Oberseminar der Historischen Geographie

Das Oberseminar ist ein Forum für alle an der Historischen Geographie Interessierten und fördert den Austausch zwischen Studierenden, Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern und Gästen.

Das Format erlaubt spannende Einblicke in geplante und laufende Masterarbeiten und Promotionen, die an der Professur für Historische Geographie verfasst werden. Darüber hinaus werden aber auch Studierende und Promovierende aus anderen Fachbereichen und von anderen Universitäten eingeladen, um mit ihnen in den Dialog zu treten. Abgerundet wird das Oberseminar mit ausgewählten Gastvorträgen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der Historischen Geographie und den benachbarten historischen Kulturwissenschaften. Alle Vorträge sind dadurch gekennzeichnet, dass sie Work in Progress sind und somit die ganze Bandbreite von der ersten Projektidee bis kurz vor Beendigung der Forschungsarbeit abbilden. Gäste sind zum Zuhören und Diskutieren herzlich eingeladen.

Aufgrund der Corona-Pandemie finden die Vorträge und anschließenden Diskussionen vorerst alle online statt. Hierzu nutzen wir Zoom. Link und Passwort zum Zoom-Raum erhalten Sie jeweils mit den separat versendeten Vortragseinladungen.

Sollten Sie keine Einladung erhalten haben oder als universitätsexterne Person einen Vortrag besuchen wollen, melden Sie sich bitte per E-Mail an anna.regener(at)uni-bamberg.de

Eine Anleitung zur Nutzung von Zoom finden Sie auf der Seite des Rechenzentrums.

Hier finden Sie eine Übersicht über die einzelnen Vortragstermine(220.6 KB).


Programm Wintersemester 2020/2021

Termine jeweils donnertags 16.15 - 17.45 Uhr

05.11.2020

Den historischen Wurzeln von Aquaponik auf der Spur – eine agrargeographische Untersuchung

Julia Eisenmann, Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Moderne wasserbasierte Anbauverfahren wie Hydroponik oder Aquaponik nehmen eine immer wichtigere Stellung in der globalen Nahrungsmittelproduktion ein. Chemische Nährlösungen oder aufwendige Technik mindern jedoch häufig ihre Nachhaltigkeit. Interessanterweise waren wasserbasierte Systeme zur Nahrungsmittelproduktion bereits zu vorindustrieller Zeit weltweit verbreitet. Diese waren nicht nur artenreiche Ökosysteme, sondern auch in der Lage, ohne Technik und chemische Mittel in landwirtschaftlich minderwertigen Regionen hohe Erträge zu erzielen. Die Tradition der betrachteten wasserbasierten Systeme reicht in manchen Fällen bis zu mehrere tausend Jahre zurück und wird oft bis in die Gegenwart weitergeführt. In meinem Vortrag präsentiere ich die Ergebnisse meiner Masterarbeit und zeige, dass Traditional Ecological Knowledge (TEK) zur Lösung verschiedener Fragestellungen in der Nahrungsmittelproduktion beitragen kann, während durch sie geprägte Kulturlandschaften dank Öko-Tourismus erhalten werden können und Einkommensmöglichkeiten generieren.

12.11.2020

Die Chausseen des Fränkischen Reichskreis – Signum und Vehikel eines beginnenden Strukturwandels?

Jost Dockter, Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Abstract folgt

26.11.2020

„Lieber tschechisch sterben als bayerisch verderben!“ Der kleine Ostgrenzendiskurs in der Weimarer Republik

Patrick Reitinger, Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Die bisherige Forschung zu Ostbayern in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts konzentriert sich vor allem auf die Zeit des Nationalsozialismus. Mit der Gründung des NS-Gaus Bayerische Ostmark wurden ab 1933 die ehemaligen Kreise Oberfranken, Oberpfalz und Niederbayern zusammengefasst und in den Fokus nationalsozialistischer Raumpolitik gerückt. Ziel war zunächst die Errichtung eines Bollwerks gegen die Slavengefahr aus dem Osten und die Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung in der Grenzregion. Diese litt nicht zuletzt durch die Folgen der Weltwirtschaftskrise unter hoher Arbeitslosigkeit und großer Armut. Die Wurzeln der NS-Raumpolitik liegen in der Weimarer Republik. Der Vortrag zeichnet die Entwicklung dieses „kleinen Ostgrenzendiskurses“ nach und zeigt exemplarisch, wie ländliche Strukturpolitik zur internationalen Geopolitik werden konnte.

07.01.2021

Klimawandeladaption in fränkischen Städten – Hitze, Dürre & Niedrigwasser in der Stadtentwicklung

Vitus Mayr, Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Abstract folgt

21.01.2021

Ein Geograph in Japan. Die Reisetagebücher Johannes Justus Reins

Tobit Nauheim, Universität Bonn

Abstract folgt

28.01.2021

Entwicklung und Einfluss von historischen Wander- und Pilgerwegen auf die touristische Wegeerschließung (im Nürnberger Land)

Andreas Fenz, Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Abstract folgt

04.02.2021

Die M.A.N. Brückenbauanstalt in Ginsheim-Gustavsburg. Eine industrielle Kulturlandschaft am Zusammenfluss von Rhein und Main

Johannes Müller, Landesamt für Denkmalpflege Hessen

Abstract folgt