Taschen, Tüten und Tornister - Zur Narrativität von Alltagsobjekten

Diese Ausstellung wurde im Ausstellungsbereich der Europäischen Ethnologie im zweiten Stock des Hochzeitshauses gezeigt.

Der Mensch und das Ding – eine mehr als nur zweckgerichtete Beziehung und ein zentrales Forschungsthema der Europäischen Ethnologie, die nach der „Dingbedeutsamkeit“ (Karl Sigismund Kramer, 1962) fragt. Objekte konservieren Handlungserfahrungen und Momente des Glücks, des Ärgers, der Hoffnung, der Angst.

So werden Dinge zu Repräsentanten funktional-emotionaler Lebens-Möglichkeiten. Auch die Taschen, Tüten, Beutel und Ranzen in dieser Ausstellung sind Einzelstücke, die für ihre BesitzerInnen Geschichte geschrieben haben. Sie stehen exemplarisch für unsere Ding-Mensch-Beziehung: Wie finden wir die Dinge, wie finden sie uns? Was machen wir mit ihnen, was sie mit uns?

Eine Tasche dient ja zunächst dazu, Dinge zu transportieren. Schnell wird sie aber vom Lasten- zum Geheimnisträger. In ihr verborgen tragen wir Dinge mit uns herum, die wir brauchen oder zu brauchen glauben. So wird ihr Inneres zum privaten Raum, zum gleichsam portablen Teil der Privatsphäre – und in dieser Funktion liegt auch die kulturelle Bedeutung der Tasche.