Beratung  in der Weiterbildung

 

14. Bamberger Andragogentag am 28.11.2009 an der Universität Bamberg war ein voller Erfolg

Kaum einer beginnt heute ein Studium, eine Ausbildung oder eine Weiterqualifizierung, ohne sich zuvor beraten zu lassen. Der Markt der Anbieter ist für den Einzelnen fast unüberschaubar geworden. Gleichzeitig fordert die Arbeit kontinuierliche Anpassung an neue Anforderungen. Was fehlt, ist eine unabhängige und anerkannte Weiterbildungsberatung.

Dementsprechend stellte sich der 14. Andragogentag der Universität Bamberg in diesem Jahr dem Thema „Beratung in der Weiterbildung – Lern-, Bildungs- und Organisationsberatung“ und fand wie immer großen Zuspruch von Absolventen, Unternehmen und Organisationen.

„Klassische Bildungsmaßnahmen gehen immer weiter zurück, der Beratungsbedarf steigt kontinuierlich an. Dieses Thema nimmt auch für uns ständig an Relevanz zu“, bestätigt Wolfgang Mayer, Leiter des bfz Bamberg und Mitveranstalter des Andragogentages.

Hauptreferent Prof. Dr. Rainer Zech vom Institut für kritische Sozialforschung und Bildungsarbeit in Hannover referierte über seine Erfahrungen in der Beratung von Organisationen. Eine Beratung sei ein Gespräch unter Experten: Der Berater, als Experte für die Fragen, müsse die Fähigkeit mitbringen, die Sprache der Organisation, die er beraten soll, zu verstehen. Denn allein hier liege die Expertise für Antworten. Mit Humor und am Beispiel seiner eigenen Kinder brachte Zech dem Auditorium die von ihm unterschiedenen Organisationstypen mit ihren speziellen Sprachcodes und Motivationen näher.

Am Nachmittag standen die Arbeitsgruppen zu den verschiedenen Beratungsfeldern im Mittelpunkt. In sieben Workshops ging es unter anderem um die psychologischen Grundlagen der Beratung sowie um Weiterbildungs- und Organisationsberatung aus Sicht der Praktiker.

Ein Vortrag von Barbara Lampe vom Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Mainz beleuchtete abschließend das Problem der Professionalisierung von Bildungsberatung. In einem von ihr koordinierten Projekt hat ein Verbund von Qualifizierungsstellen Qualitätsstandards für die Weiterbildung für Berater eingeführt. Die meisten Teilnehmer an den Fortbildungen waren zuvor jahrelang in der Beratung tätig, ohne entsprechende fundierte Qualifizierung zu haben. Lampe forderte intensivere Forschung in diesem Bereich und ein klares Kompetenzprofil für den Beraterberuf.

Unter den 120 Gästen im Marcus-Haus fanden sich zahlreiche Absolventen der Andragogik. So auch Elke Krämer, Abschluss im Jahr 2004. Sie reiste aus Hannover an, um in der Diskussion ihre Erfahrungen aus dem Bereich Qualitätsmanagement weiterzugeben. Im Gespräch mit Studierenden machte sie Mut: Ihr Bamberger Studium habe ihr viele Kompetenzen vermittelt, von denen sie heute im Berufsleben profitiere.

„Man darf auch mal dreist sein,“ erklärte Sebastian Hitzler, der heute beim Zentrum für Managementsimulation der Dualen Hochschule Baden-Württemberg arbeitet. Betriebswirtschaftler profitierten oft von seiner pädagogischen Sichtweise. Wirtschaftliche Grundkenntnisse habe Hitzler sich im Laufe der Zeit angeeignet, Andragoge sein heiße für ihn eben auch, sich selbst schnell in viele Themen einarbeiten zu können.

Prof. Walter Bender, Veranstalter des Andragogentages, machte zudem klar, dass den Studierenden trotz Bachelor- und Mastersystem möglichst viel Freiheit für eigene Interessen und Schwerpunktsetzung eingeräumt werde. Und so nutzten die Studenten den Andragogentag nicht nur für einen weiteren Einblick in aktuelle Forschung und Berichte aus der Praxis, sondern ebenso für die persönliche „Beratung in der Weiterbildung“ im regen Austausch mit den Praktikern und Wissenschaftlern.

Text: Juliane Braun

Rückblick auf den 14. Andragogentag