Katholische Religionslehre (vertieft studiert): Fachdidaktik

Prüfungstermin: Frühjahr 2019

Thema Nr. 1

Interreligiöse Kompetenz ist heute unabdingbar.
1. Legen Sie veränderte gesellschaftliche und kirchliche Voraussetzungen dar, von denen her die Notwendigkeit interreligiösen Lernens im schulischen Religionsunterricht einsichtig gemacht werden kann!
2. Interreligiöses Lernen gründet sich auf entsprechende Lernprinzipien und ein angemessenes Methodenrepertoire. Erläutern Sie solche Prinzipien interreligiösen Lernens und bringen Sie diese mit geeigneten Methoden in Verbindung!
3. Entwerfen Sie eine Unterrichtssequenz (Umfang: 3 Unterrichtsstunden), bezogen auf den gültigen Lehrplan für den katholischen Religionsunterricht an Gymnasien in Bayern, die geeignet ist, die interreligiöse Kompetenz der Schülerinnen und Schüler zu fördern! Stellen Sie dabei ausdrücklich Beziehungen zu Teilaufgabe 2. her, indem Sie deutlich machen, welche Lernprinzipien Sie verfolgen und welche Methoden Sie hierfür heranziehen!

Thema Nr. 2

Wie jedes andere Unterrichtsfach zeichnet sich auch der Religionsunterricht durch Ziele bzw. Kompetenzen aus.
1. Legen Sie dar, welche Ziele der Religionsunterricht gemäß dem Synodenbeschluss von 1974 zum Religionsunterricht und dem Bischofswort „Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen" (2005) zu verfolgen hat! Entfalten Sie diese Ziele inhaltlich näher und diskutieren Sie, inwieweit sie im heutigen Religionsunterricht erreichbar sind!
2. In der heutigen Diskussion ist an die Stelle des Zielbegriffs der Kompetenzbegriff getreten. Stellen Sie detailliert dar, über welche Facetten ein angemessener Begriff von religiöser Kompetenz verfügen sollte! Geben Sie dabei Rechenschaft über die Bedeutung des Begriffs religiös!
3. Wählen Sie eine religiöse Kompetenz aus und zeigen Sie anhand einer Doppelstunde, die sich am gültigen Lehrplan für den katholischen Religionsunterricht an Gymnasien in Bayern orientiert, auf, wie die von Ihnen gewählte Kompetenz besonders gefördert werden kann!

Thema Nr. 3

Religionsunterricht muss heute „mehr sein als Reden über Religion".
1. Erläutern Sie diese These mit Rückgriff auf die gesellschaftliche Entwicklung sowie auf entsprechende kirchliche Aussagen zum Religionsunterricht und begründen Sie den Mehrwert von performativen Unterrichtselementen im Religionsunterricht des Gymnasiums!
2. Skizzieren Sie Grenzen, die berücksichtigt werden müssen, damit ein performativer Religionsunterricht die Rahmenbedingungen eines schulischen Unterrichtsfaches nicht überschreitet!
3. Konkretisieren Sie Ihre Ausführungen an einer dreistündigen Unterrichtssequenz zu einem frei gewählten Themenfeld des katholischen Religionsunterrichts an bayerischen Gymnasien!

 

Prüfungstermin: Herbst 2018

Thema Nr. 1

„Kinder können auf ihre Weise gut mit Symbolen und Ritualen umgehen, auch wenn sie diese kognitiv noch nicht in ihre Polyperspektivität auflösen." (Georg Langenhorst)

1. Zeigen Sie im Rekurs auf einschlägige Theorien auf, wie sich der Begriff „Symbol" angemessen bestimmten lässt, und überprüfen Sie die Stimmigkeit von Georg Langenhorsts These im Lichte zweier entwicklungspsychologischer Modelle (z.B. Jean Piaget und James W. Fowler)!
2. Beschreiben Sie zwei grundlegende symboldidaktische Konzeptionen in ihren Vorannahmen, Zielen und unterrichtspraktischen Konsequenzen und erörtern Sie Chancen wie Grenzen dieser Ansätze!
3. Umreißen Sie für den katholischen Religionsunterricht eine Unterrichtsstunde, die Kindern der 5. Jahrgangsstufe eines bayerischen Gymnasiums ein elementares religiöses Symbol zugänglich werden lässt und dabei Georg Langenhorsts Annahme beherzigt!

Thema Nr. 2

Geschichte - überflüssig oder unabdingbar im Religionsunterricht?

1. Begründen Sie gegenüber durchaus ernsthaft gemeinten Vorschlägen, man könne in der Schule auf geschichtliche Themen verzichten, die Notwendigkeit und Ziele der Auseinandersetzung mit kirchengeschichtlichen Fragestellungen im Religionsunterricht!
2. Erläutern Sie zentrale Prinzipien einer aktuellen Didaktik der Kirchengeschichte!
3. Veranschaulichen Sie die genannten Zieloptionen und Prinzipien an einer konkreten Unterrichtsstunde des katholischen Religionsunterrichts an einem bayerischen Gymnasium!

Thema Nr. 3

Der Religionsunterricht soll Schülerinnen und Schüler befähigen, sich zu Fragen des Glaubens begründet positionieren zu können.

1. Zeigen Sie im Rekurs auf Ergebnisse empirischer Studien, wie es um den Glauben heutiger Jugendlicher bestellt ist, und diskutieren Sie, inwiefern James W. Fowlers Stufen der Glaubensentwicklung helfen, diese Ergebnisse zu deuten!
2. Klären Sie, inwiefern im Religionsunterricht Glaube gelehrt bzw. gelernt werden kann, und entfalten Sie vor diesem Hintergrund Potenziale der verschiedenen Varianten einer Theologie von/für/mit Kindern bzw. Jugendlichen!
3. Konkretisieren Sie zum Themenbereich „Atheismus" eine am gültigen Lehrplan orientierte Unterrichtsdoppelstunde, in der Schülerinnen und Schüler im katholischen Religionsunterricht an bayerischen Gymnasien herausgefordert werden, ihre eigene, glaubensbezogene Position zu klären!

 

Prüfungstermin: Frühjahr 2018

Thema Nr. 1

„Korrelation bleibt das grundlegende Prinzip religiösen Lernens, insbesondere für den Religionsunterricht - bis auf Widerruf." (Georg Langenhorst)

1. Erläutern Sie im Rekurs auf einschlägige Autoren und Dokumente, was „Korrelation" einerseits in theologischer und andererseits in didaktischer Hinsicht bedeutet!
2. Nehmen Sie begründet zu obiger These von Georg Langenhorst Stellung! Berücksichtigen Sie dabei auch Einwände, die gegen eine korrelative Religionsdidaktik vorgebracht werden!
3. Zeigen Sie an einer Doppelstunde zum Lehrplanthema „Die Welt ist unvollendet: Konflikte, Schuld und Versöhnung" (Jahrgangsstufe 8, Lehrplan für das Gymnasium in Bayern) begründet auf, wie sich menschliche Erfahrungen im katholischen Religionsunterricht korrelativ ergründen
lassen!

Thema Nr. 2

Die Auseinandersetzung mit Wertefragen stellt einen zentralen Kontext des katholischen Religionsunterrichts dar.

1. Zeigen Sie im Rekurs auf Ergebnisse empirischer Studien, welche Wertvorstellungen bzw. -haltungen für heutige Jugendliche charakteristisch sind, und skizzieren Sie den spezifischen Beitrag des Religionsunterrichts zur Wertebildung!
2. Erläutern Sie drei verschiedene Modelle, wie Werte und Normen im Religionsunterricht thematisiert
werden können, und beurteilen Sie diese!
3. Konkretisieren Sie den spezifischen Beitrag des katholischen Religionsunterrichts zur Wertebildung der Lernenden anhand einer lehrplankonformen Unterrichtsdoppelstunde an einem bayerischen Gymnasium zu einem Thema und einer Jahrgangsstufe Ihrer Wahl! Berücksichtigen Sie dabei Ihre Darlegungen zu den Teilaufgaben 1. und 2. !

Thema Nr. 3

Die Religionspädagogin Mirjam Schambeck umschreibt als zentrales Ziel biblischen Unterrichts, die Schülerinnen und Schüler in der Begegnung mit biblischen Texten „zu befähigen, Sinn zu konstruieren und dessen intersubjektive Gültigkeit im Dialog mit anderen Verstehern und auch mit dem Text selbst abzugleichen."

1. Diskutieren Sie Argumente, die für und wider die dargelegte Zielsetzung biblischen Unterrichts sprechen!
2. Beschreiben Sie vier interpretative Zugänge zur Bibel (z. B. struktural, historisch-kritisch, wirkungsgeschichtlich, ... ) und zeigen Sie jeweils begründet auf, in welcher Hinsicht diese das Sinnpotenzial biblischer Texte zu ergründen helfen!
3. Entwerfen und erläutern Sie eine lehrplankonforme Unterrichtseinheit zu einem selbst gewählten Bibeltext, die Schülerinnen und Schüler im katholischen Religionsunterricht am Gymnasium dazu anregt, eigene Deutungen zu entwickeln und im Dialog mit den Mitschülerinnen und -schülern auf die Probe zu stellen!

 

Prüfungstermin: Herbst 2017

Thema Nr.1

Im September 2016 stellte das Meinungsforschungsinstitut YouGov einer deutschlandweiten Personengruppe, für die Repräsentativität beansprucht wurde, die Frage: „ Würden Sie einen gemeinsamen Werteunterricht anstatt eines Religionsunterrichts für alle Schülerinnen und Schüler befürworten oder ablehnen?" Mit Blick auf einen gemeinsamen Werteunterricht ergaben sich folgende Prozentwerte:

37%47%29%34%12%5%11%5%11%9%
WestOstWestOstWestOstWestOstWestOst
voll und ganz befürworten

eher befürworten

eher ablehnenganz und gar ablehnen

weiß nicht

Quelle: yougov.de (11. 01.2017)

  1. Erläutern Sie die rechtlichen Gegebenheiten des schulischen Religionsunterrichts in der Bundesrepublik Deutschland! Berücksichtigen Sie dabei unter anderem den Wortlaut von Art. 7 Abs. 3 des Grundgesetzes!
  2. Diskutieren Sie zentrale Argumente, die für den Religionsunterricht in der öffentlichen Schule sprechen, und veranschaulichen Sie diese jeweils mit Blick auf das ethische Lernen!
  3. Zeigen Sie an einer konkreten lehrplankonformen Unterrichtsstunde auf, wie der katholische Religionsunterricht am bayerischen Gymnasium eines dieser Argumente mit Blick auf ein ethisches Thema einlösen kann!

Thema Nr. 2

Mit wachsendem Alter nimmt die Bedeutung der Bibel für Schülerinnen und Schüler ab. Diese Entwicklung macht sich vor allem in den weiterführenden Schulen, wie z.B. dem Gymnasium, bemerkbar.

  1. Entwerfen Sie ein religionssoziologisch fundiertes Bild der religiösen Situation heutiger junger Menschen und zeigen Sie darauf aufbauend auf, mit welchen Schwierigkeiten Religionslehrerinnen und -lehrer zu rechnen haben, wenn sie mit biblischen Texten arbeiten möchten! Inwiefern bietet diese Situation auch Chancen?
  2. Stellen Sie zwei bibeldidaktische Konzepte genauer vor, die sich für biblisches Lernen im gymnasialen Religionsunterricht besonders eignen! Machen Sie deutlich, inwiefern diese Konzepte mit den in Teilaufgabe 1 aufgeführten Schwierigkeiten produktiv umgehen!
  3. Entwerfen Sie zu den in Teilaufgabe 2 gewählten bibeldidaktischen Konzepten je einen lehrplankonformen Unterrichtsbaustein für den katholischen Religionsunterricht an Gymnasien in Bayern und erläutern Sie, inwiefern hier Grundgedanken dieser Konzepte realisiert werden!

Thema Nr. 3

Spätestens seit der großen Hattie-Studie weist man auch den Religionslehrkräften im religiösen Bildungsprozesseine zentrale Stellung zu.

  1. Beschreiben Sie Kompetenzen, über welche die Religionslehrkraft notwendig verfügen muss!
  2. Begründen Sie auf dem Hintergrund entwicklungspsychologischet Theorien die Forderung, Schülerinnen und Schüler als aktive Subjekte ihrer religiösen Entwicklung ernst zu nehmen, und setzen Sie die in Teilaufgabe 1 dargestellten Kompetenzen dazu in Bezug!
  3. Entwerfen Sie zu einem Themenbereich Ihrer Wahl eine lehrplankonforme Unterrichtsstunde für den katholischen Religionsunterricht am Gymnasium, in der Ihre Ausführungen zu den Teilaufgaben 1 und 2 zum Tragen kommen!
    Erläutern Sie die Gestaltung der entworfenen Unterrichtsstunde entsprechend!

Prüfungstermin: Frühjahr 2017

Thema Nr. 1

Geschichte gibt zu denken: 2017 feiern evangelische Christinnen und Christen in Deutschland das Reformationsjubiläum. 500 Jahre nach Luthers so genanntem „Thesenanschlag" beteiligt sich auch die katholische Kirche am Reformationsgedenken, um trotz der Kirchentrennung auf die Einheit im Glauben zu verweisen.

  1. Entfalten Sie drei Argumente, die für die Thematisierung von Kirchengeschichte im Religionsunterricht sprechen!
  2. Stellen Sie kirchengeschichtsdidaktische Anforderungen dar, die ein Lernprozess erfüllen sollte,der einen stimmigen Beitrag zu kirchengeschichtlich-religiösem Lernen leisten will!
  3. Weisen Sie anhand einer dreistündigen Unterrichtssequenz für den katholischen Religionsunterricht in Jahrgangsstufe 8 am Gymnasium zur Thematik "Martin Luther und die Reformation" nach, dass kirchengeschichtliche Inhalte Schülerinnen und Schüler zu biographischem Lernen motivieren können!

Thema Nr. 2

Der Synodenbeschluss von 1974 bestimmt das Ziel des Religionsunterrichts wie folgt: "Religionsunterricht soll zu verantwortlichem Denken und Verhalten im Hinblick auf Religion und Glaube befähigen."

  1. Erläutern Sie die beiden Begriffe „Glaube" und „Religion" hinsichtlich ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede!
  2. Beschreiben Sie die religiöse Situation junger Menschen heute unter Beiziehung religionssoziologischer Daten!
  3. Erörtern Sie die These, dass Religionsunterricht heute keine Glaubensvermittlung sein kann, sondern seine Aufgabe darin besteht, die religiöse Dimension der Wirklichkeit zu erschließen!
  4. Zeigen Sie anhand eines Themas aus dem Lehrplan für das Gymnasium in Bayern, wie die christliche Religion eine spezifische Perspektive auf die Welt zu erschließen vermag! Entwerfen Sie dazu eine Unterrichtsdoppelstunde!

Thema Nr. 3

Der Mensch als Subjekt ist Ausgangs- und Zielpunkt religiösen Lernens.

  1. Erläutern Sie die Bedeutung dieser These mit Rückgriff auf theologische und religionspädagogische Argumentationsstränge!
  2. Diskutieren Sie, welche Bedeutung innerhalb eines subjektorientierten Lernkonstrukts die Inhalte eines konfessionellen Glaubens haben, und skizzieren Sie ein religionsdidaktisches Modell, das sich dafür eignet, das Wechselspiel von Inhalts- und Subjektorientierung konstruktiv zu bewältigen!
  3. Konzipieren Sie - ausgehend von Ihren Überlegungen in Teilaufgaben 1. und 2. sowie orientiert am gültigen Lehrplan für das Gymnasium in Bayern - zu einer dogmatischen Fragestellung eine Unterrichtsstunde im Sinne des subjektorientierten Lernens! Zeigen Sie für die einzelnen Lernschritte auf, wie sie Ihren Überlegungen zum subjektorientierten Lernen entsprechen!