Weltkirche hautnah: Wenn der Glaube zum Politikum wird

Der jüngst verliehene Friedensnobelpreis rückt Pakistan in den Fokus politischer und religiöser Betrachtung. Beide Aspekte verküpfend referierte Frau Sabina Rifat am Dienstag, den 21. Oktober 2014, vor Theologiestudenten und Interessierten über ihre Arbeit als Laiendominikanerin in Pakistan. In ihrem Bemühen, Kindern und besonders Frauen eine Perspektive durch bessere Bildungsangebote zu ermöglichen, tritt sie aktiv gegen Diskriminierung in einer patriarchalisch geprägten Gesellschaft ein. Eindrucksvoll berichtete sie über religiös motivierte Anschläge gegen Christen, die nicht selten ganze Dörfer oder Kirchen zum Ziel haben. Neben bedrückenden Berichten über Blasphemiegesetze, alltägliche Übergriffe und Konflikte zwischen radikalen Muslimen und Christen, war es Sabina Rifat sehr wichtig, zu betonen, dass es viele Muslime gibt, die Christen unterstützen und sich gemeinsam in Projekten engagieren. "Wenn wir zeigen, dass wir auch für Muslime da sind, werden die Muslime auch für uns da sein", pointiert Frau Rifat die simpel klingende Methode ihrer interreligiösen Arbeit, welche sich in der Praxis oftmals schwer umsetzen lässt. Bemerkenswert waren die unkomplizierte Vortragsweise sowie die unverhohlenen Antworten auf  gestellte Fragen. Zur Freude der Referentin nahmen viele Studenten und Interessierte das Angebot wahr, Weltkirche hautnah zu erleben.

Thomas Bittner