichteter) ausfallen und die erklärende Funktion des Schreibens optimiert wird, wenn vorbereitende Schreibaufgaben eingesetzt werden. In diesen sollte gezielt die expressive Funktion des Schreibens oder die poetische Funktion des Schreibens zum Einsatz kommen und so geübt werden (vgl. Berning 2006).

 

 

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