HORIZON 2020 - Das Forschungsrahmenprogramm für Forschung und Innovation der EU

Seit Anfang 2014 läuft mit Horizon 2020 der Nachfolger zum 7. Forschungsrahmenprogramm der EU. Es ist eines der weltweit größten Forschungsförderprogramme. Trotz einiger Veränderungen und auch Vereinfachungen beinhaltet es eine auf den ersten Blick unübersichtliche Vielzahl von Fördermöglichkeiten. Nachfolgend sollen die wichtigsten Förderlinien vorgestellt werden.

Das Dezernat Forschungsförderung und Transfer steht Forschenden der Universität Bamberg von der Idee und Beantragung bis zur Umsetzung von Projekten in Horizon 2020 beratend zur Seite.

 

 

Horizon 2020 - Verbundforschung

Die Förderung von Verbundforschung in Horizon 2020 legt ihren Fokus auf den Beitrag zur industriellen Wettbewerbsfähigkeit und zur Beantwortung gesellschaftlicher Herausforderungen durch die unterstützen Projekte. Stärker als vorher stehen Nutzung und Verwertung bzw. Kommerzialisierbarkeit der Ergebnisse im Vordergrund.

Verbundprojekte folgen thematischen und formalen Vorgaben, die in den Ausschreibungen auf dem Teilnehmerportal von Horizon 2020 zu finden sind.

Die Arbeitsprogramme für 2018-2020 lassen sich alle im Teilnehmerportal einsehen (Link).

Minimalanforderung an Verbundforschungsprojekte:

  • mind. 3 Partner aus 3 verschiedenen EU-Mitgliedsstaaten oder Assoziierten Staaten.

Budgets und erstattbare Kosten:

  • kleine und mittelgroße Projekte liegen zwischen 2 - 6 Mio. EUR
  • große teils über 6 - 8 Mio. EUR
  • direkte Kosten, die im Zusammenhang mit der Projektdurchdührung stehen, werden erstattet (z.B. Personalkosten, Verbrauchsmaterialien, Reise- und Aufenthaltskosten)
  • Overheads betragen pauschal 25% der förderfähigen direkten Kosten
  • Universitäten erhalten 100% der förderfähigen Kosten

Weitere Informationen:Teilnehmerportal von Horizon 2020, Nationale Kontaktstelle des BMBF zu Horizont 2020, KoWi

Im Oktober 2017 wurden die Arbeitsprogramme für 2018-2020 offiziell veröffentlicht. Eine Zusammenstellung aller IKT-relevanten Förderthemen finden Sie auf der Website der Nationalen Kontaktstelle IKT oder zusammengestellt in einem PDF-Dokument (PDF).

Die Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften (SWG) sind vor allem in den Ausschreibungen der 6. Gesellschaftlichen Herausforderung "Europe in a changing world - inclusive, innovative und reflective societies" zu finden.

Weiterhin sind die SWG als Querschnittsthema in vielen anderen Calls von Horizon 2020 integriert. Diese können über eine entsprechende Suche im Teilnehmerportal zusammengefasst angezeigt werden (Link).

Im Oktober 2017 wurden die neuen Arbeitsprogramme für 2018-2020 veröffentlicht. Die Nationale Kontaktstelle Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften (NKS-SWG) hat auf ihrer Webseite alle Ausschreibungen der 6. Gesellschaftlichen Herausforderung zusammengefasst (hier für 2018 und hier für 2019).

Weiterhin hat die NKS-SWG alle weiteren SWG-relevanten Ausschreibungenhier zusammengefasst.

 

ERC Grants

Der Europäische Forschungsrat (European Research Council - ERC) fördert in vier Programmlinien innovative Grundlagen- und Pionierforschung. Wissenschaftliche Exzellenz ist dabei das alleinige Evaluationskriterium. Die Ausschreibungen sind themenoffen und es wird großer Wert auf interdisziplinäre Projekte, die Erforschung neuer Wissenschaftsbereiche und innovative Methoden gelegt.

Zur Zeit schreibt der ERC vier Förderlinien aus:

  • Starting Grants
    zur Förderung vielversprechender Wissenschaftler/innen am Beginn einer unabhängigen Forscherkarriere (2-7 Jahre nach PhD)
  • Consolidator Grants
    zur Förderung vielversprechender Wissenschaftler/innen, die ihre Forscherkarriere konsolidieren möchten (7-12 Jahre nach PhD)
  • Advanced Grants
    zur Förderung herausragender etablierter Wissenschaftler/innen
  • Proof of Concept Grants
    zur Überprüfung des Innovationspotentials von in ERC-Projekten generierten Ideen und Erfindungen

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des ERC oder der Nationalen Kontaktstelle für den ERC.

Starting Grant

Consolidator Grant

Advanced Grant

 

Marie Skłodowska-Curie Maßnahmen

Die Marie Skłodowska-Curie Maßnahmen sind auf Mobilität ausgerichtete, themenoffene Fördermaßnahmen, die die qualitative und quantitative Stärkung des Humankapitals in Forschung und Technologie in Europa sowie die Karriereentwicklung hin zu innovativen Forschenden zum Ziel haben.

Insgesamt werden in Horizon 2020 fünf Maßnahmen unterschieden:

Innovative Training Networks (ITN)

Individual Fellowships (IF)

Personalaustausch (RISE)

Kofinanzierung (COFUND)

European Researchers' Night (NIGHT)

  • europaweite "Nacht der Wissenschaftler"
  • soll zu besserer Verständigung zwischen Wissenschaft und breiter Öffentlichkeit beitragen
  • normalerweise im am letzten Freitag im September eines Jahres
  • detaillierte Informationen finden Sie auf der Webseite der Nationalen Kontakstelle Mobilität

Zu beachten ist bei den Marie Skłodowska-Curie Maßnahmen die sog. Mobilitätsregel. Demnach, ist es nicht möglich, einen Aufenthalt in einem Land anzutreten, in dem eine Forscherin/ein Forscher bereits mehr als zwölf Monate in den letzten drei Jahren ansässig oder tätig war. Ausnahmen hiervon gelten bei bestimmten Formen der Individual Fellowships sowie bei RISE und COFUND.

Die Nationale Kontaktstelle Mobilität bietet Information und Beratung zu den Marie Skłodowska-Curie-Maßnahmen des EU-Programms Horizont 2020 an: http://www.eubuero.de/msc.htm

Innovative Training Networks

  • Europäische Netzwerke von Einrichtungen zur strukturierten Ausbildung von  Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern
  • Ausschließlich eine Förderung von early-stage researchers (keine Promotion, max. 4 Jahre Forschungserfahrung)
  • Neben der Unterstützung für die Einstellung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern erhalten Netzwerke finanzielle Unterstützung für die Durchführung der Ausbildungs-, Forschungs- und Netzwerkaktivitäten.
  • Drei Varianten der Innovative Training Networks:
  • max. 4 Jahre Laufzeit

 

Individual Fellowships

  • individuelle Forschungsprojekte von erfahrenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an Forschungseinrichtungen innerhalb und außerhalb Europas
  • European Fellowships (EF) und Global Fellowships (GF)
  • haben zum Ziel, wissenschaftliche Karrieren durch internationale und intersektorale Mobilität zu unterstützen
  • Öffnung des Calls am 11.04.2019
  • Deadline am 11.09.2019
  • Ausschreibung im Teilnehmerportal
  • Informationen der Nationalen Kontaktstelle

 

 

 

Weitere Programme

Das europäische, transnationale Netzwerk "European Cooperation in the field of Scientific and Technical Research (COST)" unterstützt die Vernetzung der europäischen Wissenschaftler untereinander.

Bitte beachten Sie, dass Vernetzungsmassnahmen aber keine Forschungsprojekte an sich gefördert werden!

Welche Themen werden gefördert:

"bottom up" (themenoffen) mit folgenden Schwerpunktbereichen:

  • Biomedizin, molekulare Biowissenschaften
  • Ernährung/Lebensmitteltechnologie, Landwirtschaft
  • Forstwissenschaften, forstliche Produkte, sozialökonomische Aspekte
  • Werkstoffe/Neue Materialien, Physik, Nanowissenschaften
  • Chemie, Molekularwissenschaften und -technologie
  • System Erde, Umweltmanagement
  • Informations- und Telekommunikationswissenschaft
  • Verkehr/Transport, Stadtentwicklung
  • Sozial- und Geisteswissenschaften, Kultur, Gesundheit
  • Themenbereiche sollten von länderübergreifendem europäischem Interesse sein
  • in allen beteiligten Länder gleichermassen von Interesse

Was wird gefördert:

  • Vernetzungsmassnahmen (Workshops, Versammlungen, Seminare, Summerschools)
  • KEINE Forschungsprojekte an sich!
  • Publikationen

Teilnahmeberechtigte Länder:

  • 28 EU Mitgliedsstaaten
  • Bosnien-Herzegowina, Island, Ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Norwegen,  Schweiz, Serbien, Türkei
  • Israel als kooperierendes Land.

Wie funktioniert es?

  • Zweistufiges Antragsverfahren
  • elektronische Einreichung von Projektskizzen beim COST Büro in Brüssel möglich
  •  im Vorfeld Kontakt mit dem nationalen COST Koordinator aufnehmen

Offizielle Homepage des deutschen COST Büros

Offizielle Homepage

ERA-Nets haben die Förderung einer verstärkte Koordinierung sowie gemeinsamer Ausschreibungen nationaler und regionaler Forschungsförderprogramme zum Ziel. Dabei stehen strategisch wichtige Themenbereiche europäischer Forschung und Innovation im Fokus. 

In Horizon 2020 wurden die vorherigen Maßnahmen ERA-NET und ERA-NET Plus zu einem Instrument zusammengeführt. Es werden europäische Finanzmittel für die Durchführung transnationalen Ausschreibungen mit gemeinsamen Forschungsschwerpunkten vergeben. Der Fokus liegt auf F&E Aktivitäten.

Diese auf mehrere Jahre angelegten ERA-Nets können zu einem späteren Zeitpunkt in vielen, aber nicht allen Fällen öffentliche Ausschreibungen für Forschungsprojekte veröffentlichen.

Zu beachten ist, dass sich jedes ERA-Net individuell zusammensetzt, also nicht jedes Land bei jedem ERA-Net beteiligt ist. Lediglich Forschende aus teilnehmenden Staaten sind im Falle von Ausschreibungen für Forschungsprojekte teilnahmeberechtigt.

ERA_LEARN ist die offizielle Informationsplattform der Europäischen Kommission zu ERA-Nets. Hier finden sie eine aktuelle Liste der bestehenden ERA-Nets mit Informationen über beteiligte Staaten, thematische Ausrichtung und einen Ausschreibungskalender.

Das Joint Programming ist eine Initiative mit dem Ziel den Europäischen Forschungsraum ("European Research Area - ERA") auf- bzw. auszubauen. Es soll Forschungsleistungen auf europäischer Ebene bündeln um so zentralen Herausforderungen effektiver begegnen zu können. 

Ziel:

  • europaweite Koordinierung nationaler Fördermittel, um Massnahmen zu bündeln und Redundanzen zu vermeiden.
  • thematisiert werden Problemstellungen, die auf nationaler Ebene allein nicht gelöst werden können

 Bisherige Joint Programming Initatives

 Die Joint Programming Initiativen veröffentlichen auf ihren Seiten von Zeit zu Zeit Aufrufe für Forschungsprojekte und Beteiligungen.Alle Calls sind im Call Calendar von ERA-LEARN einsehbar.

Im 7. Forschungsrahmenprogramm ins Leben gerufen, sollen die JTIs mittels öffentlich-privater Partnerschaften langfristige Kooperationen von Wissenschaft und Wirtschaft auf den jeweiligen Gebieten sichern, um die Entwicklung wichtiger Technologiebereiche voranzutreiben. Folgende JTIs existieren im Moment:

Auf den Webseiten der JTIs werden immer wieder Calls für Projekte veröffentlicht, die im Call Calendar von ERA-LEARN einsehbar sind.

Eurostars ist ein gemeinsames Förderprogramm von EUREKA und der Europäischen Kommission, das auch unter Horizont 2020 unter dem Namen Eurostars 2 fortgeführt wird. Ziel von Eurostars ist es, kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) verstärkt für eine europäische Zusammenarbeit in Forschungs- und Entwicklungsprojekten zu motivieren. Sie zielen auf die Entwicklung eines innovativen Produktes, Verfahrens oder einer Dienstleistung. Nach dem sogenannten „Bottom-up-Prinzip“ können die Projektinhalte von den teilnehmenden Partnern frei bestimmt werden.

Eurostars richtet sich insbesondere an forschungstreibende KMU. Es können sich aber auch Universitäten sowie KMU, die nicht forschungstreibend sind, Forschungsinstitute und Großunternehmen beteiligen.

Die Förderquote der förderfähigen Kosten von Hochschulen richtet sich nach Zusammensetzung des Konsortiums. Ist ein deutsches KMU beteiligt und erbringt einen eigenständigen und wesentlichen Beitrag zum Projektziel, ist die Förderquote 100 %. Ist kein deutsches KMU im Konsortium vertreten, dann beträgt die Förderquote nur 50 %.

Die nächste Einreichfrist für Projektanträge ist der 28. Februar 2019 sein. Informationen zum Antragsverfahren finden Sie hier.

Detailliertere Informationen finden Sie beim deutschen Projektträger im DLR sowie auf der englischsprachigen Seite des EUROSTARS Programmes.