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FRITZI!-Preisträgerin 2013

In diesem Jahr ging der FRITZI!-Preis an Stephanie Queschning, Studentin der Kunstgeschichte, Archäologie und Denkmalpflege, für ihre Magisterarbeit "Unter dem Schutz des Daches - Die Malereifriese des Konstanzer Münster".

Stephanie Queschning, M.A.

1995 bis 1998 Berufsausbildung zur Malerin und Lackiererin. 1998 bis 2000 Malergesellin in Cottbus.

2000 bis 2003 Abitur am Cottbus-Kolleg. Bis zum Beginn des Studiums Malergesellin an verschiedenen Standorten, u.a. in Tramin/Italien.

2006 bis 2013 Studium der Kunstgeschichte, Denkmalpflege und Archäologie in Bamberg.

2008 Geburt der Tochter Helene.

2010 bis 2013 studentische Hilfskraft im Büro der Frauenbeauftragten,
Universität Bamberg.

Seit Februar 2013 studentische und seit Oktober 2013 wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl Denkmalpflege, Universität Bamberg.

Magisterarbeit: Unter dem Schutz des Daches – Die Malereifriese des Konstanzer Münsters

Im Münster der Stadt Konstanz am Bodensee sind unter der Dachtraufe und über den heutigen Gewölben Malereifriese aus unterschiedlichen Jahrhunderten erhalten geblieben. Die ältesten, in das 11. Jahrhundert datierten Malereien stellen perspektivische Mäander in verschiedenen Variationen dar.

Diese Friese, die in den letzten Jahrhunderten größtenteils übermalt wurden, z.B. im 13. Jahrhundert mit einem Palmettenfries, sind entweder nur noch in Resten erhalten oder stellenweise von einer Kalktünche bedeckt. Aus dem 14. oder frühen 15. Jahrhundert haben sich von einst über einhundert Brustbildern nur Reste erhalten. Diese in einen romanischen Bogenfries eingebetteten Brustbilder stellen Heilige und weltliche Personen dar, die bisher ohne nähere Bestimmung geblieben sind.

Eine dritte Gruppe Malereien befindet sich über dem Chor zwischen dem Dach und dem heutigen Gewölbe. Es handelt sich dabei um einen Fries aus Medaillons mit Monatsbildern und Tierkreiszeichen. Diese Medaillons wurden nach der Mauererhöhung auf den bereits bestehenden Mäanderfries gemalt. Aufgrund des teilweise schlechten Erhaltungszustandes ist auch hier eine eindeutige Zuordnung der einzelnen Abbildungen bisher ausgeblieben.

Die Analyse umfasst das Vorstellen der verschiedenen Friese an ihren unterschiedlichen Standorten. Dabei lag die Konzentration auf der Untersuchung der figürlichen Darstellungen der Medaillons über dem Chor und
der Brustbilder im Bogenfries. Gerade zu diesen Malereien fehlten bisher zufriedenstellende wissenschaftliche Forschungen und Erkenntnisse. Um einen leichteren Zugang zur ikonographischen Bestimmung zu erlangen wurden einzelne Motive analysiert und das Bildprogramm vorgestellt.

Übergreifendes Ziel der Arbeit war nicht zuletzt auch eine Überprüfung der teilweise widersprüchlichen Datierungen der Malereifriese. Nach der ausführlichen Vorstellung der Wandmalereien zeigt zudem die Restaurierungsgeschichte, wie sich der Umgang mit den Malereien entwickelt hat; wie sich die restauratorischen Maßnahmen und Techniken in den letzten 40 Jahren verändert haben und ob es Möglichkeiten gibt die Wandmalereien noch besser zu schützen. Die Untersuchung des Dachraumes und die Auswertung der Literatur und Quellen ermöglichte eine Konkretisierung bzw. Aktualisierung der Datierungen.
In der Magisterarbeit wurden erstmalig alle Malereifriese unter dem Dach in diesem Umfang vorgestellt und untersucht. Zudem konnten Wandmalereien entdeckt werden, die bisher unerforscht sind und Möglichkeit für eine weiterführende Arbeit bieten.


Erstgutachter: Prof. Dr. Ulrich G. Großmann, Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums, Nürnberg
Zweitgutachter: Prof. Dr. Achim Hubel, Institut für Archäologie, Denkmalkunde und Kunstgeschichte