Beiträge des Leseclubs Martin Wiesend

Es war einmal…

In diesem Sommersemester 2017 steht im Leseclub das Thema Märchenhaftes und fantastische Welten im Mittelpunkt. Bei der Umsetzung unserer eigenen Leseförderaktion haben wir die Kinder erst einmal in die Märchenwelt hineingeführt und schnell gemerkt, dass sie davon begeistert sind, vor allem aufgrund der wundersamen Geschichten mit all ihren Hexen, Zwergen, sprechenden Tieren, Prinzen und Prinzessinnen. Die zwei vorgelesenen Märchen im Pixiformat beeindruckten die Kinder in ihrer einfachen und klaren Struktur: Es gibt böse und gute Gestalten, am Ende siegt stets das Gute und das Böse erfährt seine gerechte Strafe. Oft ist es auch das, was dahintersteckt, das hängen bleibt, zum Nachdenken anregt und uns im Laufe des Erwachsenwerdens nicht mehr aus dem Kopf geht. Zum Beispiel waren die Kinder fasziniert davon, wie der junge Schneider aus „Das tapfere Schneiderlein“ der Brüder Grimm das Böse in Gestalt der Riesen besiegen und durch eine List überrumpeln kann: „das Schneiderlein wirft Steine auf die Riesen und dann sterben sie“. Diese List führt ja am Ende dazu, dass das tapfere Schneiderlein die schöne Prinzessin und das halbe Königreich bekommt. Die Kinder hatten ihre Freude am tapferen Schneiderlein, denn sie bekamen dadurch die Hoffnung, dass auch sie sich mit Köpfchen und Selbstgewissheit behaupten können. Nach einer kurzen Lesepause waren die Kinder bereit, sich ein zweites Märchen vorlesen zu lassen. Auch „Rotkäppchen“ fanden sie unterhaltsam und die kleinen Leser fanden sich von Anfang an in der Märchenwelt, in der alles möglich scheint, gut zurecht. Auch wenn manchen Erwachsenen die Brutalität und teilweise drastischen Bestrafungen der Bösen Bedenken bereiten mögen, wenn beispielsweise der Wolf die kranke Großmutter und das arme Rotkäppchen verschlingt, haben wir sie trotzdem in unserer Kindheit geliebt und lieben sie noch immer.

Janine Piater und Alexandra Lang