Abgeschlossene Forschungsprojekte am Lehrstuhl EFP

Morgenkreis in Kindertageseinrichtungen - Untersuchung eines alltäglichen pädagogischen Settings

Kurzbeschreibung:

 

Der Morgenkreis im Kindergarten gehört mittlerweile zu einem festen Bestandteil im Tagesablauf (Collins 2013; Emilson & Johansson, 2013; Lown 2002; Zaghlawan & Ostrosky 2011). Zudem stellt er eine tägliche Möglichkeit für Erzieher dar, mit den Kindern sprachlich in Interaktion zu treten und diese zu Kommunikation anzuregen (Chen & deGroot 2014; Mosley 2005). Demzufolge wird dem Morgenkreis auch ein entwicklungs- und lernförderliches Potenzial zugesprochen (Dodge & Colker 1992; Mosley 2005; Zaghlawan & Ostrosky 2011) bzw. anders formuliert: Ein wenig anregender Morgenkreis kann auch als eine täglich stattfindende, aber verpasste Chance angesehen werden, die Kinder anzuregen und zu fördern. Allerdings ist er bislang wenig erforscht. Es existieren zwar zahlreiche Praxisleitfäden und Handreichungen für die Gestaltung des Morgenkreises in der Praxis (Collins & McGaha 2002; Greine 2013; Weyerstall 2013), aber die Forschungslage dazu ist schmal.

Eine detaillierte Analyse des Settings „Morgenkreis“ steht bislang aus, insbesondere auch für den deutschsprachigen Kontext. Ferner ist weitgehend offen, wie der Morgenkreis als regelmäßig stattfindende Gruppenaktivität aufgebaut und strukturiert ist und welche Themen dort besprochen werden.

 

Projektbeginn: Januar 2019

Projektende: Oktober 2020

 

Projektleitung:

 

PD Dr. Katharina Kluczniok

Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Lehrstuhl für Frühkindliche Bildung und Erziehung

96045 Bamberg

katharina.kluczniok(at)uni-bamberg.de

https://www.uni-bamberg.de/efp/lehrstuhlteam/pd-dr-katharina-kluczniok/

 

Dr. Lars Burghardt

Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Lehrstuhl für Frühkindliche Bildung und Erziehung

96045 Bamberg

lars.burghardt(at)uni-bamberg.de

www.uni-bamberg.de/efp/lehrstuhlteam/lars-burghardt/

 

gefördert durch: interne Forschungsförderung der Universität Bamberg

 

Veröffentlichungen:

  • Burghardt, L. & Kluczniok, K. (2020). Der Morgenkreis in Kindertageseinrichtungen – Untersuchungen eines alltäglichen pädagogischen Settings. Diskurs Kindheits- und Jugendforschung15 (3), 286-300.

Frühkindliche Wahrnehmung von Geschlechterrollen beim dialogischen Lesen von Bilderbüchern

Kurzbeschreibung:

 

Bilderbücher sind sozial relevante Gegenstände in der frühen Kindheit (Jürgens & Jäger 2010). Neben ihrem Einfluss auf den Spracherwerb und auf die Ausbildung kognitiver Kompetenzen leisten Bilderbücher einen Beitrag zum Kulturalisierungsprozess von Kindern (Rendtorff 1999). Durch die Art und Weise, wie die Figuren eines Bilderbuchs beschrieben und illustriert sind, werden nicht nur kulturelle Werte und Normen vermittelt, sondern auch Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit (Blank-Mathieu 2002). Gerade im Kindergartenalter werden diese Repräsentationen immanent, da in dieser Zeit die primäre Vorstellung davon, was ein "richtiger" Junge oder ein "richtiges" Mädchen ist, ausgebildet wird.

Erfasst man Bilderbücher als "gegenständliche Miterzieher", so erscheint es von besonderem Interesse, die Geschlechterdarstellung in Bilderbüchern zu fokussieren und deren Wirkung auf die kindliche Wahrnehmung von Geschlechterrollen zu analysieren.

Während es im internationalen Raum Untersuchungen gibt, die der Frage der Geschlechtsrollenwahrnehmung durch Kinder nachgehen, zeichnet sich die deutschsprachige Forschung durch Lücken aus. Die derzeitige Forschungslage besticht zudem dadurch, dass eher "über" Kinder geforscht wird, als dass diese selbst zu Wort kommen. Daher sollen diese beiden Besonderheiten vereint werden und Kinder während des (dialogischen) Lesens eines geschlechtsuntypischen Bilderbuchs zu ihrer subjektiven Wahrnehmung von Geschlechterrollen befragt werden. Das Forschungsvorhaben lehnt sich hierbei an die Methode des Kinderinterviews (Vogl 2015) an.

 

Projektbeginn: Januar 2019

Projektende: Oktober 2020

 

Projektleitung:

 

Prof. Dr. Frithjof Grell

Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Lehrstuhl für Elementar- und Familienpädagogik

96045 Bamberg

frithjof.grell(at)uni-bamberg.de

https://www.uni-bamberg.de/efp/lehrstuhlteam/prof-dr-phil-frithjof-grell/

 

Dr. Lars Burghardt

Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Lehrstuhl für Elementar- und Familienpädagogik

96045 Bamberg

lars.burghardt(at)uni-bamberg.de

www.uni-bamberg.de/efp/lehrstuhlteam/lars-burghardt/

 

weiterer Beteiligter:

 

Dipl. Päd. Fabian Hemmerich

Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Lehrstuhl für Elementar- und Familienpädagogik

96045 Bamberg

fabian.hemmerich(at)uni-bamberg.de

https://www.uni-bamberg.de/efp/lehrstuhlteam/fabian-hemmerich/

 

gefördert durch:  interne Forschungsförderung der Universität Bamberg

 

Veröffentlichungen:

  • Burghardt, L., Hemmerich, F. & Mues, A. (2020). Frühkindliche Wahrnehmung von Geschlechterrollen beim gemeinsamen Lesen von Bilderbüchern. Diskurs Kindheits- und Jugendforschung 15 (3), 259-271.

Vorsprung durch (digitale) Technik? Untersuchung der Potenziale digitaler Portfolios in Kindertagesstätten

Beobachtung und Dokumentation von kindlichen Verhaltensweisen sowie deren Entwicklungen bilden innerhalb institutioneller Betreuungssettings eine Kernaufgabe frühpädagogischer Fachkräfte. Es ist als ein zentrales Element in alle Bildungsprogramme für den Elementarbereich der Bundesländer eingegangen (Viernickel & Schwarz, 2009). Die Bildungs- und Entwicklungsverläufe der Kinder werden häufig in der Dokumentationsform Portfolio festgehalten und bilden eine Gesprächs- sowie Reflexionsgrundlage für Fachkräfte und Eltern (Viernickel et al., 2013).

Im Zuge technischer Entwicklungen im Bereich computergestützter Geräte (Smartphones & Tablet-PCs) ergaben sich in den letzten Jahren neue Möglichkeiten für die Portfolioarbeit. Zur Durchführung und Erstellung eines Portfolioeintrags können die vielfältigen Funktionen der mobilen digitalen Geräte genutzt werden: Foto-, Audio- und Videoaufnahmen, Verknüpfung mittels WLAN.

Anknüpfend an gemachte Beobachtungen und theoretische Überlegungen (Burghardt & Knauf D., 2015; Knauf, H., 2015) sollen verschiedene Aspekte der digitalen Portfolioerstellung untersucht und mit Einrichtungen verglichen werden, welche die herkömmliche, papierbasierte Form der Portfolioerstellung nutzen. Im Fokus stehen hierbei Potenziale der digitalen Portfolioerstellung.

 

Literatur:

Burghardt, L. & Knauf, D. (2015). Potenziale digitalen Beobachtens und Dokumentierens in Kindertagesstätten. Frühe Bildung, 4 (3), 167-169.

Knauf, H. (2015): Smart Documentation. Mediatisierung professionellen pädagogischen Handelns in Kindertageseinrichtungen. In: Hugger, K.-U./Tillmann, A./Iske, S./Grell, P./Kammerl, R./Hug,T. (Hrsg.): Mediatisierte Kindheit - Herausforderungen einer digitalen Kultur für die medienpädagogische Forschung. Jahrbuch Medienpädagogik 12., Wiesbaden: Springer VS, S. 119-131.

Viernickel, S. & Schwarz, S. (2009). Schlüssel zu guter Bildung, Erziehung und Betreuung: Wissenschaftliche Parameter zur Bestimmung der pädagogischen Fachkraft-Kind-Relation. Berlin: Der Paritätische Gesamtverband.

Viernickel, S., Nentwig-Gesemann, I., Nicolai, K., Schwarz, S. & Zenker, L. (2013). Schlüssel zu guter Bildung, Erziehung und Betreuung: Bildungsaufgaben, Zeitkontingente und strukturelle Rahmenbedingungen in Kindertageseinrichtungen (1. Aufl.). Berlin: Der Paritätische Gesamtverband.

 

Projektbeginn: Sommer 2016

Projektende: Dezember 2017

Veröffentlichungen: Burghardt, L. & Knauf, D. (2017). Vorsprung durch (digitale) Technik? Untersuchung der Potenziale digitaler Portfolios in Kindertageseinrichtungen. Medienimpulse (4). https://journals.univie.ac.at/index.php/mp/article/view/mi1136/1295

 

Projektleitung:

Prof. Dr. Frithjof Grell

Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Lehrstuhl für Elementar- und Familienpädagogik

96045 Bamberg

frithjof.grell(at)uni-bamberg.de

www.uni-bamberg.de/efp

 

Dr. Lars Burghardt

Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Lehrstuhl für Elementar- und Familienpädagogik

96045 Bamberg

lars.burghardt(at)uni-bamberg.de

www.uni-bamberg.de/efp

 

weiterer Beteiligter:

Dipl.-Päd. Daniel Knauf

daniel.knauf(at)posteo.de

 

gefördert durch:  interne Forschungsförderung der Universität Bamberg

KiDZ

Informationen zum Modellversuch

Laufzeit:
September 2004 – Juli 2009

Projektleitung:
Ulrike Schaupp (Stiftung Bildungspakt Bayern)


Teilnehmende Kindergärten und Grundschulen:

  • Städtische Kindertagesstätte „Wiesengrundmaulwürfe“ (Fürth)
  • Katholische Kindertagesstätte Herz-Jesu (Fürth)
  • Hans-Sachs-Grundschule Fürth/Stadeln
  • Evangelisches Kinderhaus (Günzburg)
  • Volksschule Günzburg-Südost
  • Evangelischer Kindergarten (Neunkirchen am Brand)
  • Grundschule Neunkirchen am Brand

2009 – 2011: Multiplikation des KiDZ-Projekts – KiDZ geht in die Verlängerung

28. Juni 2011: Abschlussveranstaltung des Modellprojekts „Kindergarten der Zukunft in Bayern“ (KiDZ) im Haus der bayerischen Wirtschaft, München

01.01.2011 – 29.02.2012: Dank der Unterstützung durch die Jacobs Foundationkonnte die wissenschaftliche Evaluation von KiDZ weitergeführt werden.

01.10.2012 – 31.03.2015 (verlängert bis 06/2017): In der Phase 5 (Follow-up) werden die Kinder nach ihrem Übergang in die Sekundarstufe I wissenschaftlich weiterbegleitet. Es können so wertvolle Erkenntnisse über mögliche Langzeiteffekte des Modellprojekts untersucht werden.

Informationen zur wissenschaftlichen Begleitung

Laufzeit:
15.10.2004 – 31.12.2010

Projektleitung:
Prof. Dr. Hans-Günther Roßbach

Ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiterinnen:

  • Ulrike Freund (Dipl.-Päd.)
  • Dr. phil. Angela Frank (Dipl.-Päd.)
  • Sandra Brand, geb. Gehrt (Dipl.-Päd.)
  • Eva-Maria Metze (Dipl.-Päd.)
  • Anneke Hoekstra

Die wissenschaftliche Begleitung des Modellversuchs KiDZ wurde ermöglicht durch die Stiftung Bildungspakt Bayern, das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus, das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen und die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V., unterstützt durch den Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e.V.

Aktuelle wissenschaftliche Begleitung

Laufzeit:
01.01.2011 – 29.02.2012
01.10.2012 – 31.03.2015 (Phase 5), verlängert bis 06/2017

Mit Beginn der Phase 5 (Follow-up) der wissenschaftlichen Begleitung von KiDZ wird das Projekt in einer Kooperation zwischen der Freien Universität Berlin und der Otto-Friedrich-Universität Bamberg durchgeführt.

Aktuelle Informationen zu KiDZ finden Sie in unseren Newslettern (Winter 2013(792.3 KB) und Sommer 2014(1.0 MB))!

Im Sommer 2014 wurden ebenfalls die individuellen Rückmeldungen an die beteiligten Familien verschickt!

Projektleitung:

Prof. Dr. Hans-Günther Roßbach
Lehrstuhl für Elementar- und Familienpädagogik
Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Prof. Dr. Yvonne Anders
Fachbereich für Erziehungswissenschaft und Psychologie
Arbeitsbereich für Frühkindliche Bildung und Betreuung
Freie Universität Berlin

PD Dr. Katharina Kluczniok
Lehrstuhl für Elementar- und Familienpädagogik
Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:

Studentische Hilfskräfte:

  • Tabea Durda (Otto-Friedrich-Universität Bamberg)

Die aktuelle wissenschaftliche Begleitung des Modellversuchs KiDZ wird durch die Jacobs Foundation ermöglicht.

 

Der Modellversuch „KiDZ - Kindergarten der Zukunft in Bayern“ hatte die individuelle und begabungsgerechte Förderung aller Kinder im Kindergarten und eine Verzahnung der Bildungsbereiche Kindergarten und Grundschule zum Ziel. Es handelte sich um ein Kooperationsprojekt des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V., unterstützt durch den Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie e.V., und der Stiftung Bildungspakt Bayern.

Im Rahmen des Modellversuchs und seiner wissenschaftlichen Begleitung sollen abgesicherte Erkenntnisse über die Optimierung der Förderung im Kindergarten und die Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und Grundschule gewonnen werden. KiDZ verknüpfte die beiden Bildungsinstitutionen Kindergarten und Grundschule, indem eine Erzieherin, eine Kinderpflegerin und eine Grundschullehrerin im Team zusammen arbeiteten. Bildung Erziehung und Betreuung fanden gemeinsam statt. Der Modellversuch wurde seit dem Beginn des Kindergartenjahres 2004/2005 an drei Standorten durchgeführt: in Fürth, Günzburg und Neunkirchen am Brand. Dabei bildete jeweils eine Grundschule gemeinsam mit drei Kindergartengruppen eine Modellgruppe. Die Kinder wurden nach dem Besuch der KiDZ-Kindergärten teilweise in jahrgangsgemischte Klassen eingeschult. Das Durchlaufen dieser so genannten Grundstufe berücksichtigt stärker als das Prinzip der Jahrgangsklassen die individuellen Entwicklungsverläufe der Kinder: ein Wechsel nach einem Jahr Grundschule in die dritte Jahrgangsstufe wird erleichtert, aber auch ein Verbleib für drei Jahre ist mit weniger Belastungen verbunden als ein „Sitzenbleiben“.

Der Lehrstuhl für Elementar- und Familienpädagogik der Universität Bamberg (Prof. Dr. Hans-Günther Roßbach) übernahm die wissenschaftliche Begleitung des Modellversuchs und führte Erhebungen mit den Kindern wie auch Befragungen der Eltern und der pädagogischen Fachkräfte zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Verlauf des Modellversuchs durch. Zusätzlich fanden Prozessbeobachtungen in den Einrichtungen statt. Auf diese Weise konnten wichtige Erkenntnisse über Wirksamkeit und Akzeptanz des Modellversuchs und die umgesetzte Förderqualität gewonnen werden.

Die aktuelle Phase der wissenschaftlichen Begleitung (KiDZ-Follow-up) wird mit der Unterstützung der Jacobs Foundation als Kooperationsprojekt zwischen dem Lehrstuhl für Elementar- und Familienpädagogik der Otto-Friedrich-Universität Bamberg (Prof. Dr. Hans-Günther Roßbach) und dem Arbeitsbereich für Frühkindliche Bildung und Erziehung der Freien Universität Berlin (Prof. Dr. Yvonne Anders) durchgeführt.

 

Kooperationen

Forschergruppe BiKS – Bildungsprozesse, Kompetenzentwicklung und Selektionsentscheidungen im Vor- und Grundschulalter, Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Prof. Dr. Andreas Hartinger, Universität Augsburg

Prof. Dr. Gisela Kammermeyer, Universität Koblenz-Landau

pädQUIS gGmbH – Pädagogische Qualitäts-Informations-Systeme gGmbH, Berlin

Prof. Dr. Roswitha Sommer-Himmel, Evangelische Hochschule Nürnberg

Prof. Dr. Anna Susanne Steinweg, Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Stiftung Bildungspakt Bayern, München

Jacobs Foundation, Zürich

Veröffentlichungen

  • Beckmann, Brigitte (2005). Die Förderung der (schrift-)sprachlichen Fähigkeiten im Kindergarten am Beispiel des Literacy-Projektes „Restaurant Dino“. KiTA aktuell BY, Heft 12, 245-247.
  • Frank, Angela/Sechtig, Jutta (2007). KiDZ – ein Modellversuch im Kindergarten. In: Hammes-Di Bernardo, Eva/Speck-Hamdan, Angelika (Hg.). Vom Kindergarten in die Grundschule: Den Übergang gemeinsam gestalten (Loseblattsammlung, Kap. 30-60). Köln: Wolters Kluwer. 1-12.
  • Freund, Ulrike/Roßbach, Hans-Günther (2011). Das Projekt KiDZ - Kindergarten der Zukunft in Bayern. Effekte eines Modellprojekts zur Verbesserung der bereichsspezifischen Förderqualität im Kindergarten. In: Oehlmann, Sylvia/Manning-Chlechowitz, Yvonne/Sitter, Miriam (Hg.). Frühpädagogische Übergangsforschung. Von der Kindertageseinrichtung in die Grundschule. Weinheim, München: Juventa. 79-92.
  • KIDZ-Team Fürth-Stadeln (2005). Ein KIDZ-Team im Austausch. Aufzeichnungen einer Gesprächsrunde des pädagogischen Fachpersonals des KIDZ-Standortes Fürth-Stadeln. KiTa aktuell BY, 17. Jg., Heft 11, 222-226.
  • Riedelsheimer, Manuela/Kotzian, Ruth M. (2005). KIDZ – Kindergarten der Zukunft in Bayern. Ein Projekt zur individuellen Frühförderung von Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren. KiTa aktuell BY, 17. Jg., Heft 10, 202-207.
  • Roßbach, Hans-Günther/Frank, Angela/Sechtig, Jutta (2005). Kindergarten der Zukunft. Im wissenschaftlich begleiteten Modellversuch KiDZ werden Formen und Inhalte früher Förderung erprobt. In: uni.vers, Heft 9, 18-21.
  • Roßbach, Hans-Günther/Frank, Angela/Sechtig, Jutta (2007). Wissenschaftliche Einbettung des Modellversuchs KIDZ. In: Stiftung Bildungspakt Bayern (Hg.). Das KiDZ-Handbuch. Grundlagen, Konzepte und Praxisbeispiele aus dem Modellversuch „KiDZ – Kindergarten der Zukunft in Bayern“. Köln: Wolters Kluwer, 24-59.
  • Roßbach, Hans-Günther/Sechtig, Jutta/Freund, Ulrike (2010). Empirische Evaluation des Modellversuchs „Kindergarten der Zukunft in Bayern – KiDZ“. Ergebnisse der Kindergartenphase. University of Bamberg Press.
  • Sechtig, Jutta/Frank, Angela/Roßbach, Hans-Günther (2006). KiDZ – Elementare Bildungsförderung ohne Verschulung des Kindergartens. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit einer Zukunftsvision. In: KiTa aktuell BY, 18. Jg., Heft 2, 28-32.
  • Sechtig, Jutta/Freund, Ulrike/Roßbach, Hans-Günther/Anders, Yvonne (2012). Das Modellprojekt „KiDZ – Kindergarten der Zukunft in Bayern“ – Kernelemente, zentrale Ergebnisse der Evaluation und Impulse für die Gestaltung des Übergangs vom Kindergarten in die Grundschule.In: Pohlmann-Rother, Sanna/Franz, Ute (Hg.). Kooperation von KiTa und Grundschule. Eine Herausforderung für das pädagogische Personal. Köln: Carl Link. 174-188.
  • Stiftung Bildungspakt Bayern (Hg.) (2007). Das KiDZ-Handbuch. Grundlagen, Konzepte und Praxisbeispiele aus dem Modellversuch „KiDZ – Kindergarten der Zukunft in Bayern“. Köln: Wolters Kluwer.

Vorträge & Poster

  • Frank, Angela/Roßbach, Hans-Günther (10.09.2007). KiDZ - Ein Modellversuch im Kindergarten. Anlage, Erfahrungen und erste Ergebnisse der Evaluation. Vortrag auf der 70. Tagung der AEPF vom 10. bis 12. September 2007 an der Universität Lüneburg.
  • Frank, Angela/Schröter, Stefanie/Sechtig, Jutta (12.09.2006). Wohlbefinden, Lernfreude und Besorgtheit aus der Sicht von Kindergartenkindern – Zur Entwicklung und Erprobung eines standardisierten Erhebungsverfahrens.(297.7 KB) Poster auf der 68. Tagung der AEPF vom 11.-13. September 2006 an der LMU München.
  • Frank, Angela/Sechtig, Jutta (12.10.2005). Das Modellprojekt "KiDZ - Kindergarten der Zukunft in Bayern". Vortrag beim Arbeitskreis Kommunale Kindertagesstätten am 12.10.2005 in Sassanfarth.
  • Frank, Angela/Sechtig, Jutta/Roßbach, Hans-Günther (12.09.2006). Empirische Evaluation des Modellversuches KiDZ (Kindergarten der Zukunft in Bayern)(318.4 KB). Poster auf der 68. Tagung der AEPF vom 11.-13. September 2006 an der LMU München.
  • Freund, Ulrike/Roßbach, Hans-Günther/Sechtig, Jutta/Gehrt, Sandra (09.10.2009). Wissenschaftliche Begleitung des Modellprojekts „KiDZ – Kindergarten der Zukunft in Bayern“. Vortrag beim Forschungskolloquium „Forschung in der Frühpädagogik – Aktuelle Projekte und Perspektiven“ (PdfK-Nachwuchstagung) am 09./10. Oktober 2009 an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.
  • Roßbach, Hans-Günther (23.09.2005). Lehrer im Kindergarten (Modell KiDZ) - Zukunftsversion oder Verschulung des Kindergartens. Vortrag im Rahmen der Bundesfachtagung des Pestalozzi-Fröbel-Verbandes "Übergänge gestalten - Wie Bildungsprozesse anschlussfähig werden" am 23./24. September 2005 in Stuttgart.
  • Roßbach, Hans-Günther (2006). Lehrer im Kindergarten (Modell KiDZ) – Zukunftsversion oder Verschulung des Kindergartens? KiGa-Seminar im Rahmen der didacta vom 20. bis 24. Februar 2006 in Hannover.
  • Roßbach, Hans-Günther (2005). The German educational system for children from 3 to 10 years of age. Paper prepared for the symposium "Children Start School: A Global Perspective" at Chapel Hill, July 13 and 14, 2005.
  • Rossbach, Hans-Günther/Anders, Yvonne/Sechtig, Jutta/Freund, Ulrike (09.04.2011). Evaluation of the German Model Program “Kindergarten der Zukunft in Bayern – KiDZ” (Kindergarten of the Future in Bavaria – KiDZ). Vortrag auf der AERA-Jahrestagung vom 08.-12. April 2011 in New Orleans, USA.
  • Roßbach, Hans-Günther/Frank, Angela/Sechtig, Jutta (22.05.2006). Das Modellprojekt "KiDZ - Kindergarten der Zukunft in Bayern". Vortrag am Staatsinstitut für Frühpädagogik, München.
  • Roßbach, Hans-Günther/Frank, Angela/Sechtig, Jutta (01.10.2007). Das Modellprojekt "KiDZ - Kindergarten der Zukunft in Bayern". Vortrag beim Arbeitskreis Kindertageseinrichtungen - Grundschule (KitaSch) im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, München.
  • Roßbach, Hans-Günther/Frank, Angela/Sechtig, Jutta (11.11.2005). KiDZ – Kindergarten der Zukunft in Bayern. Vortrag bei der „Nacht der Forschung“ an der Universität Bamberg.
  • Roßbach, Hans-Günther/Gehrt, Sandra/Freund, Ulrike/Sechtig, Jutta (21.11.2008). KiDZ – Zwischenergebnisse der Evaluation. Vortrag auf der KiDZ-Fortbildung „Grundlagen der Förderung im Kindergarten mit dem Schwerpunkt der mathematischen Kompetenzen“ am 21. November 2008 in Dietenhofen.
  • Rossbach, Hans-Guenther/Freund, Ulrike/Gehrt, Sandra/Sechtig, Jutta (28.08.2009). The model programme „Kindergarten der Zukunft in Bayern“ – Design and Evaluation. Vortrag auf der 13th Biennial Conference EARLI 2009 vom 25.-29.08.2009 in Amsterdam.
  • Rossbach, Hans-Guenther/Freund, Ulrike/Gehrt, Sandra/Sechtig, Jutta (28.08.2009). The model programme „Kindergarten der Zukunft in Bayern“ – Design and Evaluation. Vortrag auf der 13th Biennial Conference EARLI 2009 vom 25.-29.08.2009 in Amsterdam.
  • Roßbach, Hans-Günther/Sechtig, Jutta/Frank, Angela (11.03.2005). Das Modellprojekt „KiDZ – Kindergarten der Zukunft“. Vortrag auf der Jahrestagung der Kommission Pädagogik der frühen Kindheit in der Sektion Sozialpädagogik der DGfE am 11./12.03.2005 an der Universität Bamberg.
  • Roßbach, Hans-Günther/Sechtig, Jutta/Freund, Ulrike/Anders, Yvonne/Metze, Eva (28.06.2011). Ergebnisse des Modellprojekts „KiDZ – Kindergarten der Zukunft in Bayern".(751.8 KB) Vortrag auf der KiDZ-Abschlussveranstaltung im Haus der Bayerischen Wirtschaft, München.
  • Roßbach, Hans-Günther/Sechtig, Jutta/Freund, Ulrike/Gehrt, Sandra (23.10.2009). Ergebnisse des Modellprojekts "KiDZ - Kindergarten der Zukunft in Bayern." Vortrag auf der KiDZ-Abschlussveranstaltung im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, München.
  • Sechtig, Jutta/Roßbach, Hans-Günther (17.03.2010). Beobachtung und Dokumentation in KiDZ. Vortrag auf der didacta 2010 vom 16. bis 20. März im Rahmen des Symposions „Beobachtung und Dokumentation von Bildungs- und Lernprozessen in Kindergarten und Grundschule“, Köln.

Abschlussarbeiten

  • Fritsche, Katharina (2011). „Jungen rechnen – Mädchen lesen“ – Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Leistungen am Beispiel des Projektes KiDZ.  Diplomarbeit im Studiengang Pädagogik in der Fakultät Humanwissenschaften an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.
  • Grellner, Barbara (2007). Das Team-Teaching im KiDZ-Projekt (Kindergarten der Zukunft)(21.5 MB). Zulassungsarbeit zur ersten Staatsprüfung für das Lehramt an Grundschulen in der Fakultät Pädagogik, Philosophie, Psychologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.
  • Heinlein, Jennifer (2010). Literacy-Erziehung in Kindergärten: Wie wird diese im Kindergartenmodellprojekt KiDZ umgesetzt und welche Effekte ergeben sich daraus? Diplomarbeit im Studiengang Pädagogik in der Fakultät Humanwissenschaften an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.
  • Kempter, Iris M. (2009). Unterrichtsqualität im Anfangsunterricht – Erfassung von Unterrichtsmerkmalen im Rahmen des KiDZ-Projektes. Diplomarbeit im Studiengang Pädagogik in der Fakultät Humanwissenschaften an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.
  • Mikusch (geb. Schröter), Stefanie (2006). Entwicklung und Erprobung eines Fragebogens zu Wohlbefinden, Lernfreude und Besorgtheit bei Kindern im Kindergarten(2.0 MB). Diplomarbeit im Studiengang Pädagogik in der Fakultät Pädagogik, Philosophie, Psychologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.
  • William, Franziska (2008). Portfolios in der deutschen Frühpädagogik. Diplomarbeit im Studiengang Pädagogik in der Fakultät Humanwissenschaften an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.
  • Wittmann, Susanne (2009). Entwicklung sprachlicher und mathematischer Kompetenzen im Kindergartenalter.(483.2 KB) Diplomarbeit im Studiengang Pädagogik in der Fakultät Humanwissenschaften an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.

Evaluation "Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration"

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat das Bundesprogramm "Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration" initiiert, um insbesondere Kinder aus bildungsbenachteiligten Familien und Kinder mit Migrationshintergrund so früh wie möglich in ihrer sprachlichen Entwicklung zu unterstützen. Bis zum 31. Dezember 2015 wurden rund 4.000 Schwerpunkt-Kitas bundesweit gefördert. Ausführliche Informationen zum Bundesprogramm finden Sie hier.


Der Lehrstuhl für Elementar- und Familienpädagogik führte zusammen mit dem Arbeitsbereich Frühkindliche Bildung und Erziehung der Freien Universität Berlin sowie der PädQUIS gGmbH die wissenschaftliche Evaluation des Bundesprogramms durch. Es wurde schwerpunktmäßig untersucht,

  • wie die Einrichtungen die sprachliche Bildung alltagsintegriert umsetzen und welche Unterstützung/Netzwerke sie dabei in Anspruch nehmen,
  • welche Veränderungen in den Schwerpunkt-Kitas durch die zusätzlichen Personal- und Sachmitteln erreicht werden,
  • welche Veränderungen sich bei den pädagogischen Fachkräften feststellen lassen,
  • welchen Einfluss das Bundesprogramm auf die (sprach-)pädagogische Qualität in den Einrichtungen hat,
  • welchen Einfluss das Bundesprogramm auf die Kinder und ihre Familien hat,
  • inwiefern sich die Schwerpunkt-Kitas von anderen Einrichtungen unterscheiden.


Welche Einrichtungen wurden in die Untersuchung einbezogen?

Es wurden insgesamt 240 Schwerpunkt-Kitas und 80 Einrichtungen außerhalb des Programms in die Evaluation einbezogen. Die Auswahl erfolgte hauptsächlich nach regionalen Kriterien.


Wer sind wir?

Die Studienpartner, die diese Evaluationsstudie gemeinsam durchführten, waren ein Verbund aus der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, dem Arbeitsbereich  Frühkindliche Bildung und Erziehung der Freien Universität Berlin sowie der PädQUIS gGmbH, einem Kooperationsinstitut der Freien Universität Berlin.

Projektleitung

Prof. Dr. Hans-Günther Roßbach
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Lehrstuhl für Elementar- und Familienpädagogik
96045 Bamberg
hans-guenther.rossbach(at)uni-bamberg.de
www.uni-bamberg.de/efp

Prof. Dr. Yvonne Anders
Freie Universität Berlin
Fachbereich für Erziehungswissenschaft und Psychologie
Arbeitsbereich Frühkindliche Bildung und Erziehung
Habelschwerdter Allee 45
14195 Berlin
yvonne.anders(at)fu-berlin.de
http://www.ewi-psy.fu-berlin.de/

Prof. Dr. Wolfgang Tietze
PädQUIS® gGmbH
Pädagogische Qualitäts-Informations-Systeme gGmbH
Ordensmeisterstraße 15-16
12099 Berlin
w.tietze(at)fu-berlin.de
www.paedquis.de

Projektlaufzeit

01.01.2012 - 31.12.2015

Projektträger

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

Pädagogische Einstellungen von frühpädagogischem Fachpersonal zu mathematischer Frühförderung

Durch die Zunahme des wissenschaftlichen und fachpolitischen Interesses an der frühkindlichen Bildung in Deutschland in den vergangenen Jahren haben sich auch das Aufgabenspektrum, sowie die Funktionen der frühkindlichen Bildungs- und Betreuungseinrichtungen stetig erweitert. Die Bildungs- und Orientierungspläne der Länder heben dabei auch die Förderung schulischer Vorläuferfähigkeiten in den Bereichen Sprache, Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften hervor.

Dieser Wandel hat große Auswirkungen auf die beruflichen Anforderungen an die frühpädagogischen Fachkräfte, die den Bildungsauftrag in den Kindertagesstätten und Kindergärten umsetzen. Aspekte des Professionswissens und pädagogische Werte und Einstellungen gehören hierbei zu den als bedeutsam erachteten professionellen Kompetenzen von frühpädagogischen Fachkräften.

Das Forschungsprojekt „Strukturen, Formen, Raum und Zahlen im Kindergarten entdecken – Pädagogische Einstellungen von frühpädagogischem Fachpersonal zu mathematischer Frühförderung“  fokussiert auf den Bildungsbereich der frühen Mathematik und untersucht diesbezügliche pädagogische Einstellungen und Werte, den Stellenwert dieses Bildungsbereichs und notwendige Handlungsvoraussetzungen aus Perspektive der Fachkraft sowie die Sensibilität für Mathematik im Kindergartenalltag. Es handelt sich hierbei vorerst um eine Pilotstudie, deren Ergebnisse als Grundlage für weiterführende Projekte dienen sollen.

In den drei bayerischen Erhebungsbezirken Bamberg, Forchheim und Nürnberg, sowie den Berliner Bezirken Zehlendorf, Wedding und Kreuzberg konnten in diesem Rahmen knapp 30 Einrichtungen mit einer Gesamt-Teilnehmerzahl von über 200 frühpädagogischen Fachkräften für das Forschungsprojekt gewonnen werden. Das Erhebungsinstrument stellte dabei ein zweiteiliger Fragebogen dar, der unter Anleitung geschulter Erheberinnen und Erheber in den jeweiligen Einrichtungen vor Ort von frühpädagogischen Fachkräften ausgefüllt wurde.

Informationen zum Forschungsprojekt

Laufzeit: September 2011 – August 2012
 

Teilnehmende Kindergärten

  • 19 Einrichtungen in den bayerischen Erhebungsgebieten Bamberg, Forchheim und Nürnberg und 11 in Berlin
  • 11 Einrichtungen in den Berliner Erhebungsbezirken Zehlendorf, Wedding und Kreuzberg

Projektteam

Projektleitung:

Dr. Yvonne Anders

Prof. Dr. Hans-Günther Roßbach


Wissenschaftliche Hilfskräfte:   

  • Jung, Maria (BA)
  • Karnoll, Sebastian (BA)
  • Metze, Eva

Vorarbeiten zum Bildungspanel

Hier geht es zur offiziellen Website des Nationalen Bildungspanels (www.uni-bamberg.de/neps)

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) beabsichtigt in enger Abstimmung mit den Ländern, der wissenschaftlichen Community und der Deutschen Forschungsgesellschaft (DFG) einen Beitrag zur Etablierung ein nationales Bildungspanel als wissenschaftliches Vorhaben auf der Basis von Kohorten-Sequenz-Analysen unter Einbeziehung von regelmäßigen Kompetenzmessungen zu leisten.

Zu diesem Zweck hat das BMBF das Forschungsprojekt „Vorarbeiten zur Kompetenzmessung im Elementarbereich/ bei unter sechsjährigen Kindern“an Prof. Hans-Günther Roßbach und Prof. Sabine Weinert vergeben. Dieses hat zum Ziel, im Kontext von Überlegungen zur Etablierung eines Bildungspanels auszuloten, inwieweit ein solches Panel bereits während der Kindergartenzeit (und nicht erst kurz vor der Einschulung) beginnen könnte.

In der fachlichen und bildungspolitischen Diskussion der Ergebnisse von internationalen Schulleistungsvergleichsstudien und dem schlechten Abschneiden von (älteren) Schülerinnen und Schülern in Deutschland wird stets auf die große Bedeutung einer früh beginnenden (kognitiven) Förderung hingewiesen und dementsprechend großer Wert auf die Förderung der Kinder im Kindergarten gelegt. Aufgrund dieser dem Kindergarten zugeschriebenen Bedeutsamkeit erscheint es wünschenswert, die Kindergartenzeit in ein Bildungsmonitoring mit einzubeziehen und die Generierung einer Datenbasis für eine an Bildung im Lebenslauf orientierten Bildungsberichterstattung schon in einer frühen Phase im Kindergarten beginnen zu lassen. Dadurch würde sich ebenfalls die Möglichkeit ergeben, Reformen in diesem Bereich einer systematischen Evaluation auf breiter Ebene unterziehen zu können.

Obwohl Bildungsprozesse schon mit der Geburt beginnen, erscheint es aus pragmatischen Gründen – Erhebungsaufwand, vorhandene Messzeitinstrumente – sinnvoll, ein Bildungspanel etwa im dritten bzw. vierten Lebensjahr der Kinder einzurichten. Ein solches Panel würde somit in der Regel die letzten beiden Kindergartenjahre umfassen, um dann im Grundschulbereich fortgesetzt zu werden.

Ein nationales Bildungspanel bildet dabei das inhaltliche und organisatorische Dach für konzeptionell aufeinander bezogene und sich ergänzende Längsschnittuntersuchungen zur Kompetenzentwicklung im Lebenslauf. Dieses beinhaltet folgende Zielsetzungen:
 

  • Analyse von Bildungsbiographien innerhalb der Institutionen und institutionenübergreifend,
  • Untersuchung der Zusammenhänge von formaler, nicht-formaler und informeller Bildung,
  •  Analyse der Zusammenhänge von Rahmenbedingungen, subjektiven Voraussetzungen, individuellen und gesellschaftlichen Aufwendungen für Bildung sowie Erträgen von Bildung im Zeitverlauf.


Projektmitarbeiterinnen am Lehrstuhl Elementar- und Familienpädagogik:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (Hrsg.) (2008): Kindliche Kompetenzen im Elementarbereich: Förderbarkeit, Bedeutung und Messung.  Reihe Bildungsforschung des BMBF, Band 24.

Bildarchiv zur Geschichte der öffentlichen Kleinkinderziehung

Bildarchiv zur Geschichte der öffentlichen Kleinkindererziehung

Seit 1985 befindet sich am Lehrstuhl für Elementar- und Familienpädagogik der Otto-Friedrich Universität Bamberg ein "Bildarchiv zur Geschichte der öffentlichen Kleinkindererziehung".

Die Sammlung war zunächst geplant worden als eine Bildsammlung zur visuellen Unterstützung von Vorlesungen zur Geschichte des Kindergartens in Deutschland, konnte aber mit finanzieller Unterstützung der Universität Bamberg weiter ausgebaut werden, so dass nun ein Bildbestand von rund 8000 Bildmotiven vorhanden ist.

Der Schwerpunkt des Archives liegt auf der Geschichte des deutschen Kindergartens und seiner Neben- und Vorformen, einschließlich des Kindergartens der ehemaligen DDR.

Kleinere Sammelbestände sind zum Bereich der Krippe und des Hortes vorhanden. Ausweitungen des Sammelbestandes beziehen sich auf den Kindergarten in europäischen Ländern sowie auf die Sozialgeschichte des Kindes und der Familie. Der Hauptbestand des Archives besteht aus Fotografien seit der Zeit um 1880 bis zur Gegenwart. Die Zeit davor ist durch Zeichnungen, Holzstiche, Lithographien und Gemälde recht gut erschlossen.

Eine Publikation ist bereits 1987 vorgelegt worden unter dem Titel: Erning, Günter: Bilder aus dem Kindergarten. Bilddokumente zur Geschichte der öffentlichen Kleinkindererziehung. Freinburg i. Br. 1987 (mit ca. 300 Abbildungen)

In der nächsten Zeit sollen thematisch orientierte Bildserien auf CDROM erscheinen, die Einzelthemen abdecken und zum Einsatz in der Aus- und Fortbildung der ErzieherInnen sowie für den akademischen Unterricht geeignet sind.

Der Bestand des Archives kann zu Forschungszwecken oder für Illustrationen bei Buchpublikationen genutzt werden. Anfragen werden jederzeit gern beantwortet.

Kontakt

Einige Bildbeispiele aus dem Archiv finden Sie hier in einer Präsentation im Adobe-PDF-Format.

DownloadDownload: Wendepunkte in der Geschichte der öffentlichen Kleinkinderziehung (20.2 MB)(ca. 20 MB)

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Umschrift der Mutter- und Koselieder

Friedrich Fröbel: Mutter- und Koselieder. Umschrift zum freien Download (Hrsg. Günter Erning)

In universitären Lehrveranstaltungen sowie in Fortbildungen für Erzieherinnen zum Thema Fröbel musste ich häufig die Erfahrung machen, dass die Studierenden selten die deutsche Frakturschrift noch flüssig lesen konnten.
Da die Mutter- und Koselieder bislang nur als Faksimiles des Originales erschienen sind bzw. die älteren Neuausgaben auch die Frakturschrift bevorzugten, war mir dieser Mangel Anlass, diese Umschrift vorzulegen.
Gleichzeitig habe ich eine Umstellung der Texte vorgenommen:
Nach den Bildtafeln und der Umschrift der Texte folgen direkt die entsprechenden Erläuterungen Fröbels zu den Randzeichnungen.
So ist eine thematische Einheit der Bildtafeln, der Texte und der Erläuterungen Fröbels gegeben.
Die Umschrift folgt der Ausgabe der Mutter- und Koselieder von Johannes Prüfer ( 4. Auflage Leipzig 1927). Sandra Meyer und Konstanze Rückert haben das Typoskript erstellt, Korrektur gelesen wurde von Irmgard Erning und Monika Willuweit.

Friedrich Fröbel: Mutter- und Koselieder. Umschrift zum freien Download (Hrsg. Günter Erning) Download(25.1 MB)

Elterliche Einstellungen zum Krippenbesuch und deren Einfluss auf die Inanspruchnahme einer Krippe

Inhalte und Ziele

Die Frage, warum sich Eltern für oder gegen den Krippenbesuch ihres Kindes entscheiden, steht seit vielen Jahren im Fokus (inter-)nationaler Untersuchungen. Bisher dominierten hier Analysen, die die Inanspruchnahme mit Merkmalen der Familien, wie Bildungsstatus oder Migrationshintergrund, in Verbindung bringen. Obwohl Krippen einen wichtigen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf leisten, weiß man bislang wenig über die Einstellungen von Eltern zur frühkindlichen Betreuung. Die Forschungsarbeiten tragen zur Schließung dieser Forschungslücke bei und analysiert, wie die Einstellungen von Eltern zum Krippenbesuch sind, ob diese mit anderen Merkmalen der Eltern in Verbindung stehen und inwiefern die Einstellungen einen Einfluss auf die tatsächliche Inanspruchnahme haben. Weiter geht es um Gründe, die Eltern nennen, weshalb sie sich gegen die institutionelle Betreuung ihres unter drei jährigen Kindes entschieden haben,

Methode

Grundlage bildet die Startkohorte 1 – Neugeborene – des Nationalen Bildungspanels (NEPS), die durch das Leibnitz-Institut für Bildungsverläufe (LifBi) an der Universität Bamberg zur Verfügung gestellt wird. Das NEPS erhebt längsschnittliche Daten zu Bildungsprozessen und Kompetenzentwicklung in Deutschland.

Der Datensatz erlaubt ein prospektives Vorgehen. Wurden bislang Eltern gebeten, sich an die Betreuung ihres Kindes zu erinnern, liegen im NEPS Daten vor, bevor das Kind eine Krippe besucht. Dieses prospektive Vorgehen hebt die Untersuchungen von bisherigen ab. Der enorme Vorteil des prospektiven Vorgehens liegt darin, dass die „echten“ Erwartungen abgebildet werden können und diese anders als bei retrospektiver Betrachtung nicht durch den schon stattgefundenen Krippenbesuch verzerrt sind.

Die theoretische Basis der Forschungsarbeiten bildet das Accommodation-Model von Meyers und Jordan (2006). Diesem folgend, sind es vor allem die Einstellungen und Erwartungen der Eltern, die einen Einfluss auf ihre Betreuungsentscheidungen haben und weniger sozio-demografische Faktoren wie Bildungsstatus oder Migrationshintergrund

Fragestellungen

1. Wie sind die Einstellungen und Erwartungen von Eltern zum Krippenbesuch und von welchen Faktoren werden diese beeinflusst?

2. In welchem Zusammenhang stehen diese Einstellungen mit der Anmeldung und Inanspruchnahme einer Krippe?

3. Wie ist der gewünschte und tatsächliche Startzeitpunkt der Inanspruchnahme und spielt die elterliche Wahrnehmung ihrer Kinder hierbei eine Rolle?

4. Welche Gründe nennen Eltern gegen die Inanspruchnahme und welche Rolle spielen hierbei Migrationshintergrund, Informiertheit und Fördererwartung

Ergebnisse

Fragestellung 1

Die Ergebnisse der ersten Untersuchung zeigen, dass Eltern eine hohe Fördererwartung an die Krippe stellen und somit davon ausgehen, dass der Besuch einer Krippe förderlich für die kindliche Entwicklung ist. Ebenso sehen Eltern im Krippenbesuch ihres Kindes eine gute Möglichkeit (wieder) berufstätig zu sein. Dass sie erwarten von ihrem sozialen Umfeld „schief angesehen“ zu werden, wenn sie sich für die institutionelle Betreuung ihres Kindes entscheiden, trifft nur für einen kleinen Teil der Eltern zu. Die insgesamt positiven Erwartungen der 3.229 befragten Eltern zeigen, dass die frühkindliche außerfamiliäre Erziehung, Bildung und Betreuung ihren „Nothilfecharakter“ (Roßbach, 2008, S. 289) abgelegt hat. Dies ist insbesondere für Westdeutschland interessant, da hier historisch gesehen die Krippenbetreuung eher die Ausnahme war, wohingegen in Ostdeutschland die Betreuung für weite Teile der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein fester Bestandteil in der Bildungsbiographie der Kinder war. In einem nächsten Schritt wurden Zusammenhänge zwischen den Erwartungen und Merkmalen der Familie wie Bildungsstatus oder Migrationshintergrund analysiert. Auch hier zeigen sich die Unterschiede, die auf den Wohnort zurückzuführen sind. Eltern aus Westdeutschland erwarten vergleichsweise eher, dass sie von ihrem sozialen Umfeld schief angesehen werden, wenn sie sich für eine Krippenbetreuung entscheiden. Auch 30 Jahre nach der Wende scheinen noch immer geringfügige Vorbehalten vorzuliegen. Dass die Krippe förderlich für die kindliche Entwicklung ist, wird eher von Eltern aus Ostdeutschland, mit höherer Informiertheit über Betreuungsangebote und von Eltern mit Migrationshintergrund erwartet. Insbesondere der Befund, dass Eltern mit Migrationshintergrund höhere Erwartungen bezüglich der Förderlichkeit haben überrascht. So zeigen die Zahlen zu Inanspruchnahme, dass ihre Kinder in Krippen deutlich unterrepräsentiert sind (20 % Betreuungsquote bei Kindern mit Migrationshintergrund, 40 % Betreuungsquote bei Kindern ohne Migrationshintergrund). Trotz ihrer hohen Erwartungen, scheinen diese Eltern ihre Betreuungswünsche nicht in die Tat umsetzen können.

Weitere Informationen: Burghardt, L., & Kluczniok, K. (2016). Erwartungen von Eltern zu Nutzen und Kosten eines Krippenbesuchs: Eine Analyse zu Zusammenhängen mit kindbezogenen und familialen Strukturmerkmalen. Diskurs Kindheits- Und Jugendforschung. 11(3), 339–354. doi.org/10.1026/2191-9186/a000221

Fragestellung 2:

Im zweiten Beitrag konnte gezeigt werden, dass bereits 59% der sieben Monate alten Kinder in einer Krippe angemeldet sind, obwohl zu diesem Zeitpunkt nur zwei Prozent tatsächlich schon eine Krippe besuchten. Diese hohe Zahl macht deutlich, wie wichtig die frühe Anmeldung in Deutschland ist, um überhaupt einen Betreuungsplatz zu bekommen. Unter Berücksichtigung der Betreuungsquoten auf Kreisebene zeigt sich, dass es weniger die Strukturmerkmale der Eltern wie Bildungsstatus, Einkommen oder Migrationshintergrund sind, die mit der Anmeldung in Verbindung stehen, sondern die Einstellungen und Erwartungen der Eltern. Es wird deutlich, dass ein Kind eher dann in einer Krippe angemeldet wird, wenn Eltern über Betreuungsangebote in der Region informiert sind, sie erwarten, dass der Besuch der Krippe positiv für die kindliche Entwicklung ist und der Besuch der Krippe die Berufstätigkeit ermöglicht. Ebenfalls ist die Wahrscheinlichkeit höher, sein Kind in einer Krippe anzumelden, wenn die eigene Berufstätigkeit als bedeutsam empfunden wird. Bei der frühen Inanspruchnahme mit durchschnittlich 13 Monaten zeigt sich ebenfalls die hohe Bedeutung der Erwartungen. So ist es vornehmlich die Fördererwartung, die mit der frühen Inanspruchnahme in Verbindung steht. Die Ergebnisse festigen die Annahme von Zugangshürden und belegen, dass Eltern mit Migrationshintergrund ihr Kind seltener in Krippen anmelden. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind für die Krippe angemeldet wird, sinkt um 16 %, wenn bei den Eltern ein Migrationshintergrund vorliegt.

Weitere Informationen: Burghardt, L. (2017). Zusammenhänge elterlicher Erwartungen und Einstellungen mit der Anmeldung und späteren Inanspruchnahme einer Krippe. Frühe Bildung, 6(2), 83–92. https://doi.org/10.1026/2191-9186/a000312

Fragestellung 3:

Der dritte Beitrag geht der Frage nach, welche Rolle die elterliche Wahrnehmung ihrer Kinder auf den gewünschten und tatsächlichen Startzeitpunkt der Krippenbetreuung spielt. Zentral für diese Untersuchung ist die Annahme, dass gerade die Art und Weise, wie Eltern ihr eigenes Kind sehen, einen Einfluss auf den gewünschten Startzeitpunkt der Betreuung hat, für den tatsächlichen Startzeitpunkt aber weniger Kindmerkmale als vielmehr praktische Erwägungen, wie der Wiedereinstieg in den Beruf, relevant sind. Es kann angenommen werden, dass möglicherweise bei geringem Gewicht oder weniger ausgeprägten sprachlichen oder motorischen Kompetenzen, Eltern ihr Kind als „noch nicht bereit“ für die außerfamiliäre Betreuung sehen und deswegen einen späteren Start präferieren. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich im ersten Modell, indem nur Kindmerkmale aufgenommen wurden, minimale Zusammenhänge zeigen. Verfügt das Kind über ein vergleichswese schwieriges Temperament oder ein höheres Geburtsgewicht, so wünschen sich Eltern einen früheren Start in die Krippenbetreuung. Ergänzt man Strukturmerkmale der Eltern und ihre Einstellungen und Erwartungen, so verlieren die Kindmerkmale ihren Einfluss und die Fördererwartung erweist sich erneut als zentrale Einflussgröße. Je mehr Eltern glauben, dass die Krippe ein Ort ist, der förderlich für die Entwicklung ihrer Kinder ist, desto früher wünschen sie sich einen Start in diesen. Es zeigt sich überdies ein schwacher, aber signifikanter Interaktionseffekt: Eltern, deren Kinder ein schwierigeres Temperament aufweisen, haben eine höhere Erwartung an die Förderlichkeit der Krippe und wünschen sich deswegen einen früheren Start für ihr Kind. Möglicherweise erhoffen sie sich, besonders für ihr Kind mit einem schwierigen Temperament, einen positiven Einfluss durch den Besuch der Krippe, da hier Kinder das erste Mal mit vielen anderen Kindern über einen längeren Zeitraum gemeinsam betreut werden und sich somit in soziale Gefüge einfinden (müssen) und zum Beispiel teilen lernen. Bezogen auf den tatsächlichen Startzeitpunkt zeigt sich auch hier, dass Kinder mit Migrationshintergrund nicht nur seltener in Krippen gehen, sie beginnen auch später mit der Betreuung. Erstmalig erweist sich hier nicht die Fördererwartung als zentral, sondern die empfundene Wichtigkeit der Mutter wieder in den Beruf eintreten zu wollen. Zwischen gewünschtem Startzeitpunkt und tatsächlichem Startzeitpunkt lässt sich eine Diskrepanz von nahezu 10 Monaten ausmachen. Wenn es nur um das Wohl des Kindes ginge, würden sich Eltern einen Start mit 25,7 Monaten wünschen. Der tatsächliche Start liegt mit 15,6 Monaten deutlich früher und deckt sich nahezu perfekt mit den Regelungen zum Elterngeld. Der Wiedereinstieg in den Beruf ist demnach eng mit dem Beginn der Inanspruchnahme verknüpft.

Weitere Informationen: Burghardt, L. (2018). Relevance of child characteristics for the envisaged and real start of childcare attendance for the under-3s in Germany. European Early Childhood Education Research Journal 26(6), 873-892. DOI: 10.1080/1350293X.2018.1533706

Fragestellung 4:

Der vierte Beitrag geht der Frage nach, ob die Gründe von Eltern gegen eine außerfamiliäre Betreuung tatsächlich migrationsbedingt sind oder vielmehr von der Informiertheit der Eltern und deren Fördererwartung abhängen. Ein bedeutsamer Teil der Stichprobe (23%) gibt an, dass sie keinen Platz bekommen haben, die Bezeichnung „unfreiwillig Nichtnutzer“ (Alt, Berngruber & Pötter, 2016, S. 702) scheint für diesen Teil der Eltern zuzutreffen. Die Angabe, keinen Platz bekommen zu haben, impliziert, sich zumindest um einen Platz bemüht zu haben. Die Gründe, weshalb sie keinen Platz bekommen haben, sei es zu spätes Kümmern oder mangelndes Platzangebot, können anhand der vorliegenden Daten nicht rekonstruiert werden. Eltern mit Migrationshintergrund gehören deutlich häufiger zu dieser Elterngruppe. Diese Eltern geben sowohl häufiger an, dass sie keinen Platz gefunden haben (36%), als auch, dass die Betreuungsmöglichkeit nicht ihren Vorstellungen entsprochen hat (10%). Die Annahmen, dass Zugangshürden die Realisierung der Betreuungswünsche erschweren, erscheinen zunächst Bestätigung zu finden. Insbesondere die häufigere Angabe, dass die Betreuungsmöglichkeit nicht den eigenen Vorstellungen entspricht und die Einrichtung demnach ‚nicht passt‘, deckt sich damit, dass neben strukturellen Merkmalen auch qualitative und interkulturelle Vorbehalte vorliegen. Sowohl diese Elterngruppe als auch die Gesamtstichprobe zeigt bei geringer Ausprägung in der Informiertheit eine deutliche Tendenz dazu, ihr Kind selbst betreuen zu wollen. Dieses Ergebnis lässt sich in Teilen damit erklären, dass aus einer geringen Informiertheit eine Art Ungewissheit, wenn nicht sogar Skepsis gegenüber außerfamiliären Betreuungssettings entstehen könnte, die dazu führt, die Betreuung selbst übernehmen zu wollen. Entsprechend zeigen sich die Befunde zur Fördereinstellung. Wenn Eltern erwarten, dass der Besuch ihres Kindes in einer Krippe förderlich für die kindliche Entwicklung ist, finden sich vergleichsweise große Unterschiede darin, die eigene Betreuung oder die Betreuung durch Verwandte zu präferieren.

Weitere Informationen: Burghardt, L. (2019). Nichtinanspruchnahme außerfamiliärer Betreuung in den ersten drei Lebensjahren – Welche Rolle spielen Migrationshintergrund, Informiertheit und Fördererwartung. Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation 39 (1), 5-23 https://doi.org/10.3262/ZSE1901005

Gesellschaftliche Relevanz der Ergebnisse

Die skizzierten Forschungsergebnisse sind insbesondere deshalb von gesellschaftlicher Relevanz, da sie aufzeigen, dass soziale Ungleichheiten schon im Zugang zu frühkindlicher außerfamiliärer Betreuung bestehen und weitreichende Konsequenzen für spätere Bildungs- und Berufschancen haben können. Alt, Berngruber und Pötter (2016, S.702) sprechen in diesem Zusammenhang von Familien mit Migrationshintergrund als „unfreiwilligen Nichtnutzern“, da sie sich nicht seltener um einen Betreuungsplatz bemühen, ihre Betreuungswünsche aber nur seltener in die Tat umsetzen (können). Die Autoren vermuten, dass der Ausbau des Früherziehungssystems zu einer Reduzierung des unterschiedlichen Nutzungsverhaltens führt, dieser Effekt des Rechtsanspruchs aber nur zu einem Teil die bestehenden Disparitäten im Zugang zu Kindertageseinrichtungen aufheben wird. Erste Ergebnisse der KiföG-Länderstudie weisen darauf hin, dass soziale Selektionsmechanismen in den Regionen seltener sind, wo es eine gut ausgebaute Betreuungsinfrastruktur gibt. Der weitere Ausbau von Plätzen kann somit zu einer Chancengleichheit für Eltern mit Migrationshintergrund führen. Hierin zeigen sich klare Empfehlungen für politische Entscheidungsträger_innen.

Nicht nur diese spezifische Elterngruppe würde von weiteren Betreuungsplätzen profitieren, denn es liegt eine generelle Diskrepanz von bis zu 15% zwischen Nachfrage und Angebot vor. Trotz des beachtlichen Ausbaus der Betreuungsmöglichkeiten für Kinder in den ersten drei Lebensjahren (90.000 zusätzliche Plätze zwischen 2013 und 2015 auf nahezu 600.000 Plätze) zeigen sich noch immer regionsspezifische Engpässe in der Bereitstellung von Krippenplätzen. Rauschenbach, Schilling und Meiner-Teubner (2017) kommen in ihren Arbeiten zu Zukunftsszenarien der Kindertagesbetreuung zu der Schlussfolgerung, dass es bis zum Jahr 2025 267.000 weitere Plätze in der U3-Betreuung bedarf, was vor allem auf die steigende Nachfrage in Westdeutschland zurückzuführen ist. In Anbetracht auf teils schon realisierte oder kommende gesetzliche Regelungen, die einen Einfluss auf Betreuungsgebühren haben, kann angenommen werden, dass durch den Wegfall oder die Reduzierung der Betreuungskosten ein noch größerer Betreuungsbedarf entsteht. Insbesondere dort, wo sich die Landesregierungen an der Abschaffung der Kitagebühren orientieren, kann mit einer vermehrten Nachfrage an Plätzen gerechnet werden. Verstärkt wird dies vermutlich durch das „Gute-KiTa-Gesetz“ welches schon in der Pressemitteilung die Überschrift „Mehr Qualität und weniger Gebühren“ trägt (Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend, 2019).  So würden vermutlich jene Eltern, die bislang die Kosten gescheut haben, erneut überlegen, ob ihr Kind in einer Krippe betreut werden soll, wenn keine zusätzlichen Kosten anfallen würden. Der Forschungsstand hierzu zeigt, dass bei der Gruppe von Eltern, die sich gegen die Inanspruchnahme entschieden haben, zwischen 30 und 40% dieser angeben, dass unter anderem die Kosten als zu hoch empfunden wurden und sie sich deswegen gegen die außerfamiliäre Betreuung entschieden haben.

Die stetig steigende Inanspruchnahme kann unter anderem als Resultat der angestrebten Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit interpretiert werden. Im Tagesbetreuungsausbaugesetz wird explizit darauf aufmerksam gemacht, dass Betreuungsplätze für Kinder von erwerbstätigen Eltern vorzuhalten sind. Dadurch, dass das konservativ-traditionelle Familienbild des Mannes als Ernährer und der Frau als Hausfrau und Mutter mehrheitlich dem Modell einer gleichberechtigten Erwerbstätigkeit gewichen ist, bedarf es entsprechender Betreuungsmöglichkeiten. Ist hierfür allerdings die Kenntnis über die frühe Anmeldung, teilweise während oder direkt nach der Schwangerschaft, nötig, so bedarf es einer entsprechenden Transparenz, damit Familien ihre Betreuungswünsche in die Tat umsetzen können. Somit kann dies als praktische Implikationen für Tätige in der Kinder- und Jugendhilfe formuliert werden. Wie oben angerissen, erscheint der Zugang über Hebammen oder Kinderärzt_innen gewinnbringend, da diese Personengruppen zum entsprechenden Zeitpunkt im direkten Kontakt mit den Familien stehen. Da insbesondere Familien mit Migrationshintergrund über eine geringe Informiertheit verfügen, könnte es sich lohnen, entsprechende Informationen zusätzlich in der jeweiligen Herkunftssprache bereitzustellen. Die Übergabe entsprechender Borschüren durch Hebammen oder Kinderärzt_innen erscheint als wenig aufwändig, ihre medizinischen sowie beratenden Tätigkeiten würden hierdurch nur marginal beeinflusst werden. Weiter könnten spezifische Anlaufstellen eingerichtet, beziehungsweise bei Jungendämtern oder Trägern angebunden werden, die Familien mit geringen Deutschkenntnissen bei der Ausfüllung des Anmeldeformulars unterstützen. Eltern müssten zusätzlich über entsprechende (freiwillige) Angebote informiert werden, damit sie nicht nur implementiert, sondern auch genutzt werden.

 

Aktuelle Publikationen:

Burghardt, L. & Kluczniok, K. (2016). Erwartungen von Eltern zu Nutzen und Kosten eines Krippenbesuchs - Eine Analyse zu Zusammenhängen mit kindbezogenen und familialen Strukturmerkmalen. Diskurs Kindheits- und Jugendforschung, 11(3), 339-354. https://doi.org/10.3224/diskurs.v11i3.7

Burghardt, L. (2017). Zusammenhänge elterlicher Erwartungen und Einstellungen mit der Anmeldung und späteren Inanspruchnahme einer Krippe. Frühe Bildung, 6(2), 83-92. https://doi.org/10.1026/2191-9186/a000312

Burghardt, L. (2018). Relevance of child characteristics for the envisaged and real start of childcare attendance for the under-3s in Germany. European Early Childhood Education Research Journal  26(6), 873-892. DOI: 10.1080/1350293X.2018.1533706

Burghardt, L. (2019). Elterliche Einstellungen zum Krippenbesuch und deren Einfluss auf die Inanspruchnahme einer Krippe (Dissertation). Universität Bamberg. https://doi.org/10.20378/irbo-53970

Burghardt, L. (2019). Nichtinanspruchnahme außerfamiliärer Betreuung in den ersten drei Lebensjahren – Welche Rolle spielen Migrationshintergrund, Informiertheit und Fördererwartung. Zeitschrift für Soziologie der Erziehung und Sozialisation 39 (1), 5-23 https://doi.org/10.3262/ZSE1901005