Fakultät Sozial- und Wirtschaftswissenschaften

Lehrstuhl für Vergleichende Politikwissenschaft

Die Organisierung der Migrations- und Integrationspolitik in deutschen Landesregierungen

Das Forschungsprojekt geht der Frage nach, wie es zu Veränderungen in der Organisierung von Migrations- und Integrationspolitik im Bereich von Ministerialverwaltungen kommt. Eine vergleichende Analyse von fünf westdeutschen Flächenländern und Sachsen soll darüber Aufschluss geben, inwieweit sich große Unterschiede in der Organisierung bei gleichzeitig sehr ähnlichen Prämissen erklären lassen.

Blickt man zurück auf die jüngste Vergangenheit, so war die Organisierung der ‚Migrations- und Integrationspolitik‘ in vielen Ministerialverwaltungen deutscher Bundesländer bedeutenden Veränderungen unterworfen. Dieser Prozess der Umgestaltung von Verwaltungsstrukturen ist noch immer im Gange. Gesellschaftliche Veränderungen aufgrund von Migration und deren Wahrnehmung als Politik-Gegenstand sind Ursache dafür, dass das Thema in den Fokus von Akteuren gerät, welche eine Umorganisierung in diesem Bereich herbeiführen wollen. Im Zuge des Projekts soll insbesondere untersucht werden, inwieweit Parteien in Wahlprogrammen und das Parlament Entscheidungen vorfestlegen können und wie stark diese Ergebnisse in Koalitionsverträgen, durch Fachwissen aus Ministerialbürokratie und externen Verbänden/Organisationen abgewandelt werden.

Ziel des Forschungsprojekts ‚Die Organisierung der Migrations- und Integrationspolitik in deutschen Landesregierungen‘ ist die Ergründung, warum Bundesländer das Politikfeld trotz ähnlicher Problemlagen (zumindest in westdeutschen Flächenstaaten) in unterschiedlicher Weise organisieren. Bei problemlösungsorientierter Organisierung des Politikfelds würde man erwarten, dass länderspezifische Besonderheiten oder wissenschaftlicher Dissens zu lediglich geringfügigen Unterschieden zwischen den Bundesländern führten. Auf den ersten Blick bestätigt sich dies jedoch nicht: die angebotenen organisatorischen Lösungen weichen stark voneinander ab. Empirische Befunde und bisherige Arbeiten zu diesem Gegenstand zeigen, dass sich Unterschiede unter anderem mit unterschiedlicher politischer Schwerpunktlegung begründen lassen. Die Forschung zum Neuen Institutionalismus in seiner rationalen, historischen und soziologischen Spielart bietet diverse Erklärungen für diese Abweichungen zwischen den Ländern. In einem Bundesländervergleich mit den sechs Fällen Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen und Sachsen soll dies entlang formulierter Hypothesen untersucht werden. Der Untersuchungszeitraum erstreckt sich auf 15 Jahre: 1997 bis 2012.

Kontakt: daniel.schamburek@uni-bamberg.de

Mehr zum Projekt erfahren Sie hier:
migint.wordpress.com