Thomas Bornschlegel, Florian Muth, Christian Nappert, Marius Raab: Die Computersimulation "Feuer" als Evaluations- und Trainingsinstrument für Situation Awareness und das Lösen komplexer Probleme in Kleingruppen.

Die Bewältigung komplexer Szenarien - etwa durch Krisenstäbe und Einsatzteams, im zivilen wie im militärischen Bereich - ist eine Gruppenaufgabe, die zunehmend durch moderne Kommunikationsmittel gestützt wird. Die einzelnen Teammitglieder sind dabei oft räumlich getrennt und auf Medien wie VoIP, Textchat und Collaborative Whiteboard angewiesen.

In Zusammenarbeit mit den Psychologen Prof. Dr. Harald Schaub und Dr. Frank Detje von der Industrieanlagen-Betriebsgesellschaft Ottobrunn wird die in der psychologischen Forschung etablierte Computersimulation "Feuer" weiterentwickelt, um solche verteilten Prozesse abzubilden.

Aus der kognitionspsychologischen Forschung werden die Faktoren herausgearbeitet, die wahrscheinlich für das verteilte Lösen komplexer Aufgaben relevant sind. In einer Neu-Implementierung von "Feuer", bereichert um Netzwerkfunktionalität, werden diese Faktoren als Unabhängige Variablen abgebildet, die vom Spielleiter variiert werden können. Ziel ist ein Instrument, um die theoretischen psychologischen Konstrukte empirisch zu prüfen; und um die relevanten Fertigkeiten bei den Spielern zu trainieren.