Katholische Religionslehre (Unterrichtsfach): Fachdidaktik - Realschulen

Prüfungstermin: Frühjahr 2019

Thema Nr. 1

Im Religionsunterricht ist der „Zusammenhang des christlichen Glaubens mit grundlegenden menschlichen Fragen zu bedenken: ,Der Glaube soll im Kontext des Lebens vollziehbar, und das Leben soll im Licht des Glaubens verstehbar werden.' [Der Religionsunterricht in der Schule, 1974] Das ist ohne Einbeziehung der Lebenssituation der Schülerinnen und Schüler, ihrer Fragen und Erfahrungen in den Religionsunterricht nicht möglich." (Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen, 2005)
1. Beschreiben Sie anthropologische und soziokulturelle Voraussetzungen, die heutiger Religionsunterricht an der Realschule hinsichtlich der Schülerinnen und Schüler beachten muss!
2. Stellen Sie das Konzept des korrelativen Religionsunterrichts in seinen theologischen Voraussetzungen und seinen religionsdidaktischen Grundzügen dar!
3. Entwerfen Sie für den katholischen Religionsunterricht an der Realschule eine lehrplankonforme Unterrichtsstunde, die korrelativ die Glaubens- und Lebenswelt im Blick hat!

Thema Nr. 2

Im November 2017 stellte das Meinungsforschungsinstitut Kantar Emnid einer bayernweit repräsentativen Gruppe von Erwachsenen die Frage: ,,Wie finden Sie es, dass der Religionsunterricht an öffentlichen Schulen ein ordentliches Unterrichtsfach wie andere ist?" Dabei ergaben sich folgende Prozentwerte:
finde ich richtig 65%
finde ich nicht richtig 25%
weiß nicht, keine Angabe 10 %
1. Erläutern Sie die rechtlichen Gegebenheiten des schulischen Religionsunterrichts in der Bundesrepublik Deutschland und kommentieren Sie dabei den Wortlaut des einschlägigen Artikels im Grundgesetz!
2. Diskutieren Sie zentrale Argumente, die für einen „Religionsunterricht an öffentlichen Schulen" sprechen, und veranschaulichen Sie diese jeweils mit Blick auf das biblische Lernen!
3. Zeigen Sie an einer konkreten Unterrichtsstunde in der Realschule auf, wie der katholische Religionsunterricht eines dieser Argumente mit Blick auf ein biblisches Thema einlösen kann!

Thema Nr. 3

,, ,Umsorge mich mit deiner Liebe' - beten und meditieren" (Lernbereich 5.2, Lehrplan.PLUS für Katholische Religionslehre an den bayerischen Realschulen)
1. Legen Sie dar, warum es gerade in der heutigen Zeit wichtig ist, Heranwachsende im Rahmen des katholischen Religionsunterrichts Phasen der Stille nachspüren und Zugänge zu vielfältigen Formen der Meditation und des Gebets entdecken zu lassen!
2. Zeigen Sie auf, dass Stille, Gebet und Meditation zu den Grundvollzügen eines lebendigen christlichen Glaubens gehören! Gehen Sie dabei auf Chancen, aber auch auf Schwierigkeiten im schulischen Bereich ein!
3. Konkretisieren Sie Ihre Überlegungen anhand von verschiedenen Unterrichtsbausteinen zum oben genannten Lernbereich ,,, Umsorge mich mit deiner Liebe' - beten und meditieren" und zeigen Sie auf, inwiefern es sinnvoll ist, dass Schülerinnen und Schüler in einem zeitgemäßen Religionsunterricht  Erfahrungen mit Stille, Meditation und Gebet machen!

 

Prüfungstermin: Herbst 2018

Thema Nr. 1

Biblische Texte entstammen einer weit entfernten Zeit und Kultur. Ihre „Fremdheit ist [...] kein Hindernis für das Verstehen, sondern sein notwendiger Ausgangspunkt." (Barbara Stollberg-Rilinger)

1. Entfalten Sie grundsätzliche Argumente, die dafür sprechen, dass eine schulische Auseinandersetzung mit der Bibel der Bildung heutiger Schülerinnen und Schüler förderlich ist!
2. Nehmen Sie begründet zu der These Stellung, dass die Fremdheit biblischer Texte „notwendiger Ausgangspunkt" für deren Verstehen sei, und zeigen Sie an zwei bibeldidaktischen Konzepten
auf, wie diese Fremdheit unterrichtlich zur Geltung gebracht werden kann!
3. Entwerfen Sie eine lehrplankonforme Unterrichtsstunde, die im katholischen Religionsunterricht an der bayerischen Realschule ein Jesusgleichnis in seiner Fremdheit zugänglich werden lässt!

Thema Nr. 2

Auch nichtchristliche Religionen sind Thema des Religionsunterrichts.

1. Belegen Sie, warum für heutige Schülerinnen und Schüler die Beschäftigung mit nichtchristlichen Religionen bedeutsam ist, und formulieren Sie damit verknüpfte Intentionen (inter-) religiösen Lernens im Religionsunterricht!
2. Diskutieren Sie den Beitrag des interreligiösen Lernens zum Umgang mit dem Anderen bzw. dem "Fremden" (Stichwort: Differenzhermeneutik)! Wo ergeben sich hier in Bezug auf nichtchristliche Religionen Chancen und wo Grenzen?
3. Skizzieren Sie für den katholischen Religionsunterricht an der bayerischen Realschule eine fünfstündige Unterrichtssequenz zum Thema „Christliche und nichtchristliche Sakralräume als Zugänge zu unterschiedlicher religiöser Weltdeutung" und begründen Sie die methodische Gestaltung der Unterrichtssequenz!

Thema Nr. 3

Religionslehrkraft zu sein stellt eine besondere Herausforderung dar.

1. Beschreiben Sie, indem Sie Bezug auf wichtige Dokumente zum Religionsunterricht (insbesondere: Synodenbeschluss zum Religionsunterricht von 1974; Bischofswort „Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen" von 2005) nehmen, welche Rollenerwartungen an Religionslehrerinnen und -lehrer kirchlicherseits herangetragen werden!
2. Religionslehrerinnen und -lehrer brauchen neben aller pädagogischen und didaktischen Professionalität zugleich einen existenziellen Bezug zur „Sache" des Religionsunterrichts (vgl. oben genannten Synodenbeschluss, 2.8.1). Stellen Sie dar, über welche Kompetenzen Religionslehrerinnen und -lehrer in der Realschule verfügen sollten! Gehen Sie dabei ausschließlich auf  religionspädagogische Erfordernisse ein und diskutieren Sie den Stellenwert der Spiritualität!
3. Zeigen Sie anhand einer Doppelstunde zu einem geeigneten Thema des gültigen Lehrplans für Katholische Religionslehre an Realschulen in Bayern auf, inwiefern beim Unterrichten die religionsdidaktische und die spirituelle Kompetenz der Lehrperson gefordert sind!

Prüfungstermin: Frühjahr 2018

Thema Nr. 1

Religionsunterricht will die Schülerinnen und Schüler unter anderem befähigen, reflektiert und positioniert mit der Frage nach Gott umgehen zu können.

1. Veranschaulichen Sie anhand der Ergebnisse ausgewählter empirischer Studien und im Rekurs auf die „Stufen der Entwicklung religiöser Urteilskraft" (Oser/Gmünder) charakteristische Merkmale der Gottesvorstellungen von Realschülerinnen und -schülern!
2. Stellen Sie anhand der verschiedenen Dimensionen von Jugendtheologie als „ Theologie von / für / mit Jugendlichen" dar, was es jeweils bedeuten kann, die Gottesfrage im Religionsunterricht der Realschule wachzuhalten! Bewerten Sie die einzelnen Jugendtheologie-Dimensionen hinsichtlich
ihrer unterrichtlichen Chancen und Grenzen!
3. Konzipieren Sie zu einem selbst gewählten Aspekt des Themenkomplexes „Gottesfrage" eine
dreistündige Unterrichtssequenz, die Realschülerinnen und -schüler mittels verschiedener jugendtheologischer Dimensionen zu einer reflektierten Positionierung herausfordert!

Thema Nr. 2

Ästhetik als Wahrnehmungslehre, Kunstbildung und Weltverhalten

1. Begründen Sie, wieso gerade heute ein ästhetischer Ansatz in der Religionspädagogik als bedeutsamer erscheint als in früheren Zeiten!
2. Skizzieren Sie Ziele und Wege eines ästhetischen Religionsunterrichts!
3. Konkretisieren Sie Ihre Überlegungen im Umgang mit einem Kunstgegenstand im Religionsunterricht!

Thema Nr. 3

Das Bischofswort „Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen" (2005) ist ein wichtiges Dokument für den Religionsunterricht.

1. Geben Sie wichtige Befunde aus der Situationsanalyse im Bischofswort von 2005 wieder und ergänzen Sie diese durch weitere Erkenntnisse insbesondere zur religiösen Lage junger Menschen, so dass prägende Rahmenbedingungen freigelegt werden, unter denen Religionsunterricht
in der Realschule heute stattfindet!
2. Erläutern Sie ausführlich das Aufgabenspektrum für den Religionsunterricht, wie es das Bischofswort entfaltet! Welche Chancen und welche Probleme ergeben sich, wenn die im Dokument von 2005 genannten Aufgaben im Religionsunterricht der Realschule umgesetzt werden?
3. Konkretisieren Sie an einem Thema Ihrer Wahl aus dem aktuell gültigen Lehrplan in Bayern im Umfang von einer Doppelstunde die Arbeit an einer der im Bischofswort genannten zentralen Aufgaben für den Religionsunterricht!

 

Prüfungstermin: Herbst 2017

Thema Nr. 1

„Ethik ist ( ... ) die Theorie der menschlichen Lebensführung oder die kritische Reflexion unserer Vorstellungen vom guten Leben und richtigen Handeln." (Eberhard Schockenhoff: Grundlegung der Ethik. Ein theologischer Entwurf, Freiburg 2007, S. 17)

1. Skizzieren Sie die Ergebnisse empirischer Studien, die einen Einblick in ethisches Urteilen und Verhalten heutiger Jugendlicher geben! Arbeiten Sie - diese Ergebnisse bedenkend- Gründe für ethisches Lernen im Religionsunterricht heraus!
2. Stellen Sie das Proprium ethischen Lernens im Religionsunterricht dar! Beschreiben Sie dazu passend ein Modell ethischen Lernens!
3. Entwerfen Sie eine exemplarische Unterrichtsstunde zum Themenbereich ethisches Lernen, die dem oben genannten Modell zugeordnet werden kann!

Thema Nr. 2

Im Horizont der Gedenkfeiern zu „500 Jahre Reformation" stellen sich auch Fragen zur Bedeutung von Konfession und Ökumene im Religionsunterricht - sowohl in unterrichtsorganisatorischer als auch in inhaltlich-thematischer Hinsicht.

1. Begründen Sie, warum Religionsunterricht an öffentlichen Schulen in Deutschland konfessionell erteilt wird (unter anderem im Rückgriff auf die Gesetzeslage und einschlägige kirchliche Dokumente), und zeigen Sie an drei Kontexten auf, inwiefern sich diese konfessionelle
Differenzierung in unterrichtsbezogener Hinsicht auswirkt!
2. Erläutern und bewerten Sie zwei alternative Modelle zu einem konfessionellen Religionsunterricht!
3. Entfalten Sie anhand einer dreistündigen Unterrichtssequenz zur Thematik „ ... dass alle eins seien! Konfession und Ökumene 500 Jahre nach der Reformation" (vgl. Lehrplan fiir die sechsstufige Realschule in Bayern; KR 8.5) Möglichkeiten der Zusammenarbeit von evangelischem und katholischem Religionsuntenicht!

Thema Nr. 3

In der religionsdidaktischen Diskussion spielt der Begriff „performativer Religionsunterricht'' eine wichtige Rolle.

a) Klären Sie den Begriff und erläutern Sie Konzepte performativen Lernens! Gehen Sie dabei besonders auf die gesellschaftlichen und kirchlichen Rahmenbedingungen ein, die zu Ansätzen performativen Religionsuntetrichts geführt haben!
b) Diskutieren Sie Stärken und Schwächen eines performativen Religionsunterrichts! Wie positionieren Sie sich? Begründen Sie Ihre Entscheidung!
c) Zeigen Sie an zwei Unterrichtsbausteinen auf, inwiefern ein performativer Religionsunterricht religiöses Lernen in Realschulen in Bayern bereichern kann!

 

Prüfungstermin: Frühjahr 2017

Thema Nr. 1

Elementarisierung im Religionsunterricht

1. Schildern Sie das Modell der Elementarisierung in seinen Anliegen, Zielen und Dimensionen!
2. Bereiten Sie die biblische Erzählung Gen 4,1-16 nach dem Modell der Elementarisierung für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 auf! (Sparen Sie dabei die Dimension des elementaren Lernweges noch aus!)
3. Zeigen Sie abschließend in Rückbezug auf Teilaufgabe 2 einen elementaren Lernweg für Gen 4,1-16 in einer Jahrgangsstufe 8 auf!

 

Thema Nr. 2

„Der Religionsunterricht soll [Schülerinnen und Schüler] zu verantwortlichem Denken und Verhalten
im Hinblick auf Religion und Glaube befähigen." (Würzburger Synodenbeschluss, 2.5.1) Aus dieser
Leitidee ergeben sich konkrete Perspektiven für die Ausrichtung des Religionsunterrichts.

1. Legen Sie die Aufgaben dar, die der Religionsunterricht im Sinne des Bischofsworts „Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen" zu verfolgen hat! Stellen Sie Potenziale und Grenzen dieser Aufgaben heraus!
2. Beschreiben Sie in Bezug auf zwei religionspädagogische Modelle, was unter „religiöser Kompetenz" verstanden werden kann, und bewerten Sie diese Modelle in ihrer unterrichtspraktischen Relevanz!
3. Erläutern Sie am Beispiel der Erschließung eines Bildes oder Kunstwerks, auf welche Weise dadurch im Religionsunterricht religiöse Kompetenz angebahnt werden kann!

 

Thema Nr. 3

„Nach und nach breitet sich die ( ... ) Erkenntnis aus, dass die als Wirklichkeit ausgegebene Welt des Großen und des Kleinen eine aus sinnlicher Wahrnehmung und geistiger Deutung konstruierte Vorstellung von Wirklichkeit ist - eingespannt in geschichtlich-soziale Kontexte." (Gottfried Bitter, in
NHRPG,236)


1. Beschreiben Sie die Aufgaben und Ziele, die der katholische Religionsunterricht verfolgt!
2. Stellen Sie das Modell des ästhetischen Lernens im Religionsunterricht dar und skizzieren Sie, wie die Aufgaben des Religionsunterrichts durch ästhetisches Lernen erreicht werden können!
3. Konkretisieren Sie Ihre Überlegungen anhand einer Unterrichtsstunde, in der ästhetisches Lernen der Schülerinnen und Schüler angeregt wird!