Fakultät Geistes- und Kulturwissenschaften

Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur

Haiku

Schreibaufgabe: Ein Haiku verfassen

An einem sonnigen Morgen wanderten wir zur Steintrockenmauer, von wo aus wir einen weiten Blick ins Tal hatten. Natur, wohin, das Auge blickt – wären da nicht die mächtigen Hochspannungsmasten gewesen…. (Wenn Sie das folgende Bild anklicken, dann können Sie diese auch deutlich erkennen.)

Aufgabe: Verfassen Sie ein Haiku zu diesem Blick ins Tal.

Merkmale des Haiku:

  • Japanisches Kurzgedicht, ein Dreizeiler, bestehend aus 17 Silben: 1. Zeile mit 5 Silben, 2. Zeile mit 7 Silben, 3. Zeile mit 5 Silben
  • Bezieht sich meist auf die Natur, ein Naturereignis oder die Jahreszeiten
  • Gibt nicht alles preis, der Leser muss mitdenken und ergänzen
  • Lebt von Rhythmus der Silben, von innerer Spannung, einer Pointe am Schluss 

Blau weiß grün gelb braun
die Farben im Wunderland
sind wenig und viel.

Isabella Gastl

 

Rauschen der Blätter.
Wolken ziehen am Himmel.
So soll es stets sein.

Sven Heublein

Platz an der Sonne
Blick ins Tal – wunder – still –
Schmetterling – Ruhe!

Thomas Reinlein

so kleingehackte
portionierte Menschenzeit
in Uhren verpackt

Julia Hösl

Fliegen und fallen
Hier, die Stille der Technik
Das Schreien der Natur

Julian Felix Mielke

Sonnenblumenfeld
Inmitten einer Wüste
Aus Stahl im Sommer

Julian Felix Mielke


Bunter Schmetterling
Bewegungslose Flügel
Weiß nicht, was Tod ist

Claudia Kupfer-Schreiner

Erinnerungen
An unberührte Natur
Hochspannungsleitung

Claudia Kupfer-Schreiner

Sattes Gelb durchbricht
ewig tiefgrüne Auen:
sengende Hitze.
Christopher Striegel

Still hockt die Spinne
fast regungslos auf Steinen.
Schwupp, schon ist sie fort.
Christopher Striegel

Bäume rascheln sanft,
bringen uns Wärme und Licht.
Ein Kerl kaut leise.

Christopher Striegel