Forschungsperspektiven

Es ist mittlerweile unzweifelhaft, dass der naturwissenschaftliche Zugang weit führen kann, aber dem Leiden der Patienten nicht zu Gänze gerecht wird, weil eine perfekte Salutogenese nicht zu garantieren ist. Einschränkungen der Lebensqualität von Schmerzpatienten wird es in absehbarer Zukunft immer geben. Wenn Schmerz zur nicht mehr weiter therapierbaren Lebensform wird, ergeben sich Sinnfragen und Orientierungszweifel, die eine theologische Perspektive eröffnen.

In dieser Konstellation besteht eine zentrale Intention des Promotionsschwerpunktes darin, ein produktives Gespräch zwischen naturwissenschaftlich-empirische und geisteswissenschaftlich-theologischen Zugängen zu initiieren. Wichtigste Plattform für diesen interdiszplinären Austausch sind die Workshops des Promotionsschwerpunktes. In Kommunikationsprotokollen sollen einerseits Gemeinsamkeiten und Unterschiede im begrifflichen und methodischen Zugang festgehalten, andererseits weiterführende Erkenntnisse und Erträge substantiiert werden. Im Rahmen des ausgeschriebenen Promotionsschwerpunkts können so über die Grenzen der einzelnen beteiligten Fächer hinweg neue Fragestellungen generiert und transdisziplinär bearbeitet werden – mit dem langfristigen Ziel, die multiprofessionelle Behandlung von Patienten und die Prävention von Schmerzchronifizierung in einer zunehmend alternden Gesellschaft mit Zunahme von chronischen Schmerzkranken zu verbessern.