Didaktiken einer Fächergruppe der Mittelschule: Didaktik - Kathol. Religionslehre

Prüfungstermin: Frühjahr 2020

Thema Nr.1
Religion nimmt Mensch und Welt aus einer Perspektive wahr: als ob es Gott gäbe. Religionsunterricht fordert Schülerinnen und Schüler auf, sich mit dieser Perspektive kompetent auseinanderzusetzen.
1. Stellen Sie vor dem Hintergrund empirischer Untersuchungen dar, welche Einstellungen Jugendliche zu Religion und insbesondere zur Gottesfrage in den Religionsunterricht mitbringen!
2. Beschreiben Sie ästhetische Bildung im Religionsunterricht als ein Prinzip, das die Auseinandersetzung der Schülerinnen und Schüler mit der oben genannten Perspektive fördert!
3. Skizzieren Sie eine Doppelstunde im Fach Katholische Religionslehre der Mittelschule, die eine Auseinandersetzung heutiger Schülerinnen und Schüler mit der oben genannten Perspektive ermöglicht!


Thema Nr. 2
,,Fremde" Religionen sind ein selbstverständlicher Lernbereich des katholischen Religionsunterrichts.
1. Stellen Sie einen Ansatz interreligiösen Lernens vor! Arbeiten Sie dabei dessen Grundideen, Intentionen und Lernwege heraus!
2. Begründen Sie nachvollziehbar, warum im konfessionellen Religionsunterricht andere Religionen thematisiert werden sollen! Zeigen Sie anschließend Chancen und Grenzen interreligiösen Lernens am Lernort Schule auf!
3. Entwerfen Sie für den katholischen Religionsunterricht an der Mittelschule eine Unterrichtsstunde zu einem „fremdreligiösen" Zeugnis aus dem Judentum (.Tahrgangsstufe 6) oder dem Islam (Jahrgangsstufe 7)! Begründen Sie die Auswahl des gewählten Zeugnisses und beziehen Sie sich bei der Unterrichtsplanung erkennbar auf einen Ansatz interreligiösen Lernens!


Thema Nr. 3
Erinnerungsorientiertes Lernen
1. Erläutern Sie die Bedeutung erinnerungsorientierten Lernens aus anthropologischer und theologischer Sicht!
2. Skizzieren Sie religionsdidaktische Leitlinien erinnerungsorientierten Lernens und bewerten Sie dieses in seinen Potenzialen und Grenzen!
3. Konkretisieren Sie für den katholischen Religionsunterricht an der Mittelschule Ihre Überlegungen aus Teilaufgabe 2. hin auf ein Nahraumprojekt aus der regionalen Kirchengeschichte! 

 

Prüfungstermin: Herbst 2019

Thema Nr. 1
Symbole eröffnen gemäß Paul Tillich „eine Wirklichkeitsschicht, die der nichtsymbolischen Redeweise unzugänglich ist".
1. Erläutern Sie die Bedeutung von Symbolen für die christliche Religion und veranschaulichen Sie vier wesentliche Merkmale von Symbolen an einem je passenden Beispiel!
2. Stellen Sie zwei religionsdidaktische Entwürfe zum Symbollernen dar und arbeiten Sie dabei heraus, mit welchen Intentionen Symbole im katholischen Religionsunterricht - dem jeweiligen Entwurf entsprechend - thematisiert werden sollten!
3. Konzipieren Sie für den katholischen Religionsunterricht an der Mittelschule zu einem selbst gewählten christlichen Symbol eine Unterrichtsdoppelstunde zu demjenigen von Ihnen im Rahmen von Teilaufgabe 2. dargestellten religionsdidaktischen Entwurf, der Ihnen für den katholischen Religionsunterricht an dieser Schulart am bedeutsamsten erscheint!

 

Thema Nr. 2
Religionsunterricht ist Religionsunterricht, kein Glaubensunterricht
1. Stellen Sie mithilfe ausgewählter Umschreibungen von Religion dar, worin sich Religionsunterricht von Glaubensunterricht unterscheidet!
2. Die Schrift der deutschen Bischöfe „Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen" (2005) stellt drei Aufgaben für den katholischen Religionsunterricht in den Vordergrund. Erläutern Sie diese Aufgaben so, dass der bildende Charakter des Fachs deutlich wird!
3. Entwerfen Sie eine lehrplankonforrne Doppelstunde für den katholischen Religionsunterricht an der Mittelschule, die eine der drei unter Teilaufgabe 2 erläuterten Aufgaben exemplarisch umsetzt!

 

Thema Nr. 3
„Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten." (Mt 7,12)
1. Diskutieren Sie die Bedeutung christlich begründeter Werte im Kontext der Rahmenbedingungen, unter denen Jugendliche in der postmodernen Gesellschaft aufwachsen!
2. Stellen Sie vier Modelle ethischer Bildung vor und ziehen Sie daraus jeweils Konsequenzen für die Thematisierung der Goldenen Regel im unterrichtlichen Geschehen!
3. Entwerfen Sie für den katholischen Religionsunterricht an der Mittelschule eine lehrplankonforrne Unterrichtsdoppelstunde zur Goldenen Regel, bei der Sie sowohl die Rahmenbedingungen der postmodernen Gesellschaft als auch ein Modell ethischer Bildung berücksichtigen!

 

Prüfungstermin: Herbst 2018

Thema Nr. 1

,,Religionsunterricht: rechtlich abgesichert und gesellschaftlich herausgefordert" (Zentralkomitee der deutschen Katholiken, 2017)

1. Erläutern Sie, inwiefern der Religionsunterricht in besonderer Weise „rechtlich abgesichert" ist, und entfalten Sie im Lichte empirischer Befunde aktuelle Herausforderungen, vor denen dieses
Schulfach steht!
2. Diskutieren Sie grundsätzliche Argumente, die angesichts der aufgezeigten Herausforderungen für einen Religionsunterricht in der öffentlichen Schule sprechen!
3. Zeigen Sie an einer konkreten Unterrichtsstunde für die bayerische Mittelschule auf, wie der katholische Religionsunterricht eines dieser Argumente mit Blick auf ein biblisches Thema einlösen
kann!

Thema Nr. 2

„Der Religionsunterricht macht mit Formen gelebten Glaubens vertraut und ermöglicht Erfahrungen mit Glaube und Kirche." (Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen, 2005).

1. Erläutern Sie, inwiefern die oben genannte Aussage eine zentrale Aufgabe des Religionsunterrichts darstellt! Berücksichtigen Sie dabei auch die Umstände, unter denen Jugendliche heute
aufwachsen!
2. Legen Sie dar, was unter performativem Lernen verstanden wird! Erläutern Sie Chancen des performativen Lernens sowie mögliche Kritikpunkte!
3. Zeigen Sie anhand von zwei Unterrichtsbeispielen auf, wie im katholischen Religionsunterricht der bayerischen Mittelschule performativ gelernt und gearbeitet werden kann! '

Thema Nr. 3

„Korrelationen entdecken und deuten": Nach wie vor steht religionsdidaktisch zur Debatte, inwiefern es sich dabei um ein Leitprinzip des Religionsunterrichts handelt oder nicht.

1. Stellen Sie theologische Grundlagen des Korrelationsgedankens und Grundzüge eines „korrelativen" Religionsunterrichts dar!
2. Diskutieren Sie vor dem Hintergrund der religiösen Sozialisation heutiger Schülerinnen und Schüler Chancen und Grenzen des Korrelationsprinzips!
3. Zeigen Sie an einer Unterrichtsstunde zu einem Thema Ihrer Wahl auf, wie es heutigen Schülerinnen und Schülern im katholischen Religionsunterricht an der bayerischen Mittelschule ermöglicht werden kann, Korrelationen zu entdecken und zu deuten!

 

Prüfungstermin: Frühjahr 2018

Thema Nr. 1

„Die Bedeutung eines biblischen Textes entsteht erst im Dialog zwischen Lesern (Auslegern) und dem Text. Und es hängt von der Position und der Perspektive der Leser ab, welche Deutungsmöglichkeiten sich ergeben." (Franz W. Niehl)

1. Stellen Sie in prägnanter Weise dar, unter welchen sozioreligiösen und entwicklungs-psychologischen Rahmenbedingungen biblisches Lernen in der Mittelschule stattfindet!
2. Zeigen Sie auf, was hinsichtlich eines Lernens mit biblischen Texten im Religionsunterricht zu beachten ist, und stellen Sie einen dazu passenden bibeldidaktischen Ansatz vor!
3. Entwerfen Sie zwei Unterrichtsbausteine, die beim biblischen Lernen in der Mittelschule nicht fehlen sollten und dem zu Teilaufgabe 2 Dargelegten gerecht werden!

Thema Nr. 2

„Bitte mach keinen Heiligen aus mir!"

1. Diskutieren Sie die religionsdidaktischen Vor- und Nachteile von Heiligen einerseits und „Helden des Alltags" andererseits!
2. Diskutieren Sie, inwiefern Religionslehrende Vorbilder sein können!
3. Erläutern Sie Ziele eines Umgangs mit fremden Biografien im Religionsunterricht und konkretisieren Sie diese anhand einer dreistündigen Unterrichtssequenz!

Thema Nr. 3

Symbole sind die Sprache der Religion!

1. Skizzieren Sie, was unter Symbol und Zeichen zu verstehen ist und welche Relevanz diesen in religiösen Zusammenhängen zukommt!
2. Skizzieren Sie zwei religionsdidaktische Ansätze einer Symboldidaktik und diskutieren Sie die Vor- und Nachteile der beiden Ansätze für die Mittelschule!
3. Entwerfen Sie eine Unterrichtsdoppelstunde, die symbolisches Lernen der Schülerinnen und Schüler ermöglicht!

 

Prüfungstermin: Herbst 2017

Thema Nr. 1

„Der zeitliche Vergleich zeigt [ ... ], dass die Bedeutung des klassischen Glaubens im Leben der Jugend weiter zurückgegangen ist." (17. Shell Jugendstudie 2015)

1. Geben Sie im Rückgriff auf empirische Daten einen fundierten Überblick über den Gottesg]auben und die Gottesvorstellungen heutiger Jugendlicher!
2. Zeigen Sie auf, welche Herausforderungen bei der Thematisierung der Gottesfrage und des biblisch-christlichen Gottesbildes im Religionsunterricht der Mittelschule zu bedenken sind! Berücksichtigen Sie dabei auch entwicklungspsychologische Erkenntnisse!
3. Entwerfen Sie eine Unterrichtsstunde, welche Schülerinnen und Schüler der 8. Jahrgangsstufe anregt, über ihre persönlichen Gottesvorstellungen nachzudenken!

Thema Nr. 2

,,Katholische Religionslehre leistet ( ... ) einen originären Beitrag zur Werteerziehung, denn Sinn und Begründung bestimmter Werte und Haltungen wie gegenseitige Achtung, Rücksichtnahme, Solidarität
und Toleranz werden insbesondere durch Rückbesinnung auf ihren religiösen Ursprung einsichtig." (Fachprofil Katholische Religionslehre des LehrplanPLUS Mittelschule)

1. Beschreiben Sie Gründe für und Ziele des ethischen Lernens im Religionsunterricht der Mittelschule!
2. Skizzieren Sie vier verschiedene Modelle ethischen Lernens und begründen Sie, warum diese in der aktuellen religionspädagogischen Diskussion als sinnvoll bzw. als weniger erstrebenswert erachtet
werden!
3. Entwerfen Sie eine exemplarische Unterrichtsstunde zum Themenbereich ethisches Lernen, die einen konkreten Lehrplanbezug erkennen lässt!

Thema Nr. 3

Die Konfessionalität des Religionsunterrichts gerät auch in Bayern immer stärker in die Diskussion.

1. Benennen und beschreiben Sie, unter Rückgriff auf die Gesetzeslage und einschlägige kirchliche Dokumente, warum der Religionsunterricht an öffentlichen Schulen konfessionell erteilt wird!
2. Stellen Sie zwei alternative Formen zum konfessionellen Religionsunterricht dar und bewerten Sie diese hinsichtlich damit verknüpfter Chancen und Grenzen!
3. Skizzieren Sie Möglichkeiten konfessioneller Kooperation anhand einer Unterrichtsstunde zu einem selbstgewählten Thema des Lehrplans für die bayerische Mittelschule!

 

Prüfungstermin: Frühjahr 2017

Thema Nr. 1

Der Stellenwert der Bibel im Religionsunterricht ist „ein Seismograph für die Gestalt und Zielrichtung didaktischer Konzepte". (H. Mendl)

1. Zeigen Sie überblicksmäßig auf, wie sich der Stellenwert der Bibel und Ziele der Bibelarbeit im Religionsunterricht seit der Materialkerygmatik verändert haben!
2. Beschreiben Sie zwei bibeldidaktische Ansätze, die für den Religionsunterricht in der Mittelschule heute relevant sind, und diskutieren Sie deren Stärken und Schwächen!
3. Entwerfen Sie eine Unterrichtsdoppelstunde zum biblischen Lernen, bezogen auf den Bayerischen Lehrplan für Mittelschulen, in der Sie die Kerngedanken eines von Ihnen gewählten aktuellen bibeldidaktischen Ansatzes besonders zur Geltung bringen!

 

Thema Nr. 2

„Unter den veränderten Bedingungen kann der Religionsunterricht sein Ziel, die Schülerinnen und Schüler zu verantwortlichem Denken und Handeln im Hinblick auf Religion und Glaube zu befähigen und Glaube zu ermöglichen, nur erreichen, wenn er gemäß seiner gewachsenen Bedeutung weiterentwickelt wird." (Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen, 18)


1. Beschreiben Sie mit Hilfe der Ergebnisse von zwei empirischen Untersuchungen die gegenwärtige religiöse Situation der Kinder und Jugendlichen in der Mittelschule!
2. Skizzieren Sie das Modell des ästhetischen Lernens im Religionsunterricht und setzen Sie die Ziele dieses Modells in Beziehung zur religiösen Situation der Lernenden!
3. Konkretisieren Sie Ihre Überlegungen anhand einer Unterrichtsstunde, in der ästhetisches Lernen der Schülerinnen und Schüler angeregt wird!

 

Thema Nr. 3

Interreligiöses Lernen - eine zentrale Aufgabe des Religionsunterrichts!

1. Erläutern Sie die gesellschaftlichen Herausforderungen, von denen aus eine Intensivierung des interreligiösen Lernens auch innerhalb eines konfessionellen Religionsunterrichts als unverzichtbar erscheint!
2. Beschreiben Sie zentrale Zieloptionen, Prinzipien und didaktische Ansätze eines interreligiösen Lernens!
3. Beschreiben Sie eine Unterrichtssequenz (drei Schulstunden) im Religionsunterricht an der Mittelschule, mit der Sie die in den ersten beiden Fragen skizzierten Herausforderungen angehen und die von Ihnen formulierten didaktischen Leitlinien umsetzen können!