▼ Das Frauenbüro stellt sich vor: Janina

Das Frauenbüro stellt sich vor! Heute lernen wir Janina kennen.


Stell dich erstmal kurz vor: Was ist dein Name, wie alt bist du, welche Pronomen benutzt du?

Janina Dillig, ich bin (noch) 39 Jahre alt und nutze die Pronomen sie/ihr.

 

Was hast du studiert?

Ich habe Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft studiert und bin heute als Wissenschaftlerin in der Germanistischen Mediävistik verortet.

 

Was ist deine Aufgabe im Frauenbüro?

Referentin für Frauenförderung und Mitarbeiterin im Projekt GENIAL.

 

Was gefällt dir hier im Frauenbüro besonders gut?

Ich treffe als diejenige, die Nachwuchswissenschaftlerinnen berät, viele Frauen* der Universität. Jede davon hat in ihrem Leben bereits viel erreicht und es ist sehr bereichernd, so viele starke Frauen* kennen lernen zu dürfen.

 

Warum arbeitest du im Frauenbüro? Was möchtest du mit deiner Arbeit im Frauenbüro erreichen?

Mir geht es in meiner Arbeit um eine diverse Wissenschaft, in der alle Stimmen beitragen können. Dazu müssen oft Hürden beseitigt werden, die durch die ererbten und noch immer viel zu oft patriarchalen Strukturen an Universitäten entstehen. Es gibt aber mehr und mehr Tools, diese zu überwinden und es ist mir eine Freude, Frauen* dabei helfen zu können.

 

Warum ist die Arbeit des Frauenbüros für das Universitätsleben wichtig?

Das Frauenbüro ist für viele Frauen* der erste Ort, um über die Dinge des „Außenherums“ an der Universität zu sprechen, über Strukturen des letzten Jahrtausends zu klagen und um gemeinsam Lösungswege in eine diversere Zukunft zu finden. Dieser Raum schafft Schutz und zugleich neue Ideen, von denen das Leben an der Universität bereichert wird.

 

Hast du ein feministisches Vorbild? Oder ein Lieblingszitat? Welches Buch kannst du uns empfehlen?

Ich bin eine große Gegnerin dessen, was ich die große Erzählung von der Ersten nenne: zu oft versteckt das auf ein Podest stellen Einzelner die Tatsache, dass es zu allen Zeiten aktive Feministinnen* gab, die Großes geleistet haben, deren Leistungen aber viel zu selten historisch überliefert wurden. Ich bin sehe meine Vorbilder eher wie Christine de Pizan zu Beginn des 15. Jahrhunderts, in deren Buch von der Stadt der Frauen jede einzelne genannte Frau einen Stein darstellt, der die Stadt mit-baut. Die Stadt aber entsteht durch die Leistung aller.

 

Hast du ein Lieblingszitat?

“Lock up your libraries if you like; but there is no gate, no lock, no bolt that you can set upon the freedom of my mind.” ― Virginia Woolf, A Room of One's Own

 

Welches Buch kannst du uns empfehlen?

Wem das Buch von der Stadt der Frauen von Christine die Pizan aufgrund seiner mittelalterlichen Alterität zu viel ist, dem empfehle ich als feministischen Einstieg in die mediävistische Literatur noch immer die Nebel von Avalon von Marion Zimmer-Bradley. Inspiration meiner täglichen Arbeit ist seit vielen Jahren zudem Virgina Woolfs A Room of One’s own und zuletzt hat mich das Buch Unsichtbare Frauen von Caroline Criado-Perez am meisten beeinflusst.

 

Was möchtest du der Welt unbedingt noch mitteilen?

Diversität und Barrierefreiheit hilft allen. Je mehr wir uns die Mühe geben, alle zu integrieren, desto mehr werden wir selbst davon profitieren.

 

Vielen Dank für das Gespräch und deine unersetzliche Arbeit im Frauenbüro!