Senacor-Vortrag zu Multikanal Service Layern (inkl. Folien)

Die Thematik „Multikanal-Service Layer“ wurde im Rahmen der Vorlesung „Service-Oriented Architectures“ in Kooperation mit der Senacor Technologies AG (Schwaig b. Nürnberg) von Herrn Timo Weber und Herrn Björn Streicher am 05.07.2012 aufgearbeitet. Während einer informativen Praxisvorlesung im mit 35 Zuhörern gut besuchten F 384 motivierten die beiden Software-Architekten der Senacor AG zunächst die Notwendigkeit des Multikanal-Zugangs zu den Geschäftsservices typischer Banken. Exemplarisch führten die beiden Praxis-Experten durch die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Schalter- und Online-Überweisungen und leiteten so den Bedarf an primären Anwendungs-Services sowie an Querschnitts-Services her. In der Folge legten die beiden Vortragenden ein besonderes Augenmerk auf den „angemessenen Schnitt“ von Services. In der Praxis sei dabei ein Kontinuum von völliger Zersplitterung von Funktionalitäten bis hin zu Service-Monolithen zu beobachten. Beide Extreme führten, so Weber und Streicher, zu hoher Komplexität bei der Implementierung von Service-Clients. Während das erste Extrem zur Nutzung einer Vielzahl einzelner Services im Client führt, führt das zweite Extrem zu einer undurchsichtigen Parametrisierung von Services-Aufrufen. Der angemessene Schritt von Services liegt zwischen diesen beiden Extremen, kann jedoch nicht über einfache Faustregeln abgeleitet werden. Vielmehr ist der Abgleich zwischen Fachfunktionalität und Servicelogik nach dem Prinzip „hohe Kohäsion in Services, lose Kopplung zwischen Services“ entscheidend. Die beiden Senacor-Experten betonten die Notwendigkeit, Fachkenntnissen und Software-Engineering-Kompetenzen beim Service-Schnitt zu vereinen – eine typische Anforderung an Wirtschaftsinformatiker.

Als weiteren wesentlichen Aspekt des Service-Schnitts hoben die Vortragenden Quality-of-Service (QoS)-Anforderungen wie Skalierung hervor. Über den Service-Schnitt hinaus haben diese QoS-Anforderungen erhebliche Auswirkungen auf die Wahl von Implementierungs- und Kommunikationstechnologien sowie auf Deployment-Entscheidungen. Beispielsweise werde derselbe logische Dienst häufig durch mehrfaches Deployment der gleichen Komponente in unterschiedlichen Umgebungen angeboten, um Remote-Aufrufe zu vermeiden. Schließlich diskutierten die Praxis-erprobten Senacor-Mitarbeiter diverse Aspekte des Software-Entwurfs und des Entwicklungsvorgehens.

In der insgesamt 90-minütigen Veranstaltung wurden die Anforderungen an erfolgreiche Informatiker und Wirtschaftsinformatiker deutlich. Von besonderer Bedeutung sind neben fachlichem Verständnis und Projektkompetenzen insbesondere fundierte Kenntnisse im Software-Engineering und in den eingesetzten Technologien. Diese wiederum lassen sich kaum ohne aktive Entwicklungstätigkeit sammeln. Insgesamt verspricht das Tätigkeitsgebiet moderner Informatiker und Wirtschaftsinformatiker damit nicht nur ein besonders herausforderndes, sondern auch besonders abwechslungsreiches und spannendes Berufsleben.

Der Lehrstuhl für Praktische Informatik bedankt sich an dieser Stelle herzlich für das Engagement der Senacor AG im Rahmen der Praxisvorlesung, insbesondere bei den Vortragenden Herrn Timo Weber und Herrn Björn Streicher sowie bei Herrn Dr. Trapp und Herrn Andreas Gärtner für die fachliche und organisatorische Unterstützung.

Die Folien zum Vortrag stehen im VC-Kursmodul DSG-SOA-M der Uni Bamberg zur Verfügung (zum SOA-Kurs) zur Verfügung. Um Zugang zu diesem Kurs zu beantragen, kontaktieren Sie bitte Dr. Andreas Schönberger vom Lehrstuhl für Praktische Informatik.