Transfer

Schwerpunkte des Lehrstuhls liegen in den Bereichen der grundlagen- und zugleich anwendungsorientierten Erforschung von Bedingungen und Mechanismen von Entwicklungsveränderungen, insbesondere im kognitiven und sprachlichen Bereich.

Unsere Forschungsergebnisse sind beispielsweise relevant für Erzieher/-innen, Kinderpfleger/-innen, Kinderärzte und -ärztinnen, Lehrer/-innen, Logopäden und Logopädinnen, pädagogisch-psychologische Einrichtungen (z. B. Beratungsstellen, Frühförderstellen) und für im Bildungswesen verantwortliche Personen.

Anwendungsrelevante Forschungsschwerpunkte des Lehrstuhls sind u. a.:

Babyforschung / frühkindliche Bildung

BamBI: Bamberger Baby Institut

Im Bamberger Baby Institut untersuchen wir Fragen der geistigen Entwicklung und ihrer Förderung in den ersten Lebensjahren. Darüber hinaus interessieren wir uns für Bedingungen und Prozesse eines verzögerten Wortschatzerwerbs, der ein Risiko für die sprachliche, kognitive und sozial-emotionale Entwicklung darstellt.

Weitere Informationen: BamBI-Webseite

ViVAplus: Bedeutung der frühen häuslichen und außerhäuslichen Lernumwelt für die kindliche Entwicklung

(gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft)

Das ViVAplus-Projekt zielt darauf ab, die Entwicklungsauswirkungen der Qualität des häuslichen Lernumfelds (HLE) und der Quantität und Qualität frühkindlicher institutioneller und familiärer Kinderbetreuung und Bildung (ECEC) zu untersuchen und dabei verschiedene allgemeine und domänenspezifische kognitive, sowie sozioemotionale Ergebnisse im späteren Kindergartenalter miteinzubeziehen.
Das Projekt stützt sich auf Daten der Säuglingskohorte von NEPS und dem ViVA-Projekt, wobei der Schwerpunkt auf Längsschnittanalysen der frühen Kindheit bis zu Welle 6 liegt. Die Hauptziele des ViVAplus-Projekts sind: (1) die tatsächlichen Betreuungsregelungen der repräsentativen Stichprobe von Kindern zu beschreiben, die unter den sich verändernden Bedingungen der frühkindlichen Betreuung und Pflege in Deutschland aufwachsen (2) verschiedene umfassende Indikatoren, die die Voraussetzungen für die in ViVAplus durchgeführte Analyse bilden, zu generieren (3) die Untersuchung der Auswirkungen von HLE und ECEC auf die Entwicklung von Kindern und (4) die Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen HLE, ECEC und den kindlichen Eigenschaften.

Weitere Informationen: www.uni-bamberg.de/entwicklungspsychologie/forschung/viva/ 

Entwicklung im Vorschul- und Schulalter

BiSpra: Bildungssprachliche Kompetenzen - Anforderungen, Sprachverarbeitung und Diagnostik

(gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung)

Im Rahmen dieses Verbundprojekts werden (1) bildungssprachliche Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie damit einhergehende grundständige (entwicklungstypische) Sprachkompetenzen detailliert bestimmt, die Schülerinnen und Schüler benötigen, um im Unterricht erfolgreich agieren zu können und (2) wird daraus ein linguistisch und (sprach-)entwicklungspsychologisch fundiertes Verfahren entwickelt, das zur Einschätzung und Förderung schulrelevanter sprachlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten von Schülerinnen und Schülern im Grundschulalter verwendet werden kann. Aktuell bearbeitet wird das Projekt „BiSpra-Aufgaben: Weiterentwicklung zu einem diagnostisch nutzbaren Testinstrument und Prüfung der Sensitivität für Fördereffekte“.

Weitere Informationen: BiSpra I; BiSpra II; BiSpra Aufgaben

BiKSplus_3-18: Langfristige Bedeutung früher Entwicklungen und Bildungserfahrungen in Kindergarten und Familie für den Bildungs- und Lebenserfolg junger Erwachsener im Alter von 18 Jahren

(gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung)

Seit Mitte 2005 (gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft) begleitete die Forschergruppe BiKS fast 4.000 Kinder in den beiden Längsschnittstudien BiKS-3-10 und BiKS-8-14 auf ihrem Bildungsweg. Dabei konnten viele wichtige neue Erkenntnisse über kindliche Kompetenzentwicklungsverläufe, Bildungsentscheidungen und der Bedeutung und den Einfluss von verschiedenen Lernumwelten gewonnen werden.

Von 2014 bis 2018 wurden die beiden Längsschnittstudien als einzelne DFG-Projekte unter den Namen BiKSplus [3-13] und BiKSplus [8-18] fortgeführt. Weitere Informationen: https://www.uni-bamberg.de/biks/biksplus-3-13/

Seit Mitte 2019 wird das Projekt (gefördert durch das BMBF) weitergeführt. Ziel des vorliegenden Forschungsvorhabens ist es, die langfristige Bedeutung der Qualität frühkindlicher Bildung in Kindergarten und Familie und der frühen Kompetenzentwicklung für Bildungs- und Lebenserfolg im frühen Erwachsenenalter herauszustellen und mehr Erkenntnisse über mögliche Wirkmechanismen in diesem Zusammenhang zu gewinnen. Dazu sollen die mittlerweile ca. 18 Jahre alten jungen Erwachsenen, über die Daten seit dem Alter von 3 Jahren bis zum Alter von 13 Jahren aus den Projekten BiKS[3-10] und BiKSplus[3-13] vorliegen, und deren Eltern zu einem weiteren Messzeitpunkt erneut befragt werden.

Weitere Informationen finden Sie hier.

BEaST: Bilingualismus, Exekutive Funktionen, Arbeitsgedächtnis, Sprache und Theory of Mind

Im Rahmen der BEaST-Studie beschäftigen wir uns mit den Entwicklungsbedingungen von Kindern, die mit mehr als einer Sprache aufwachsen. Zweisprachig aufwachsende Kinder haben den Vorteil, dass sie von Kleinauf nicht nur mit einer, sondern mit zwei Sprachen konfrontiert sind und diese im Alltag erwerben können. Auch in anderen Bereichen, wie z. B. der Fähigkeit zur Selbststeuerung (exekutive Funktionen) oder in ihrem Verstehen mentaler Zustände und Prozesse (Theory of Mind) wird von Vorteilen von zweisprachig aufwachsenden Kindern berichtet. Andererseits scheinen zweisprachig aufwachsende Kinder unter gewissen Bedingungen auch Schwierigkeiten in der Sprachentwicklung und damit später im schulischen Lernen zu haben.

Vor diesem Hintergrund werden in der BEaST-Studie die sprachlichen und kognitiven Fähigkeiten und Herausforderungen von mehrsprachig aufwachsenden Kindern genauer in den Blick genommen und es wird der Frage nachgegangen, welche Bedeutung die sprachliche Anregung einerseits und die Fähigkeiten und Fertigkeiten der Kinder andererseits für die sprachliche und kognitive Entwicklung von zweisprachigen Kindern haben.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Frau Dr. Susanne Ebert und/oder Dipl.-Psych. Katharina Mursin.

NEPS: Nationales Bildungspanel (National Educational Panel Study)

(bis 2013 gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung; seit 2014 Studie am Leibniz-Institut für Bildungsverläufe e.V.)

Das Nationale Bildungspanel beschäftigt sich mit den Fragen, wie sich Kompetenzen im Lebenslauf entfalten, wie Kompetenzen Entscheidungsprozesse an verschiedenen kritischen Übergängen der Bildungskarriere beeinflussen (und umgekehrt), wie und in welchem Umfang Kompetenzen von Lerngelegenheiten in der Familie, der Gleichaltrigengruppe und der Gestaltung von Lehr- und Lernprozessen in Kindergarten, Schule, Hochschule und Berufsausbildung sowie Weiterbildung beeinflusst werden. Zudem soll geklärt werden, welche Kompetenzen für das Erreichen von Bildungsabschlüssen, welche für lebenslanges Lernen und welche für ein erfolgreiches individuelles und gesellschaftliches Leben maßgeblich sind. Deshalb werden Kompetenzentwicklungen nicht nur im Kindergarten oder im allgemeinbildenden Schulsystem, sondern auch in der beruflichen Ausbildung, im Studium und nach Verlassen des Bildungssystems gemessen.

Weitere Informationen: https://www.neps-data.de/

FISS: Forschungsinitiative Sprachdiagnostik und Sprachförderung

(gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung)

Die Forschungsinitiative Sprachdiagnostik und Sprachförderung (FiSS) hat zum Ziel, empirisch fundiertes Wissen über die Aneignung, Diagnose und Förderung sprachlicher Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen unter besonderer Berücksichtigung der spezifischen sprachlichen Anforderungen in den Bildungsinstitutionen zu erarbeiten. Im Rahmen der Forschungsinitiative werden empirisch ausgerichtete Forschungsvorhaben gefördert, die die Sprachaneignung und die diagnosegestützte Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen (4 bis 16 Jahre) mit nicht wesentlich beeinträchtigter Sprachlernfähigkeit zum Gegenstand haben. Im Fokus stehen Erwerb, Feststellung und Förderung von Kompetenzen in der deutschen Sprache bei Kindern ohne und mit Migrationshintergrund.

Die Forschungsinitiative wurde bis 31.07.2012 interdisziplinär geführt. Seit 01.08.2012 wird sie ausschließlich linguistisch (Prof. Dr. A. Redder) verantwortet.

Weitere Informationen: http://www.fiss-bmbf.uni-hamburg.de/