Das Vorpraktikum als formale Zulassungsvoraussetzung

Bei dem Vorpraktikum handelt es sich um eine dem Studienziel dienende praktische Tätigkeit von mindestens 6 Wochen, beziehungsweise 225 Stunden.

Eine Stückelung (beispielsweise 2 x 3 Wochen, verschiedene Einrichtungen) ist möglich, wenn der Vollzeitcharakter erhalten bleibt!

Das Vorpraktikum kann nicht nachgereicht werden! Es muss spätestens bis zum Zeitpunkt der Einschreibung abgeschlossen sein und bei der Immatrikulation mit einer Bestätigung des Trägers oder der Einrichtung nachgewiesen werden.

Dem Nachweis muss eindeutig zu entnehmen sein:

  • der Zeitpunkt des Beginns und die gesamte Dauer des Praktikums,
  • die Art der pädagogischen Tätigkeiten und
  • die Art des Trägers/ der Einrichtung.

Das Praktikum soll nicht länger als drei Jahre zurückliegen.

Es muss absolviert werden bei außerschulischen pädagogischen Einrichtungen, Verbänden oder Unternehmen.

Wahrnehmen müssen diese Träger und Einrichtungen Aufgaben der

  • Allgemeinen Pädagogik,
  • der Elementar- und Familienpädagogik oder
  • der Sozialpädagogik oder
  • der Erwachsenenbildung/ Weiterbildung beziehungsweise Personalentwicklung.

Beispiele für Einrichtungen sind unter "Berufsperspektiven" zu finden.

Ausschlagebend ist dabei stets, dass es sich um pädagogische Tätigkeiten bei einer pädagogischen Einrichtung handelt!

So genügt zum Beispiel nicht:

  • reine Entwicklungshilfe im Ausland,
  • unterrichtende Tätigkeit
  • einzelne Gruppenstunden, über einen längeren Zeitraum verteilt (Leitung einer Jugendgruppe im Verein, Nachhilfe-Stunden,...)
  • Au-Pair-Tätigkeit

Einen relativ zuverlässigen Anhaltspunkt für die Anerkennungsmöglichkeit liefert in der Regel die Betreuung vor Ort: Gibt es pädagogische Ansprechpersonen? Wurde in dem Arbeitsverhältnis pädagogisch gehandelt?

Dem Studienziel dienende abgeschlossene Ausbildungen in einem pädagogischen Ausbildungsberuf werden als gleichwertig anerkannt. Dies sind beispielsweise Ausbildungen von Erziehenden, staatliche geprüfte Familienpfleger, Logopäden/-innen, usw. 

Diese Qualifikationsvoraussetzung soll sicherstellen, dass erste – der späteren beruflichen Tätigkeit dienende – Kenntnisse erworben werden.

Durch das Vorpraktikum:

  • werden Studieninteressierte mit Arbeitsvorgängen und Arbeitsbedingungen in einer pädagogischen Institution vertraut gemacht
  • und gewinnen erste Kenntnisse zu pädagogischen Grundfragen.

Das Vorpraktikum fördert Lernbegründungen für das Studium und erhöht dadurch die fachspezifische Studierfähigkeit.

Den künftigen Studierenden wird durch das Kennenlernen von realistischen Arbeitssituationen in pädagogischen Berufsfeldern bereits vor dem Studium die Möglichkeit gegeben:

  • sich in diesem Berufsfeld zu erproben,
  • ihre Berufsvorstellungen konkret mit den eigenen Fähigkeiten und Interessen abzugleichen und
  • ihre Studienwünsche entsprechend anzupassen.

Das Vorpraktikum bietet damit eine Orientierung, ob der Studiengang/ Beruf wirklich der geeignete ist.

Auch die Wahl des Studienschwerpunkts (berufsfeldspezifisch) wird dadurch erleichtert.

Mit dem Vorpraktikum kann das Pädagogik-Studium auch inhaltlich effektiver betrieben werden: Vielfach geht es im Studium um die Reflexion pädagogischer Praxis, die sonst nicht bekannt gewesen wäre.