In diesem Kooperationsprojekt zwischen dem Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, der Wunderburgschule Bamberg sowie dem E.T.A.-Hoffmann Theater erstellten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 4b unter der Leitung von Laura Mogl im Mai 2019 ein Hörspiel, indem sie das Bilderbuch „‘Hast du Angst?‘, fragte die Maus“ von Rafik Schami und Kathrin Schärer adaptierten.

Hören Sie hier das  Hörspiel "Die kleine Maus, die die Angst suchte"(15.8 MB)der Schülerinnen und Schüler der Klasse 4b.

Idee des Projekts

Welche Lerngelegenheiten in einem mehrsprachigen Klassenzimmer das Einbeziehen der Herkunftssprachen ergeben, soll im Rahmen des Projektseminars im Sommersemester 2019 gemeinsam mit Lehramtsstudierenden untersucht werden. Es geht um die Frage, ob und wie die Mehrsprachigkeit den Schreibprozess aller Lernenden bereichert, wenn diese in kollaborativer Arbeit ein Skript zu einem mehrsprachigen Hörspiel anfertigen. Den Schwerpunkt stellt dabei die Transformation des Bilderbuches in ein Hörspiel dar. Die SchülerInnen einer vierten, sprachlich heterogenen Klasse verfassen die Abschnitte des Skriptes dabei gemeinsam in Kleingruppen. Hier stellt sich die Frage, ob dieses gemeinsame Schreiben für die (mehrsprachigen) Lernenden eine Entlastung darstellt und ob sich sogar positive Entwicklungen hinsichtlich des Schreibprozesses verzeichnen lassen. Im Rahmen dieser Adaption sollen die SchülerInnen die jeweiligen Besonderheiten der beiden Medien bewusst wahrnehmen und reflektieren, wodurch sie ästhetische Erfahrungen im produktiven Umgang entwickeln und vertiefen.

Didaktische Verortung

Durch produktionsorientierten Umgang mit dem Medium Hörspiel findet das Projekt sowohl in der Medien- wie auch in der Schreibdidaktik Anknüpfungspunkte. So müssen die Lernenden, um einen geeigneten Stoff für das Medium zu adaptieren, zunächst ein Skript anfertigen, wodurch ihre Schreibkompetenz gefordert wird. Die SchülerInnen lernen die für sie neue Textsorte, das Hörspiel-Skript, kennen und werden für die Besonderheiten der ausschließlich auditiven Realisierung sensibilisiert. Im Anschluss daran müssen sie ihre mündlichen Kompetenzen demonstrieren, indem sie das Skript auditiv inszenieren und für die Aufnahme die Rollen sprechen und passende Geräusche finden.

Durchführung/ Ergebnisse

Nach der Erarbeitung des Bilderbuches sowie der Thematisierung der Textsorte Hörspiel-Skript befassten sich die SchülerInnen mit dem Schreibprozess, bei dem sie von den Studierenden begleitet werden. In Kleingruppen dachten sich die Lernenden den gesamten Text selbst aus. Im Rahmen der offenen Adaption erfanden sie neue Rollen, fügten neue Dialoge hinzu und nahmen an anderen Stellen Kürzungen vor. Durch die Thematisierung von unterschiedlichen Sprachen wurden die SchülerInnen dazu ermutigt, ihre Mehrsprachigkeit in die Skripte miteinfließen zu lassen. Die Lernenden demonstrierten hierbei sowohl ihre innere als auch äußere Mehrsprachigkeit.

Im Anschluss an den Schreibprozess überlegten sich die SchülerInnen passende Geräusche, um die Szenen zu veranschaulichen. Abschließend nahmen sie das Hörspiel auf und gestalteten gemeinsam das Cover.

Kooperation mit dem E.T.A-Hoffmann-Theater

Damit die Studierenden die SchülerInnen auch während der Aufnahme des Hörspiels sinnvoll begleiten und unterstützen können, absolvierten sie am 11. Mai 2019 gemeinsam mit der Theaterpädagogin Saskia Botzner einen Workshop, in dem sie Einblicke in die Theaterarbeit mit Kindern und Jugendlichen erhielten. So lernten sie beispielweise unterschiedliche Spiele kennen, die die TeilnehmerInnen beim ausdrucksstarken Sprechen unterstützen. Des Weiteren erprobten die Studierenden verschiedene Übungen, in denen sie selbst schauspielerisch aktiv werden mussten.
Am 27. Mai 2019 durften auch die SchülerInnen der Klasse 4b an einem Sprech- und Geräuschetraining mit Saskia Botzner teilnehmen. Nach dem Einfinden in verschiedene Tierrollen sammelten die Lernenden unterschiedliche Möglichkeiten, Geräusche für ihr Hörspiel selbst zu erzeugen.

Wir bedanken uns herzlich bei Saskia Botzner für die engagierte Unterstützung und die beiden schönen, erkenntnisreichen Vormittage mit ihr!

Ein herzliches Dankeschön geht vor allem an die Studierenden Pauline Sandwall, Kristina Schreml, Annekatrin Steidele, Laura Wagner, Katharina Völk, Sabine Schleich und Christoph Nagel, mit deren Begeisterung, Engagement und Geduld das Projekt zu einem großen Erfolg wurde. 

Außerdem bedanken wir uns herzlich bei der Wunderburgschule Bamberg, insbesondere bei Bernd Riemke, Klassenlehrer der Klasse 4b, der sich sofort für die Projektidee begeistern konnte und das Projekt gewinnbringend begleitete.