Evangelische Theologie

Lst. Religionspädagogik

Interdisziplinäres Forschungsprojekt: Religionspädagogik in anthropologischen Spannungsfeldern (2013-2014)

Die Klärung der anthropologischen Prämissen und Zielperspektiven religiöser Bildung ist eine Grundaufgabe religionspädagogischer Forschung. Dass die Religionspädagogik in den letzten Jahrzehnten dieser Aufgabe eher zögerlich nachgegangen ist, hat mit der Ambivalenz anthropologischer Grundlegungen zu tun: Sie neigen dazu, Menschsein allzu statisch aufzufassen und religiöse Bildung auf ein bestimmtes Menschenbild zu fixieren. Daher sind anthropologische Zugänge zu religiöser Bildung gefragt, die der Kontextualität, Unstetigkeit und Kontingenz heutigen Menschseins ebenso Rechnung tragen wie der für die Spätmoderne charakteristischen Vielfalt von Menschenbildern und Lebensbezügen.

Diese Herausforderung wurde in dem von der Fritz Thyssen Stiftung, der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Evangelischen Landeskirche in Württemberg bezuschussten Forschungsprojekt systematisch adressiert. Das Projekt zielte darauf, im Gespräch mit unterschiedlichen Referenzdisziplinen und im Horizont des lebenszyklisch-biographischen und gesellschaftlich-religiösen Wandels anthropologische Spannungsfelder religiöser Bildung kontextsensibel zu identifizieren und auf ihre religionspädagogischen Folgewirkungen zu befragen. Die Ergebnisse des bewusst vielstimmig angelegten Verständigungsprozesses sind in dem Band „Mensch – Religion – Bildung. Religionspädagogik in anthropologischen Spannungsfeldern“ (2014) dokumentiert und wurden auf einem Symposium, das am 19.-20.12.2014 in Tübingen aus Anlass von Friedrich Schweitzers 60. Geburtstag stattfand, in konzentrierter Form präsentiert.

Hauptveröffentlichung:

Schlag, Thomas / Simojoki, Henrik (Hg.): Mensch – Religion – Bildung. Religionspädagogik in anthropologischen Spannungsfeldern, Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus 2014.