Nürnberg, Obersalzberg, München - Orte mit ‚besonderer’ Vergangenheit

Im Rahmen des Seminars „NS-Gedenkstätten und Dokumentationszentren in Bayern“ stand die zweitägige Exkursion des Sommersemesters 2008 unter dem Aspekt zweier bayerischer „Täterorte“ der NS-Zeit.

Dabei besuchte die zwanzigköpfige Gruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Bert Freyberger am 1. Juli zunächst das ehemalige Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Bei einem ausführlichen Geländerundgang berichteten die Referenten „vor Ort“ an den verschiedenen Stationen Dutzendteich, Silbersee, Große Straße und Zeppelinfeld zur Vertiefung der bisherigen Seminarinhalte. Gleichzeitig wurde ein erster Einblick in die gigantomanischen Dimensionen der NS-Bautätigkeiten der 30er Jahre gewonnen. Den Höhepunkt bildeten der sonst unzugängliche „Goldene Saal“, in dem die Ausstellungsanfänge der Nürnberger Aufarbeitung aus den 90er Jahren untergebracht sind. Im Anschluss wurde die in der Kongresshalle untergebrachte neue Ausstellung „Faszination und Gewalt“ des Dokumentationszentrums besichtigt. Nach einer Diskussion im gut klimatisierten Seminarraum ging es in der Mittagshitze weiter zu einem Abstecher in den Luitpoldhain und schließlich Richtung Weißbach bei Lofer in Österreich. Der Abend fand bei österreichischen Spezialitäten und in bestechend-romantischer Alpenatmosphäre einen gemütlichen Ausklang.

Früh am Morgen ging es am zweiten Tag mit dem Bus nach Berchtesgaden und von dort den steilen Anstieg hinauf zum Obersalzberg. Im Dokumentationszentrum gab zunächst der Film „Vom Bergbauerndorf zum Führersperrgebiet“ eine prägnante Einführung in die örtlichen Gegebenheiten, welche im anschließenden Ausstellungsrundgang erweitert und kontextualisiert wurden. Der didaktischen Konzeption der Ausstellungsmacher folgend, wurde dabei der „Weg vom ‚schönen Schein’ des 3. Reichs in seine finstere Wirklichkeit und von den Tätern zu den Opfern […]“ (Zitat Homepage) nachgezeichnet. Den Abschluss bildete eine Reflexionsrunde über das Obersalzberger Ausstellungskonzept im Vergleich zur Herangehensweise des Nürnberger Dokumentationszentrums.
Über die traumhafte „Roßfeld-Panoramastraße“, vor deren Kulisse die Exkursionsteilnehmer zum gemütlichen Picknick rasteten, ging es weiter in die Landeshauptstadt. Als kleiner Vorgeschmack auf die bevorstehende Sitzung wurde dabei der Königsplatz besichtigt und über dessen Bedeutung im Nationalsozialismus referiert sowie über Umbaumaßnahmen nach 1945 gesprochen. Gegen 20 Uhr erreichte die Gruppe planmäßig heimische Gefilde.