Europa und Nordeurasien

Der räumliche Fokus auf den nördlichen Teil Europas kommt zum Ausdruck in der Fortführung laufender Untersuchungen über das Ostseegebiet und den europäischen Teil Russlands einerseits und in der Initiierung einer neuen Forschungslinie über die vorindustrielle Transportlogistik am Beispiel der Flusssystems des Rheins und des Mains, andererseits. Das Ostseegebiet wird in der Forschung der Professur für Digitale Geschichtswissenschaften als eine Grenz-, Kontakt- und Konfliktzone mit einer Scharnierfunktion in den Handels- und Transportbeziehungen zwischen dem nördlichen Eurasien und Westeuropa verstanden. Die Erforschung dieser Handels- und Transportbeziehungen wird unter anderem auf der Grundlage der einzigartigen Dänischen Sundzollregister, die nunmehr vollständig in der Form einer elektronischen Datenbank vorliegen (www.soundtoll.nl), weiter vorangetrieben.

Darüber hinaus wird geplant, um in einer kleineren explorativen Studie gedruckte russische Zollregister aus dem 17. Jahrhundert durch Anwendung einschlägiger digitaler Methoden mit niederländischen Notariatsakten über die Seeschifffahrt nach Archangelsk am Weißen Meer zu verknüpfen, um so die Erforschung von Ost-West-Routen im vorindustriellen Fernhandel zwischen dem Uralgebirge, Sibirien und West-Europa voranzutreiben. Zugleich können so die einzigartigen russischen Zollregister in der internationalen Forschung bekannt gemacht und weitere Grundlagen für zukünftige Forschungsvorhaben geschaffen werden.