Evangelische Theologie

Lst. Systematische Theologie

Profil des Lehrstuhls

Was ist Systematische Theologie?

Menschen reden von Gott. Sie sagen: "Das hat Gott gewollt." Oder: "Da hat Gott mir geholfen." Und: "… so wahr mir Gott helfe." – Aber woher wissen sie, dass es Gott ist, von dem sie reden?

Das ist eine der faszinierenden Fragen, denen sich die Systematische Theologie widmet. In Jahrhunderten der Christentumsgeschichte hat die Theologie Antworten gegeben, die Gott beschreiben und dabei doch immer bei dem bleiben, was Menschen erfahren können.

"Das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns". So umschreibt das Johannesevangelium, worauf das Christentum sich gründet. Gottes Wort wird Mensch. Alle Worte, die Menschen über Gott machen, sind menschliche Worte - aber Gott vertraut sich den Worten der Menschen an, die von ihm reden. Als der Gott, der Mensch geworden ist, macht Gott von sich reden.

Worte sind nicht nur Gottes Worte. Wenn Menschen versuchen, einander zu verstehen, gebrauchen sie Worte und Gesten. Im Innern geschieht nichts, ohne dass nach außen etwas hörbar oder sichtbar wird. Aber hörbar und sichtbar wird das, was im Innern geschieht. nie ganz. In diesem Spannungsfeld von außen und innen, Hörbarem und Unverstandenen, bewegt sich auch die christliche Religion.

Systematische Theologie fragt danach, was  es bedeutet, wenn eine Religion so eng mit dem menschlichen Reden und Hören verschlungen ist wie das Christentum. Diese Frage bestimmt ihre Nachbardisziplinen und ihre Teildisziplinen:

Systematische Theologie fragt danach, wie jener Satz des Johannesevangeliums in dem historischen Kontext geklungen haben mag, in dem er entstanden ist: "Das Wort ward Fleisch." Dazu ist sie auf die Erkenntnisse der Bibelwissenschaften und der Historischen Theologie angewiesen, die zu ihren theologischen Nachbardisziplinen gehören.

Systematische Theologie fragt auch danach, wie ein solcher Satz in einer Gegenwart verstanden werden kann, in der die christliche Überlieferung nicht mehr selbstverständlich ist. Dazu braucht sie den Kontakt mit Disziplinen außerhalb der Theologie, etwa der Philosophie, der Religionswissenschaft oder der Soziologie - aber auch mit der Nachbardisziplin der Praktischen Theologie, die in Bamberg zusammen mit der Systematischen Theologie dem Fach Evangelische Theologie sein besonderes Profil verleiht.
Systematische Theologie fragt nicht zuletzt danach, wie Gottes Menschenwerdung das Hören und das Denken, das Reden und das Handeln von Menschen beeinflusst. Dieser Frage widmet sie sich in ihren Teildisziplinen Dogmatik, Ethik und Religionsphilosophie.

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