Aspekte kreativen Schreibens

1. Der persönlichkeitsbildende Aspekt

Durch das kreative Schreiben werden (beispielsweise altersbedingte, pubertäre) Ängste und Phantasien ans Tageslicht gebracht. Die Schüler könnten dann erfahren, dass sie nicht allein mit ihren Problemen sind. Diese im  schulischen Unterricht aufzugreifen, ist aber aufgrund der meist nicht vorhandenen psychotherapeutischen Ausbildung und der Klassensituation allerdings oft nicht angebracht.

2. Der soziale Aspekt

Kreatives Schreiben schult neben dem individuellen Ausdrucksvermögen auch die Fähigkeit des Fremdverstehens. So versetzen sich die Schüler, die einen kreativen Textentwurf lesen, in fremde Vorstellungen und Gedankengebäude und lernen einander so besser kennen. Außerdem können durch die Einsicht in fremde Empfindungs- und Erfahrungswelten Vorurteile abgebaut werden, und die Lehrperson wird pädagogisch gefordert, da die Schüler sich beim Kreativen Schreiben oft auch von einer anderen Seite zeigen als sonst in der Schule.

3. Der schöpferische Aspekt

Da Kreativität in der Schule meist nur durch den Kunstunterricht abgedeckt ist, aber für die Persönlichkeitsbildung und im späteren Beruf wichtig ist, stellt Kreatives Schreiben eine zusätzliche Möglichkeit der Förderung kreativer Fähigkeiten wie problemlösendes Denken zur Verfügung.

4. Der literarische Aspekt 

Herkömmlicher Literaturunterricht wird durch Kreatives Schreiben lebendiger. Indem die Schüler den aktiven spielerischen Umgang mit literarischen Formen üben, wird der oftmals zu große Respekt gegenüber Dichtung in Akzeptanz und Anerkennung umgewandelt. Zugleich geht es um produktive Erkundung literarischer Formen und Techniken.

Im vierten Schuljahr entstand z.B die folgende literarische Form eines japanischen Haiku:

Einsam auf dem See

Steht ganz verlassen ein Boot

Der neue Tag bricht an

(Aus: Payrhuber 2011)

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