Prinzipien der Nachwuchsförderung

Übersicht über Initiativen und Angebote der Otto-Friedrich-Universität Bamberg zu einem verantwortungsvollen Umgang mit ihrem promovierenden und bereits promoviertem wissenschaftlichen Personal:

1. Angemessene Rahmenbedingungen schaffen

Gemeinsam mit allen anderen staatlichen bayerischen Hochschulen hat sich die Universität Bamberg auf Grundsätze zum Umgang mit Befristungen nach dem WissZeitVG und zur Förderung von Karriereperspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs verpflichtet.

Darüber hinaus hat sie eigens Regelungen zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis formuliert und die universitätsinternen Anlaufstellen benannt, die in Konfliktfällen und weiteren vertraulichen Beratungsanfragen kontaktiert werden können.

2. Gleichstellung und Familienfreundlichkeit fördern

Die Universitätsfrauenbeauftragten fördern mit mehreren Initiativen und Förderprogrammen promovierende und bereits promovierte Forscherinnen:

  • So werden etwa mit dem "PUSh Absolventinnen Preis" hervorragende Abschlussarbeiten ausgezeichnet.
  • Das Programm "Step by Step" unterstützt mit Brückenstipendien und Prämien Nachwuchswissenschaftlerinnen auf dem Weg zur Professur.
  • Im Mentoring-Programm "feRNet" erhalten fortgeschrittene Doktorandinnen, Post-Doktorandinnen und Habilitandinnen Unterstützung bei der Weiterverfolgung ihrer akademischen Karriere.

Als rezertifizierte und reauditierte "Familiengerechte Hochschule" und Mitglied im Best Practice-Club "Familie in der Hochschule" (FidH) bietet die Otto-Friedrich-Universität Bamberg überdies für ihre Studierenden und Beschäftigten beiderlei Geschlechts weitreichende Beratungs-, Betreuungs- und Arbeitsflexibilisierungsangebote an, die allesamt der Vereinbarkeit von Familie und Studium bzw. wissenschaftlicher Karriere zuträglich sind.

3. Promovierende und Postdocs unterstützen

Die Otto-Friedrich-Universität Bamberg hat 2010 die Trimberg Research Academy (TRAc) gegründet, um Promovierende und Postdocs aller Fakultäten systematisch mit fächerübergreifenden Beratungs-, Veranstaltungs-, Informations- und Netzwerkangeboten zu unterstützen.

Die Abbildung gibt einen Überblick über die wichtigsten Inhalte aktuell angebotener fächerübergreifender Qualifizierungsangebote.

Die Angebotsformate sind dabei äußerst vielfältig: Neben laufenden Individualberatungen zu ganz unterschiedlichen Themen finden regelmäßig Einzelveranstaltungen sowie Veranstaltungsreihen statt, die mit Workshops, Schulungen, Vorträgen, Vernetzungsangeboten und Diskussionsforen allesamt als "Bausteine" für die hier genannten Themenblöcke dienen. Bei der Zusammenstellung konkreter Inhalte orientiert sich TRAc an den Bedarfen der Promovierenden und Postdocs, die regelmäßig mittels webbasierter Umfragen sowie auf der Grundlage der Evaluation aller durchgeführten Veranstaltungen erhoben werden.

Beratungsangebote im Einzelnen:

a) Finanzierung / Antragsberatung

Angesichts der sich stark ausdifferenzierenden Forschungsförderlandschaft, der wachsenden Drittmittelquote und den institutionen- und programmspezifischen Anforderungen und Erwartungen bei der Beantragung von Drittmitteln wird eine professionelle Beratung bei der Auswahl der von Förderinstitutionen und -programmen zunehmend bedeutsam. Diese Unterstützungsangebote sind spätestens für Promovierende relevant, wenn sie vor der Frage stehen, bei welchem der Begabtenförderwerke eine Bewerbung um ein Promotionsstipendium am aussichtsreichsten ist. Für promovierte Forscherinnen und Forscher, die sich mit einer zunehmend ausdifferenzierten und oft als undurchdringlich empfundenen Forschungsförderlandschaft konfrontiert sehen, wird eine gezielte Beratung zu passenden Forschungsförderprogrammen ohnehin umso dringender benötigt.

An der Universität Bamberg werden Promovierende vom Scientific Career Service der TRAc und Postdocs vom Koordinator der Trimberg Research Academy bei der Suche nach geeigneten Finanzierungsmöglichkeiten sowie bei der Antragstellung unterstützt. Neben intensiven Individualberatungen werden auch regelmäßig Vorträge und Workshops im Rahmen fächerübergreifender Einzelveranstaltungen oder Veranstaltungsreihen zu diesen Themen angeboten.

Erfahrene Promovierte, die ihre wissenschaftliche Unabhängigkeit und Selbständigkeit auch institutionell untermauern wollen, haben die Möglichkeit, sich mit erfolgreich eingeworbenen Drittmittelprojekten als unabhängige Forscherinnen und Forscher über die Trimberg Research Academy (als zentrale wissenschaftliche Einrichtung) an die Universität Bamberg anzubinden ("TRAc Projects"). Von der Antragstellung bis zum Projektabschluss erhalten sie dabei umfangreiche organisatorische, beratende und administrative Unterstützung der TRAc und können sich somit zur Gänze auf ihr Forschungsprojekt konzentrieren. Im deutschlandweiten Vergleich stellt diese Konstruktion ein Alleinstellungsmerkmal der Universität Bamberg im Postdoc-Bereich dar.

b) Wissenschaftliche Karrierewege

Für all diejenigen, die auch nach der Promotion ihre wissenschaftliche Karriere fortführen wollen, haben sich in den vergangenen Jahren die möglichen Karrierepfade ausdifferenziert, die im besten Fall schließlich in eine Lebenszeitprofessur (W2 /W3) münden. In vielen – nicht jedoch allen – Fächern hat sich dabei der Stellenwert der Habilitation als einzig möglicher Weg zur Professur relativiert, wohingegen Juniorprofessuren und Nachwuchsgruppenleitungen als alternative Qualifizierungspfade an Bedeutung gewonnen haben. Welche Besonderheiten zeichnen diese Karrierewege jeweils aus? Wie gestaltet sich die Situation in Deutschland im internationalen Vergleich? Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gilt es in dieser Karrierephase zu berücksichtigen?An der Universität Bamberg bietet die TRAc für Postdocs und Promovierende zu diesem Thema Individualberatungen und Einzelvorträge an. Im Rahmen von Veranstaltungsreihen kooperiert das Team der TRAc regelmäßig mit anderen wissenschaftsstützenden Einrichtungen der Universität sowie externen Experten, die einen bestimmten Teilaspekt zum Thema "wissenschaftliche Karrierewege" abdecken können (international vergleichende Hochschulforschung; Praxiserfahrungen von Juniorprofessorinnen und -professoren; Auslandserfahrungen promovierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler etc.). Zudem hat die Universität Bamberg zur gezielten Unterstützung internationalisierter Wissenschaftskarrieren für den Zeitraum 2014-2017 erfolgreich Mittel im Rahmen des vom DAAD und BMBF geförderten Programms "IPID4all" eingeworben. Das Projekt trägt dabei den Titel "Wissenschaftskarrieren, -kooperationen und -kulturen. International promovieren in Bamberg."

c) Andere Karrierewege

Bei Promotionen handelt es sich zweifelsohne um eine Qualifikation, die durch wissenschaftliches Arbeiten erreicht wird. Dies impliziert jedoch nicht, dass es sich dabei in jedem Fall auch um eine Qualifikation für die Wissenschaft handelt: Tatsächlich verbleibt nur ein Bruchteil der promovierten Forscherinnen und Forscher langfristig als Wissenschaftlerin oder Wissenschaftler aktiv. Während für viele schon während der Promotionsphase der Entschluss feststeht, die wissenschaftliche Karriere nach Abschluss der Promotion nicht weiter zu verfolgen, treffen andere diesen Entschluss während der frühen Postdoc-Phase ("opt-outs") bzw. finden im Wissenschaftsbetrieb langfristig keine adäquate Weiterbeschäftigung ("drop-outs"). Mit fortschreitendem Alter gestaltet sich ein Wechsel in ein anderes Berufsfeld (freie Wirtschaft, Selbständigkeit, wissenschaftsnahe Tätigkeiten im öffentlichen Dienst etc.) oftmals zunehmend schwierig.

An der Universität Bamberg werden insbesondere für Studierende und Promovierende Angebote bereitgehalten, die im Rahmen von Vorträgen über Karrierewege außerhalb der Wissenschaft informieren. Hier sind vor allem die jährlich durch den Scientific Career Service mitorganisierten CareerDays (seit 2012 ergänzt durch ein integriertes Modul CareerDaysPromotion) hervorzuheben, in deren Rahmen eine Reihe von Berufsbildern jenseits der Wissenschaftskarriere vorgestellt werden, die für Absolventinnen und Absolventen sowie für Promovierte relevant sind. Überdies ist am Dezernat Forschungsförderung und Transfer die Gründungsförderung und -beratung angesiedelt, die nicht nur dem wissenschaftlichen Nachwuchs, sondern auch allen Professorinnen und Professoren der Universität Bamberg offen steht.

d) Schlüsselqualifikationen

Eine zielgerichtete Nutzung von Schlüsselqualifikationsangeboten ist für den promovierenden und promovierten wissenschaftlichen Nachwuchs insofern von großer Bedeutung, als überfachliche Qualifikationen für spätere Tätigkeiten (ganz gleich ob im Wissenschaftsbetrieb oder anderen Bereichen) gleichermaßen hilfreich und wertvoll sein können.

Neben den entsprechenden Angeboten der zahlreichen Graduiertenschulen an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg selbst, werden auch in der TRAc zahlreiche Schlüsselqualifikationskurse angeboten. Vor allem im Rahmen der jährlichen TRAc Doktoranden-Akademie wird ein reichhaltiges und abwechslungsreiches Programm an fächerübergreifenden Angeboten (Vorträge, Workshops, Beratungen, Diskussionsforen etc.) organisiert. Dieses wird flankiert von einer Reihe zusätzlicher Angebote, die mehrere wissenschaftsstützende Einrichtungen häufig in Kooperation organisieren und bereithalten. Für promovierte Forscherinnen und Forscher werden hingegen schwerpunktmäßig Individualberatungen zu den Themen wissenschaftliche Karrierewege, Finanzierungsmöglichkeiten und Auslandsaufenthalte angeboten. Hinzu kommen einzelne Vortragsangebote zu diesen Themen. Mit dem "Postdoc-Tag", der erstmals im März 2015 stattfand, findet nun auch eine Veranstaltungsreihe für promovierte Forscherinnen und Forscher statt. In diesem Rahmen werden neben Expertenvorträgen und Diskussionsforen auch Workshops zu Schlüsselqualifikationen angeboten, die während der Postdoc-Phase von ganz besonderer Bedeutung sind (z. B. Führungsverantwortung / Leitung wissenschaftlicher Teams). Ab 2016 werden die TRAc Doktoranden-Akademie und der Postdoc-Tag zu einem neuen, integrierten Format weiterentwickelt ("Woche der jungen Forschung"), das Promovierenden und Postdocs der Universität gleichermaßen offensteht.