Katholische Religionslehre (Unterrichtsfach): Fachdidaktik - Grundschulen

Prüfungstermin: Herbst 2018

Thema Nr. 1

Man kann die Symboldidaktik als spezifische Ausfaltung der Korrelationsdidaktik auffassen.

1. Zeigen Sie auf, inwiefern zwischen beiden didaktischen Prinzipien enge sachliche Verflechtungen bestehen!
2. Diskutieren Sie drei symboldidaktische Entwürfe in der Religionsdidaktik im Blick auf Vorzüge und Schwächen! Für welche symboldidaktische Konzeption plädieren Sie? Begründen Sie Ihre Entscheidung!
3. Entwerfen Sie, angelehnt an den LehrplanPLUS der Grundschule, für den katholischen Religionsunterricht eine Unterrichtssequenz zum Symbollernen im Umfang von drei Schulstunden, in
der Sie demonstrieren, wie der von Ihnen gewählte symboldidaktische Ansatz Korrelationen zwischen der Erfahrungswelt der Grundschulkinder und dem christlichen Glauben herzustellen vermag!

Thema Nr. 2

„Eine wachsende Zahl der Schülerinnen und Schüler, die am Religionsunterricht teilnehmen, macht
kaum noch Erfahrungen mit gelebtem Glauben ( ... ). Auch das Kirchengebäude oder die sonntägliche
Liturgie sind den meisten fremd." (Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen 2005, 13)

1. Beschreiben Sie die Lebenswelten der Kinder heute und die sich damit ergebenden Herausforderungen für den konfessionellen Religionsunterricht!
2. Erklären Sie die Prinzipien und Ziele des performativen Lernens! Skizzieren Sie zudem Chancen und Grenzen dieser religionsdidaktischen Zugangsweise.
3. Konkretisieren Sie Ihre Überlegungen zum performativen Lernen, indem Sie eine Sequenz von 3-4 Stunden zu einem Thema des Religionsunterrichts an der bayerischen Grundschule entwerfen!
Stellen Sie darin eine Exkursion zu einer Kirche mit konkreten Methoden der Kirchenraumpädagogik
vor!


Thema Nr. 3

Biblische Texte sind - dem Religionspädagogen Joachim Theis zufolge - nicht lediglich „die Verpackung für theologische Inhalte". Texte der Bibel sind vielmehr mehrdeutig und offen für unterschiedliche Interpretationen!

1. Entfalten Sie Argumente, die grundsätzlich dafür sprechen, dass die Bibel auch heute als „Bildungsbuch" wertgeschätzt werden kann, das im schulischen Religionsunterricht zu erkunden
lohnt!
2. Beschreiben Sie vier interpretative Zugänge zur Bibel (z.B. linguistisch, historisch-kritisch, wirkungsgeschichtlich, .. . ) und umreißen Sie jeweils knapp deren Chancen und Grenzen für den
Religionsunterricht in der Grundschule!
3. Skizzieren Sie für den katholischen Religionsunterricht der Grundschule eine lehrplankonforme Unterrichtsstunde zu einem selbst gewählten Bibeltext, die Kinder dazu anregt, der Vieldeutigkeit
desselben auf die Spur zu kommen!

 

Prüfungstermin: Frühjahr 2018

Thema Nr. 1

Vielfach werden biblische Texte im Religionsunterricht moralisierend auf die Frage verengt, „wie die biblische Überlieferung dem Handeln und Verhalten von Menschen Richtung und Halt gibt". (LehrplanPLUS Grundschule KR 3/4 Lernbereich 5)

1. Entfalten Sie Argumente, die grundsätzlich dafür sprechen, dass eine schulische Auseinandersetzung mit der Bibel der Bildung heutiger Kinder förderlich ist!
2. Zeigen Sie begründet auf, inwiefern eine Moralisierung biblischer Texte problematisch ist!
3. Stellen Sie eine bibeldidaktische Konzeption in ihren Vorannahmen, Zielen und Konsequenzen vor, die solche Moralisierung vermeidet, und konkretisieren Sie besagte Konzeption am Beispiel einer Unterrichtsdoppelstunde zu einer Erzählung aus dem Neuen Testament!

Thema Nr. 2

Grundschule heute bedeutet: Kinder unterschiedlicher konfessioneller und religiöser Herkunft lernen und leben in einer Klasse zusammen.

1. Entwerfen Sie ein Bild von den Lebenswelten heutiger Kinder unter besonderer Berücksichtigung der konfessionellen bzw. religiösen Situation!
2. Klären Sie die zentralen Begriffe ,Religion' und ,Konfession' und entfalten Sie Grundaspekte interkonfessionellen und interreligiösen Lernens in der Grundschule! Stellen Sie dar, inwiefern sich diese beiden Lerntypen unterscheiden!
3. Zeigen Sie an einem Thema Ihrer Wahl aus dem aktuell gültigen Grundschullehrplan in Bayern im Umfang einer Doppelstunde, wie interkonfessionelles oder interreligiöses Lernen in der Grundschule realisiert werden kann!

Thema Nr. 3

„Im katholischen Religionsunterricht können Schülerinnen und Schüler ihren Fragen nach dem Woher, Wozu und Wohin ihres Lebens und insbesondere der Frage nach Gott Raum geben." (LehrplanPLUS Grundschule, Fachprofil)

1. Beschreiben Sie die Aufgaben und Ziele, die der katholische Religionsunterricht in der Grundschule verfolgt!
2. Stellen Sie das Prinzip des ästhetischen Lernens im Religionsunterricht dar und skizzieren Sie, wie die Aufgaben des Religionsunterrichts durch ästhetisches Lernen erreicht werden können!
3. Veranschaulichen Sie Ihre Überlegungen in einer Unterrichtsstunde, in der ästhetisches Lernen der Schülerinnen und Schüler angeregt wird!

 

Prüfungstermin: Herbst 2017

Thema Nr.1

Die Schülerinnen und Schüler „beschreiben an ausgewählten Lebensbildern, wie die biblische Überlieferung dem Handeln und Verhalten von Menschen Richtung und Halt gibt" (LehrplanPlus für Katholische Religionslehre an den bayerischen Grundschulen, 2014, S. 38).

1. Legen Sie dar, warum und wie die Lebensbilder von Vorbildern und Leitfiguren eine besondere Chance für den Religionsunterricht darstellen!
2. Diskutieren Sie die Chancen des durch Vorbilder und Leitfiguren möglichen biographischen Lernens in der Grundschule! Berücksichtigen Sie dabei soziologische Erkenntnisse der aktuellen
Kindheitsforschung sowie entwicklungspsychologische Aspekte!
3. Konkretisieren Sie Ihre Ausführungen anhand eines Beispiels aus dem Bereich von Vorbildern oder Leitfiguren Ihrer Wahl! Zeigen Sie exemplarisch auf, warum, mit welchen Zielen und mit
welchen methodischen Bausteinen der Blick auf das ausgewählte Lebensbild im Religionsunterricht möglich und sinnvoll werden kann!

Thema Nr.2

Nicht selten wird der Religionsunterricht als das ,,Wertefach" angesehen.

1. Erläutern Sie, wie sich moralische Vorstellungen von Kindern entwickeln und welche lebensweltlichen Kontexte dabei besonders prägend sind!
2. Stellen Sie dar, welche Aufgaben der Grundschul-Religionsunterricht im Sinne eines Beitrags zur ethischen Bildung der Kinder zu leisten hat, und überprüfen Sie ausgehend von diesen
Aufgaben drei Konzepte/Modelle ethischer Bildung auf ihre religionsdidaktische Eignung hin!
3. Entfalten Sie zwei Unterrichtsbausteine, aus denen hervorgeht, wie eine altersgemäße Auseinandersetzung mit ethischen Fragestellungen im Grundschul-Religionsunterricht initiiert
werden kann!

Thema Nr. 3

"Durch die Kompetenzorientierung trägt der Religionsunterricht wesentlich zu den allgemeinen
Bildungs- und Erziehungszielen der Schule bei." (Vorwort zum LehrplanPlus für Katholische
Religionslehre an den bayerischen Grundschulen)

1. Schildern Sie die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen, die zur Kompetenzorientierung des schulischen Unterrichts geführt haben, und zeigen Sie anhand der Definition von „Kompetenz" charakteristische Merkmale eines kompetenzorientierten Unterrichts auf!
2. Angesichts der weitreichenden Veränderungen in der religiösen Sozialisation sollen Schülerinnen und Schüler im Religionsunterricht mit Formen gelebten Glaubens vertraut gemacht werden. Das
Konzept des performativen Lernens versucht dies umzusetzen, wird aber kontrovers diskutiert. Erläutern Sie sowohl das Konzept als auch die Einwände dagegen!
3. Entwickeln Sie auf der Grundlage der in 1 und 2 dargebotenen Erkenntnisse am Beispiel der Inhalte „Grundgebete" und „Gebetshaltungen" ein Plädoyer für oder gegen performatives Lernen
im kompetenzorientierten Unterricht!

Prüfungstermin: Frühjahr 2017

Thema Nr. 1

Religiöse Bildungsprozesse finden an verschiedenen Lernorten statt.

1. Stellen Sie in Bezug auf Ergebnisse empirischer Studien und in Bezug auf religionssoziologische Theorien dar, wie es gegenwärtig um die religiöse Sozialisation von Grundschulkindern bestellt ist!
2. Vergleichen Sie den Religionsunterricht mit den beiden religiösen Lernorten „Familie" und „Katechese": Charakterisieren Sie in diesem Zusammenhang Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten hinsichtlich der jeweiligen Intentionen, Ausgangslagen und Möglichkeiten, wenn es darum geht, Kindern religiöse Bildung zu ermöglichen!
3. Zeigen Sie an zwei Unterrichtsbausteinen, in welcher Hinsicht Grundschulreligionsunterricht mit einem der beiden in Teilaufgabe 2 charakterisierten religiösen Lernorte zusammenarbeiten kann!

 

Thema Nr. 2

„Der Religionsunterricht macht mit Formen gelebten Glaubens vertraut und ermöglicht Erfahrungen
mit Glaube und Kirche" (Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen 2005)

1. Erläutern Sie, inwiefern die oben genannte Forderung eine zentrale Aufgabe des Religionsunterrichts darstellt! Berücksichtigen Sie dabei auch die Umstände, unter denen Kinder heute aufwachsen!
2. Legen Sie dar, was unter performativem Lernen verstanden wird! Erläutern Sie dabei auch Chancen sowie mögliche Schwierigkeiten!
3. Zeigen Sie anhand von zwei Unterrichtsbeispielen auf, wie in der Grundschule performativ gelernt und gearbeitet werden kann!

 

Thema Nr. 3

Fragt man Studierende nach Inhalten aus dem Alten Testament, welche sie noch aus der Grundschule kennen, wird oft die Josefserzählung genannt.

1. Erläutern Sie theoretische Grundlagen biblischen Lernens!
2. Stellen Sie auf dieser Grundlage Zielsetzungen dar, die mit dem Einsatz der Josefserzählung im Religionsunterricht der Grundschule verbunden werden können!
3. Verdeutlichen Sie diese Zielsetzungen anhand von zwei Unterrichtsbausteinen!