Bamberger Team wird Zweiter beim IEEE Services Cup 2011

Washington, D.C.: Beim diesjährigen IEEE Services Cup (http://servicescongress.org/2011/servicescup.html) und der IEEE International Conference on Web Services (ICWS, conferences.computer.org/icws/2011/index.html) vom 04.07.2011 bis 09.07.2011 in Washington, D.C., war der Lehrstuhl für Praktische Informatik (LSPI) je einmal vertreten.

Zweiter Platz beim Services Cup

Der alljährliche IEEE Services Cup richtet sich an Forschergruppen aus Wissenschaft und Industrie, die sich mit Services Computing oder Cloud Computing beschäftigen. Als Beiträge können Software-Lösungen eingereicht werden, die Services-Technologien oder Cloud Computing auf innovative und praxisrelevante Weise kombinieren. Die Zulassung zum Services Cup erfordert das Abfassen eines wissenschaftlichen Artikels sowie die Bereitstellung eines Web Interfaces für die Software. Nach Bewertung des Artikels und der Funktionalität der Software-Lösung, werden die besten Teams eingeladen, ihre Beiträge in einem Präsenzworkshop vorzustellen.

 

Bild 1: Zweiter Platz beim IEEE Services Cup 2011

(Andreas Schönberger und Simon Harrer vor einer feingranularen BPEL-Prozess-Visualisierung)

Der Beitrag des LSPI zum Services Cup „A Model-Driven Approach for Monitoring ebBP BusinessTransactions” von Simon Harrer, Andreas Schönberger und Guido Wirtz thematisiert die Visualisierung des Fortschritts von Geschäftsdokumentaustauschen mit Hilfe von Choreographien. Dabei wird das Konfigurationsformat der ebXML Business Process Specification Schema (ebBP) BusinessTransactions zunächst dazu benutzt, um hierarchische kommunizierende Automaten als präzise Spezifikation der Interaktion zwischen Geschäftspartnern abzuleiten. Diese Automaten werden dann zur automatischen Generierung von WS-BPEL-Implementierungen genutzt, die je nach Konfiguration mehrere tausend Zeilen Code enthalten können und bei feingranularer Visualisierung unübersichtlich werden können (vgl. Hintegrundprozess in Bild 1). Um menschlichen Nutzern ohne BPEL-Expertenwissen den Zustand eines solchen Prozesses zugänglich zu machen, wurden in den Generierungsprozess Monitoring-Nachrichten integriert, die an einen Monitoring-Service geleitet werden. Dort werden diese Nachrichten wiederum dazu verwendet, um den jeweils aktiven Zustand der kommunizierenden Automaten darzustellen. Bild 2 zeigt die Monitoring-Oberfläche mit einem Ausschnitt eines kommunizierenden Automaten, der sich gerade im Zustand „AwaitBizDoc“ befindet.

 

Bild 2: Monitoring-Oberfläche mit in Ausführung befindlichem Prozess

Die Implementierung des Übersetzungsprozesses geht zu einem großen Teil auf die Diplomarbeit Simon Harrers zurück, die von Andreas Schönberger betreut wurde. Die Generierung der BPEL-Prozesse basiert auf dem Eclipse Modeling Framework (EMF) während die Bibliothek yFiles for Java zur Visualisierung der kommunizierenden Automaten verwendet wird. Als Engine für die Ausführung der BPEL-Prozesse kommt der Oracle BPEL Process Manager zum Einsatz. Für den Services Cup entwickelte Simon Harrer zusätzlich ein auf dem Google Web Toolkit (GWT) basierendes Web-Interface, über das den Reviewern des Services Cup Zugriff auf das Monitoring-System zur Verfügung gestellt wurde.

Das Gesamtpaket aus Bamberg überzeugte. In der finalen Runde des Services Cups musste man sich nur einer von den HP Labs in Palo Alto geführten Gruppe geschlagen geben und man erreichte einen überzeugenden zweiten Platz.

Zum Services-Cup Artikel (http://www.uni-bamberg.de/pi/bereich/forschung/publikationen/11-05-harrer-schoenberger-wirtz/)

Beitrag auf renommierter Services-Konferenz

Der ICWS-Beitrag „Has WS-I’s Work Resulted in WS-* Interoperability?” von Andreas Schönberger, Johannes Schwalb und Guido Wirtz ‚knackte‘ den ICWS Research Track mit einer Annahmequote von 14% und fand vor dem hochkarätig besetzten Publikum einer der wichtigsten Services-Konferenzen viel Zuspruch. Der Beitrag thematisiert die Interoperabilität der Implementierungen von WS-*-Standards am Beispiel von WS-Security- und WS-ReliableMessaging  und zeigt auf, wie auf systematische Art und Weise Testcases abgeleitet und analysiert werden können. Die gefundenen Interoperabilitätsprobleme wurden auf Konformität zu den Regelsätzen der Web Services Interoperability Organization (WS-I) untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass mit der Übersetzung von sogenannten Policy Assertions in entsprechende konfigurierte SOAP-Nachrichten eine Kernthematik der Realisierung von WS-*-Standards gar nicht durch WS-I Regelsätze abgedeckt ist. Besonders erfreulich ist, dass wiederum ein Teil der Forschungsergebnisse während der Diplomarbeit von Johannes Schwalb entstanden ist, der für die ICWS erweitert und überarbeitet wurde.

Somit belegen die Beiträge zum Services Cup und zur ICWS die internationale Wettbewerbsfähigkeit der integrierten Forschung und Lehre an der WIAI Bamberg im Allgemeinen und am LSPI im Besonderen.

- Zum ICWS-Artikel (http://www.uni-bamberg.de/pi/bereich/forschung/publikationen/11-06-schoenberger-wirtz/)