Erhard Eppler zu Gast in Bamberg

Auf Einladung der Dietrich-Bonhoeffer-Forschungsstelle für Öffentliche Theologie, des Ev. Bildungswerks Bamberg e.V. und der Buchhandlung Collibri war am 01. Dezember 2015 Erhard Eppler in Bamberg. Er las aus seinem Buch „Links leben. Erinnerungen eines Wertkonservativen“ und beantwortete Fragen des interessierten Auditoriums.

Herr Eppler schilderte wichtige Stationen in seinem Leben, beginnend bei dem Beginn seines politischen Denkens in seiner Kindheit im „Dritten Reich“ über seine Zeit als Entwicklungsminister von 1968 bis 1974 und den Konflikt mit dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt bis hin zu seiner Entdeckung des „ökologischen Gewissens“. Dabei war es Dr. Eppler zum einen besonders wichtig, der nationalsozialistischen Zeit ihre Abstraktheit zu nehmen und Menschen und ihren Alltag unter dem Regime zu schilden. Zum anderen legte er viel Wert auf die Entwicklung seiner eigenen entwicklungspolitischen und ökologischen Prägung. Dass in der Politik die Meinungen mal auseinandergehen, sei – so Erhard Eppler mit Blick auf seine Auseinandersetzungen innerhalb der SPD – normal. Man dürfe nicht darauf hoffen, eine Partei zu finden, mit der man in jedem Punkt übereinstimmte, aber er sei sich gewiss, seiner Partei nicht mehr zugemutet zu haben als umgekehrt sie ihm.

Für die Dietrich-Bonhoeffer-Forschungsstelle war es ein Gewinn, einen Politiker als Gast begrüßen zu dürfen, der einerseits so profiliert auftritt und andererseits auf so besonnene Weise Distanz gegenüber Einseitigkeiten zu halten vermag, wie Thomas Wabel in seiner Einführung zu dem Abend betonte.