Philipp Scheitenberger M.A. M.A.

Philipp Scheitenberger ist seit Februar 2019 Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Bergbau des Deutschen Museums in München. Sie erreichen ihn unter der E-Mail-Adresse: philipp.scheitenberger(at)uni-bamberg.de 


Kurzbiographie

Philipp Scheitenberger absolvierte an der Universität Bamberg die beiden Studiengänge M.A. Denkmalpflege und M.A. Europäische Ethnologie. Im Verlauf des Studiums spezialisierte er sich fachlich in der Historischen Haus- und Gartenforschung, Sachkulturforschung, Museologie, Bauforschung und Baugeschichte und Historischen Geographie. Von 2014 bis 2019 war Scheitenberger als Kulturwissenschaftler und Gutachter in den Bereichen Historische Hausforschung, Bauforschung, Baugeschichte, Gartendenkmalpflege, städtebauliche Denkmalpflege, Sammlungsverwaltung, im Ausstellungswesen und der Archäologie tätig.

Ausführlicher Lebenslauf, inkl. Vortrags- und Publikationsverzeichnis(296.3 KB)​​​​​​​


Promotionsprojekt

Historischer Raum und Hausbau im Umfeld der Waldburg-Wolfeggischen Bauleutezunft 1625 bis 1862

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Ziel der Arbeit ist es am Beispiel der Hausbautätigkeit im Umfeld der ehemals im allgäu-oberschwäbischen Raum angesiedelten Waldburg-Wolfeggischen Bauleutezunft die Wechselwirkungen zwischen landschaftlichen, administrativen, rechtlichen, wirtschaftlichen, politischen und anthropogenen Bedingungen des ländlich-grundherrschaftlichen Hausbaus von der Gründung der Bauleutezunft 1625 bis zur Abschaffung der Zünfte im Königreich Württemberg 1862 im Verlauf der in diesem Untersuchungszeitraum aufgetretenen historisch-räumlich fassbaren zeitgeschichtlichen Veränderungs- und Umbruchphasen wie etwa dem Dreißigjährigen Krieg, Mediatisierung und Territorialisierung etc. zu untersuchen.

Fachlicher Bezugspunkt ist hierbei einerseits die historisch-geographisch orientierte Hausforschung, wie sie beispielsweise durch Forschungsarbeiten von Heinz Ellenberg oder Benno Furrer repräsentiert wird, sowie die sich hieraus ergebenden Perspektiven auf die Zusammenhänge zwischen Ressourcenlandschaft, Bauen, Territorialität, Zerstörung und Wiederaufbau, Kameralismus, Industrialisierung, Handwerk, welche im Rahmen breitgefächert angelegter historisch-archivalischer Forschung verfolgt werden. Die sich hieraus ergebenden historisch-räumlichen Bedingungen sollen in ihrer Auswirkung auf den Hausbau befragt werden, auf qualitativer Ebene die wichtigsten Einflussfaktoren ermittelt, in ihrer Bedeutung bewertet und wenn möglich kartographisch visualisiert werden.

Andererseits werden diese Einflussfaktoren auf den Hausbau zusammenschauend auch auf der Ebene der materiellen Kultur anhand von Untersuchungen an der überlieferten historisch-ländlichen Architektur im räumlichen als auch personellen Umfeld der Waldburg-Wolfeggischen Bauleutezunft auf der Basis von Baubefunden geprüft und dokumentiert werden, wobei hierbei methodisch und inhaltlich aus den Fächern Europäische Ethnologie, Bauforschung und Baugeschichte sowie der Disziplin Historische Hausforschung geschöpft wird, und hierdurch eine ergänzende kulturmorphologisch-sachbezogene Perspektive auf den Hausbau im Umfeld der Bauleutezunft geschaffen wird. Für das Dissertationsprojekt relevante räumliche Perspektiven der Historischen Hausforschung bilden sich in Forschungsarbeiten von Tilmann Marstaller, Thomas Eißing, Konrad Bedal, Herbert May und Georg Habermehl ab.

Als Ergebnis des Dissertationsprojekts soll die historisch-geographische Forschungsperspektive auf den Hausbau vergangener Zeiten weiterentwickelt werden, um hiermit die Entwicklungsbedingungen der Bautätigkeit am historisch-ländlichen Haus im Umfeld der Waldburg-Wolfeggischen Bauleutezunft im 17., 18. und 19. Jahrhundert fassbar zu machen und damit im Rahmen einer Fallstudie einen Beitrag zur Erweiterung des bestehenden Wissens über die Zusammenhänge zwischen historischem Raum und Hausbau in Süddeutschland in der frühen Neuzeit zu leisten.