Frauen an der SoWi

Lehre und Forschung wird an unserer Fakultät zu einem großen Teil von Frauen gestemmt - darauf kann man stolz sein. Wir möchten an dieser Stelle erfolgreichen Studentinnen, Mitarbeiterinnen und Ehemaligen der SoWi ein Gesicht geben, um Vorbilder für Frauen in Universität und Wissenschaft zu schaffen.


Frauen der Fakultät SoWi stellen sich vor - Kennen Sie schon ... ?

 

Sabrina Schorr - stellvertretende Fachschaftssprecherin der Wahlperiode 2019/2020

 

In welchen Bereichen der Fakultät engagieren Sie sich (und wieso)?

Mein Name ist Sabrina Schorr und ich bin für die Wahlperiode 2019/2020 stellvertretende Fachschaftssprecherin der Fakultät Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Ich studiere seit dem Wintersemester 2016 hier an der Fakultät Soziologie. Da ich mich schon vor meinem Studium vielseitig ehrenamtlich engagierte, wurde mir im Laufe meines Studiums bewusst, dass ich dies auch im Rahmen des universitären Kontextes tun wollte. Aus diesem Grund bin ich dann der Fachschaft beigetreten, um mich so für die Belange der Studierenden einzusetzen.

 

(Wo) sehen Sie konkreten Bedarf für Frauenförderung?

Schon früher war für mich die Gleichberechtigung ein großes Thema. Durch mein Engagement in der Entwicklungshilfe wurde mir  bewusst, wie wichtig Bildung ist und dass hier, gerade in vielen Teilen der Welt, Mädchen benachteiligt werden. Auch bei uns ist die Gleichberechtigung noch nicht in allen Gebieten erreicht. Deshalb finde ich es wichtig, dass wir viele gute Vorbilder haben, die uns in dem bestärken was wir tun und uns zeigen, dass wir alles schaffen können.

 

Welche Personen waren für Sie wichtige Vorbilder/Mentor*innen?

Ich kann von Glück sagen, dass ich Vorbilder hatte.Für mich war dies zum einen, Dr. med. Susanne Pechel, die neben ihrem Medizinstudium eine eigene Entwicklungshilfeorganisation gründete und so neben den etablierten NPOs Großartiges, für eine damals 20-Jährige, auf die Beine stellte. Mittlerweile wurde diese Organisation sogar zur gemeinnützigen Stiftung umgewandelt und besteht seit nun mehr 28 Jahren. Vorbilder müssen allerdings nicht immer Akademikerinnen  wie Frau Dr. Pechel sein, sondern es kann, wie bei mir, auch die eigene Oma sein. Auf den ersten Blick hat sie vielleicht gar nicht so Großes erreicht. Wenn man allerdings den Geschichten lauscht und diese im Kontext der Zeit betrachtet, dann kann man hier etwas sehr Revolutionäres entdecken: Sich als Mädchen in der damaligen Zeit die Haare kurz zu schneiden, Fahrrad zu fahren oder sogar den heimischen Herd zu verlassen und zu sagen „ja ich gehe arbeiten“, kann ein großes Vorbild sein.

 

Was möchten Sie Ihren Kommilitoninnen/Kolleginnen/Frauen an der Fakultät, der Universität und in der Wissenschaft für Ihren (beruflichen) Weg mitgeben?
Die Beobachtung unserer Vorbilder oder auch der Austausch mit ihnen, kann uns Ansporn sein, das zu tun was wir wollen, das zu sagen, was wir meinen und für die Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung aller Menschen einzutreten. Unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Behinderung und all den anderen Stigmata, die zu einer Benachteiligung führen können.


Prof. Dr. Monika Heupel - Professorin für Politikwissenschaft, insbes. internationale und europäische Politik

Mein Name ist Monika Heupel und ich bin seit 2019 Professorin für internationale und europäische Politik an der Universität Bamberg, wo ich seit 2014 bereits als Juniorprofessorin tätig war. Ich habe an der Universität Bremen promoviert und war danach als Post-doc am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und einigen Stationen im Ausland tätig. Ich hatte in meiner Laufbahn - abgesehen von der Betreuerin meiner Masterarbeit - keine Mentorinnen. Wichtig waren für mich aber immer die - wenn auch wenigen - weiblichen role models unter der Professorenschaft meiner Disziplin. Wichtig war auch der Austausch mit den Kolleginnen auf meiner jeweiligen Karrierestufe. Es hat mir geholfen, zu sehen, dass sich andere Frauen Karriere & Kinder zutrauen und es schaffen, beides zu vereinbaren. Frauenförderung hat in den vergangenen Jahrzehnten viel geleistet und viel erreicht. Gerade der Anteil der Frauen unter den Professoren ist aber in der Politikwissenschaft, wie in vielen anderen Disziplinen auch, immer noch viel zu gering.  Um das zu ändern, brauchen wir unter anderem eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, also zum Beispiel die Option, beruflich kürzer zu treten, solange die Kinder klein sind, ohne dadurch die Karriere zu ruinieren. Und wir müssen schon unseren Kindern, die in eine Gesellschaft hineinsozialisiert werden, in der traditionelle Geschlechterbilder immer noch dominant sind, bewusst machen, dass sie nicht auf bestimmte Rollen festgelegt sind, sondern Gestaltungsmöglichkeit haben.   


Sonja Scheuring - Preisträgerin PUSh-PREIS 2019

Der PUSh-Preis der Universitätsfrauenbeauftragten für Studentinnen mit hervorragenden Leistungen wurde im Rahmen des Festaktes der Frauenbeauftragten am 12.12.2019 an vier Preisträgerinnen vergeben, darunter auch eine Mitarbeiterin der SoWi Fakultät: Sonja Scheuring wurde für ihre hervorragende Masterarbeit mit dem Titel "The Effect of Commuting to Workplace on Subjective Well-Being. An Empirical Analysis Using Data from SOEP" am Lehrstuhl für Soziologie, insbesondere Methoden der empirischen Sozialforschung ausgezeichnet. Wir freuen uns über diese Auszeichnung einer Mitarbeiterin unserer Fakultät und gratulieren herzlich!


Magdalena Pratter und Miriam Schmaus - Preisträgerinnen Preis für Gute Lehre

Der Fakultätspreis für gute Lehre ging 2019 an zwei Frauen unserer Fakultät: Magdalena Pratter vom Lehrstuhl für Soziologie 1 und Miriam Schmaus vom Lehrstuhl für Soziologie, insb. Sozialstrukturanalyse. Aus allen Preisträgerinnen der Fakultäten erhält Miriam Schmaus außerdem den universitätsweiten Preis für gute Lehre und ist damit für den bayernweiten Preis für gute Lehre nominiert. Wir freuen uns, dass Engagement und Einsatz in der Lehre durch Frauen unserer Fakultät gewürdigt und geehrt wird und gratulieren herzlich!