BiSpra I: Bildungssprachliche Kompetenzen - Anforderungen, Sprachverarbeitung und Diagnostik

(gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung)

Projektleitung (Bamberg) und Verbundkoordinatorin: Prof. Dr. Sabine Weinert


Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen

Dr. Karin Berendes, Dipl.-Logopädin
Dipl.-Psych. Nina Dragon

Kooperationspartnerinnen:

Psychologisch-erziehungswissenschaftliches Teilprojekt: Prof. Dr. Petra Stanat, IQB, HU-Berlin

Linguistisches Teilprojekt: Prof. Dr. A. Redder (Hamburg)

Laufzeit: 2009-2012


Das Vorhaben Bildungssprachliche Kompetenzen (BiSpra) unterteilt sich in einen linguistischen und einen psychologisch-erziehungswissenschaftlichen Teil. Im psychologisch-erziehungswissenschaftlichen Teilprojekt wurde experimentell geprüft, welche bildungssprachlichen Merkmale Kindern mit Zuwanderungshintergrund und/oder aus bildungsfernen Familien besondere Schwierigkeiten bereiten. Darauf aufbauend wurde ein Verfahren zur Einschätzung der bildungsbezogenen sprachlichen Fähigkeiten von Schülerinnen und Schülern entwickelt. Es wurden Aufgaben konzipiert, die auf das Verständnis derjenigen sprachlichen Merkmale abzielen, die in der Literatur als Charakteristika der Bildungssprache diskutiert werden. Um die Bedeutung unterschiedlicher lexikalischer und grammatischer Anforderungen für das Textverständnis von Schülerinnen und Schülern zu überprüfen, wurden Hörverstehensaufgaben entwickelt und erprobt, die sich in der Schwierigkeit des Wortschatzes und der Komplexität der Grammatik systematisch unterscheiden. Zudem wurden Aufgaben entwickelt und erprobt, die zur Erfassung des Verständnisses von Konnektoren (Satzverbindungen) dienen. Alle neu entwickelten Aufgaben wurden im Rahmen einer größer angelegten Studie, die im Anschluss an eine Reihe von Vorstudien durchgeführt wurde, von rund 1200 Schülern der zweiten und dritten Klassenstufe bearbeitet. Ferner wurden Vorarbeiten zur Erfassung von allgemein bildungssprachlichem Wortschatz geleistet. Die Befunde des psychologisch-erziehungswissenschaftlichen Teilprojekts zeigten erwartungsgemäß, dass Kinder nicht deutscher Herkunftssprache im Hörverstehen - bezogen auf das Deutsche - geringere Leistungen erzielen als Kinder deutscher Herkunftssprache. Dies gilt für Texte mit anspruchsvollem Wortschatz und Grammatik, aber auch - in vergleichbarem Ausmaß - für einfacher formulierte Texte, die zugleich für alle Kinder vergleichsweise leichter zu verstehen sind. Es sind aber nicht nur Kinder mit nicht deutschem Sprachhintergrund, sondern insbesondere auch Kinder aus sozial schwächeren Familien, die - unabhängig vom Sprachhintergrund - Einschränkungen beim Hörverstehen aufweisen.

Ausgewählte Publikationen

  • Berendes, K., Dragon, N., Weinert, S., Heppt, B. & Stanat, P. (2013). Hürde Bildungssprache? Eine Annäherung an das Konzept „Bildungssprache“ unter Einbezug aktueller empirischer Forschungsergebnisse. In A. Redder & S. Weinert (Hrsg.), Sprachförderung und Sprachdiagnostik - interdisziplinäre Perspektiven (S. 17-41). Münster: Waxmann.
  • Dragon, N., Berendes, K., Weinert, S., Heppt, B. & Stanat, P. (2015). Ignorieren Grundschulkinder Konnektoren? - Untersuchung einer bildungssprachlichen Komponente. Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 18, 803-825. DOI: 10.1007/s11618-015-0640-8 link.springer.com/article/10.1007/s11618-015-0640-8
  • Heppt, B., Stanat, P., Dragon, N., Berendes, K. & Weinert, S. (2014). Bildungssprachliche Anforderungen und Hörverstehen bei Kindern mit deutscher und nicht-deutscher Familiensprache. Zeitschrift für Pädagogische Psychologie, 28(3), 139-149. DOI: 10.1024/1010-0652/a000130
  • Weinert, S., Stanat, P., Redder, A., Dragon, N., Heppt, B. & Uesseler, S. (2014). Verbundvorhaben: Bildungssprachliche Kompetenzen (BiSpra): Anforderungen, Sprachverarbeitung und Diagnostik. Schlussbericht 2013. Bamberg: Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Verfügbar über die Universitätsbibliothek Hannover und Technische Informationsbibliothek. edok01.tib.uni-hannover.de/edoks/e01fb14/797960236.pdf