Idee des Projekts

Durch produktionsorientierten Umgang mit dem Medium Hörspiel können vielfältige Bereiche des Deutschunterrichts kombiniert werden. So müssen die Lernenden, um einen geeigneten Stoff für das Medium zu adaptieren, zunächst ein Skript anfertigen, wodurch ihre Schreibkompetenz gefordert wird. Im Anschluss daran müssen sie ihre mündlichen Kompetenzen demonstrieren, indem sie das Skript auditiv inszenieren und für die Aufnahme die Rollen sprechen und passende Geräusche finden. 

Welche Lerngelegenheiten darüber hinaus in einem mehrsprachigen Klassenzimmer das Einbeziehen der Herkunftssprachen ergeben, soll im Rahmen eines Projektseminars im Sommersemester 2019 gemeinsam mit Lehramtsstudierenden untersucht werden. Es geht um die Frage, ob und wie die Mehrsprachigkeit den Schreibprozess aller Lernenden bereichert, wenn diese in kollaborativer Arbeit ein Skript zu einem mehrsprachigen Hörspiel anfertigen. Den Schwerpunkt stellt dabei die Transformation des Bilderbuches „‘Hast du Angst‘, fragte die Mausvon Rafik Schami und Kathrin Schärer in ein Hörspiel dar. Die SchülerInnen einer vierten, sprachlich heterogenen Klasse verfassen die Abschnitte des Skriptes dabei gemeinsam in Kleingruppen. Hier stellt sich die Frage, ob dieses gemeinsame Schreiben für die (mehrsprachigen) Lernenden eine Entlastung darstellt und ob sich sogar positive Entwicklungen hinsichtlich des Schreibprozesses verzeichnen lassen. Im Rahmen dieser Adaption sollen die SchülerInnen die jeweiligen Besonderheiten der beiden Medien bewusst wahrnehmen und reflektieren, wodurch sie ästhetische Erfahrungen im produktiven Umgang entwickeln und vertiefen.

Kooperation mit dem E.T.A-Hoffmann-Theater

Damit die Studierenden die SchülerInnen auch während der Aufnahme des Hörspiels sinnvoll begleiten und unterstützen können, absolvierten sie am 11. Mai 2019 gemeinsam mit der Theaterpädagogin Saskia Botzner einen Workshop, in dem sie Einblicke in die Theaterarbeit mit Kindern und Jugendlichen erhielten. So lernten sie beispielweise unterschiedliche Spiele kennen, die die TeilnehmerInnen beim ausdrucksstarken Sprechen unterstützen. Des Weiteren erprobten die Studierenden verschiedene Übungen, in denen sie selbst schauspielerisch aktiv werden mussten.

Wir bedanken uns herzlich bei Saskia Botzner für die engagierte Unterstützung und den schönen, erkenntnisreichen Vormittag mit ihr!