Universität

Familiengerechte Hochschule

FRITZI! Preis für gute Abschlussarbeiten studierender Eltern

Tanja Güntner

Zwei Kinder, geboren 2002 und 2006.

Zulassungsarbeit: Bewegung und Erziehung im Eltern-Kind-Turnen unter Beteiligung der Eltern als sportliche Erziehungsinstanz. Die Förderung der ganzheitlichen Entwicklung von Kindern im Kleinkind- und Vorschulalter durch ein organisiertes Bewegungsangebot im Hinblick auf den Besuch von Kindergarten und Schule.

Sehr häufig werden in der sportpädagogischen sowie in der sozialwissenschaftlichen Kindheitsforschung die veränderten Sozialisationsbedingungen aufgezeigt, welche zu einer veränderten Kindheit geführt haben. In Anbetracht eines erschreckenden Gesundheitszustandes vieler Kinder in unserer heutigen Gesellschaft mit einer sich zur Passivität entwickelnden Bewegungsumwelt galt es in der ausgezeichneten Zulassungsarbeit herauszustellen, in welcher Weise das Eltern-Kind-Turnen als institutionelles Bewegungsangebot einen Beitrag zur Bewegungsförderung und Erziehung von Kindern unter Beteiligung ihrer Eltern leisten kann.
Der Fokus lag hierbei einerseits auf der Darstellung von Fördermöglichkeiten, welche der kindlichen Entwicklung durch dieses Bewegungsangebot weiterzuhelfen imstande sind, um andererseits Schwerpunkte zu setzen hinsichtlich der Folgerungen für das Programm zur Bewegungserziehung im Konzept des Eltern-Kind-Turnens. Auf Grundlage einer Elternbefragung in drei verschiedenen Kursen wurde die Rolle der beteiligten Eltern in ihrer Eigenschaft als „sportliche Erziehungsinstanz“ ihrer Kinder untersucht. Dabei konnte vor allem in Erfahrung gebracht werden, welchen Stellenwert dieser Personenkreis in der Erziehung ihrer Kinder sowie in der eigenen Lebensführung der Bewegung einräumt. Ferner wurde eruiert, ob das Eltern-Kind-Turnen Möglichkeiten bietet, einen Beitrag zur Sensibilisierung der Eltern in der gewünschten Richtung zu leisten, um schließlich durch praktische Anregungen deren Bewusstsein für die Notwendigkeit der gezielten Bewegungsförderung ihres Nachwuchses auch in ihrer eigenen familialen Lebensumwelt weiterzuentwickeln. Auch ließ sich für die untersuchte Fallgruppe die These bestätigen, wonach gegenwärtig Eltern einem Trend zu folgen scheinen, der sich in einer frühen Institutionalisierung von Kindern bei deren Alltags- und Freizeitgestaltung zeigt. In einer abschließenden Bewertung wurde überprüft und eingeschätzt, welche Möglichkeiten und Chancen einem adäquaten Bewegungsangebot zur Förderung grundlegender und entscheidender Kompetenzen bei Kindern in der Elementarstufe innewohnen, auch jener Fertigkeiten und Schlüsselqualifikationen, welche erwartungsgemäß die Übergänge in Kindergarten und Schule erleichtern.

Gutachter: Prof. Dr. Stefan Voll