Personalisiertes Selbstmanagement Unterstützungsprogramm (P-SUP)

Inhaltliche Skizze und Ziele

Im Projekt soll ein Programm zur Gesundheitsförderung entwickelt und evaluiert werden. Die Zielgruppe des Programms besteht aus zwei verschiedenen Personengruppen: 1) Personen mit Typ-2-Diabetes, und/oder 2) Personen mit koronarer Herzkrankheit. Das Programm soll diesen Personen helfen, besser mit ihrer Krankheit umzugehen, insbesondere sich mehr zu bewegen und sich gesünder zu ernähren. Dazu sollen vier verschiedene Instrumentarien eingesetzt werden: 1) Gruppentreffen, die von Betroffenen geleitet werden, 2) telefonische Beratungen, 3) Zugang zu einer Internetplattform mit gesundheitsrelevanten Angeboten und 4) personalisierte Rückmeldungen zum eigenen Gesundheitszustand. Abgesehen von den telefonischen Beratungen sind alle Instrumentarien für alle teilnehmenden Personen gedacht. Die telefonische Beratung erhalten nur Personen mit besonderen Problemen beim Umgang mit ihrer Gesundheit.

Methode/Forschungsdesign

Im ersten Projektjahr wird das Programm unter Nutzung einschlägiger empirischer Forschungsergebnisse weiter ausgearbeitet und die Internetplattform wird erstellt. In der darauffolgenden Projektzeit wird das Programm ausprobiert und evaluiert. Dies geschieht mit Personen, die bei AOK Rheinland-Hamburg oder der BARMER versichert sind, in einem Disease Management Programm für Diabetes Mellitus Typ 2 oder koronarer Herzkrankheit eingeschrieben sind und ihren Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen haben. Diese Personen werden per Zufall in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhält das Programm sofort, die andere erst nach Ablauf von 18 Monaten. Um die Wirksamkeit des Programms beurteilen zu können, werden beide Gruppen nach Ablauf der 18 Monate miteinander verglichen. In erster Linie interessiert dabei die Anzahl der Krankenhausaufenthalte. Außerdem werden ein Index für körperliche Gesundheit, das Bewegungsverhalten, das Ernährungsverhalten und verschiedenen psychologische Variablen betrachtet.

Anwendungsbezug, gesellschaftliche Relevanz und Nutzung der Ergebnisse

Wenn sich das Programm bewährt, wird es von den kooperierenden Krankenkassen in deren Disease Management Programme eingebaut. Dies könnte zu einer Verringerung der durch Diabetes Typ 2 und/oder durch koronare Herzkrankheit bedingten Komplikationen, zu einer Erhöhung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und zu einer Verringerung der Inanspruchnahme medizinischer Dienstleistungen und damit der Ausgaben der Krankenkassen führen.

Bamberger Kompetenzen

Die Universität Bamberg koordiniert die Evaluation und führt wesentliche Teile der Evaluation selber durch.

Projektbezogene Publikationen

Konerding U., Szel C.  Promoting physical activity in persons with type 2 diabetes mellitus: A systematic review of systematic reviews. Patient Education and Counseling. 2020 Dec 23:S0738-3991(20)30675-3. doi: 10.1016/j.pec.2020.12.011