Chancen und Risiken alternativer Proteinproduktion (AP) durch Algen und Insekten für landwirtschaftliche Betriebe, INAPROLA
Gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
Projektzeitraum: April 2026 bis März 2029
Wie kann die Landwirtschaft nachhaltiger zur Proteinversorgung beitragen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt geförderte Projekt „Chancen und Risiken alternativer Proteinproduktion (AP) durch Algen und Insekten für landwirtschaftliche Betriebe“ (kurz: INAPROLA) an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg und der Hochschule Osnabrück. Es untersucht neue Wege der Proteinproduktion und fokussiert dabei Algen- und Insektenzucht innerhalb bestehender landwirtschaftlicher Strukturen in Deutschland.
Algen und Insekten sind vielseitig einsetzbar: Sie können sowohl für die menschliche Ernährung als auch als Futtermittel in der Tierhaltung genutzt werden. Damit eröffnen sich für landwirtschaftliche Betriebe neue Perspektiven. Gleichzeitig entstehen jedoch auch unterschiedliche Anforderungen, beispielsweise in Bezug auf Technik, Fachwissen, Vermarktung und gesellschaftliche Akzeptanz. Genau hier setzt INAPROLA an. In einem Verbundprojekt aus Europäischer Ethnologie (Prof. Wittmann/Bamberg) und Agrarkommunikation (Prof. Kussin/Osnabrück) werden neben den Gründen für die Umstellung auf diese innovativen Formen der Proteinproduktion tägliche Arbeits- und Handlungsabläufe, der Umgang mit finanziellen Risiken, und vor allem auch Wissensaneignung und -weitergabe innerhalb eines bisher in der Landwirtschaft (noch) nicht üblichen und daher im Rahmen der Ausbildung nicht vermittelten Produktionsbereiches untersucht.
Ziel des Projektes ist es, fundiertes Wissen über die Chancen, Herausforderungen und Akzeptanzbedingungen alternativer Proteinproduktion zu gewinnen und dieses praxisnah aufzubereiten. Dazu verfolgt INAPROLA einen dreistufigen Ansatz:
- Erstens werden Pionierbetriebe, die bereits mit der Produktion von Algen und Insekten arbeiten, miteinander vernetzt. Ihre Erfahrungen werden im Rahmen qualitativer Studien und Workshops erstmals systematisch erhoben und ausgewertet.
- Zweitens werden diese Erkenntnisse durch eine deutschlandweite Online-Befragung ergänzt. Ziel ist es, zentrale Einflussfaktoren auf Wissen und Einstellungen gegenüber der alternativen Proteinproduktion innerhalb der Landwirtschaft zu identifizieren.
- Drittens werden die gewonnenen Ergebnisse gezielt in die Praxis zurückgeführt. Ein Beispiel hierfür ist die Entwicklung von Informations- und Lehrmaterialien gemeinsam mit den beteiligten Betrieben.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Austausch zwischen Forschung und Praxis: Das Erfahrungswissen innovativer Betriebe wird sichtbar und anderen Landwirt:innen sowie Nachwuchskräften zugänglich gemacht. So trägt INAPROLA dazu bei, neue Betriebszweige weiterzuentwickeln, Risiken besser zu verstehen und Informationen über erfolgreiche Ansätze gezielt zu verbreiten.
Auf diese Weise stärkt das Projekt die Innovationskraft der Landwirtschaft und leistet einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigeren und zukunftsfähigen Proteinversorgung.
Ansprechpartner: Marc Bubeck (wissenschaftlicher Mitarbeiter): marc.bubeck(at)uni-bamberg.de
Weitere Informationen: https://www.dbu.de/projektdatenbank/39186-01/
gefördert durch:
