Globale Mobilität von Auslandstätigen (GLOMO) (H2020 MSCA) 

Inhalt und Ziele

Die Förderung der Arbeitskräftemobilität in ganz Europa ist ein zentrales Ziel der Europe 2020 Strategie und zielt darauf ab, den zunehmenden Arbeits- und Fachkräftemangel in der EU zu bekämpfen. Es wird erwartet, dass die grenzüberschreitende Arbeitskräftemobilität den einzelnen Bürgern, Arbeitgebern und der Gesamtwirtschaft zugutekommt. Die Marie Skłodowska-Curie Initiative "Global mobility of employees" (GLOMO) ist ein in Bamberg koordiniertes internationales Forschungsprojekt und Teil des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizon 2020. Acht Partner aus ganz Europa werden Erkenntnisse über die globale Mobilität hochqualifizierter Migranten gewinnen.

GLOMO konzentriert sich auf die globale Mobilität in die EU und zwischen EU-Ländern und die damit verbundenen Auswirkungen auf Karrieren mit dem Ziel, die Arbeitsmobilität effizienter und vorteilhafter für alle Beteiligten zu gestalten. Während zahlreiche politische Empfehlungen auf nationaler als auch auf EU-Ebene entwickelt wurden, sind detailliertere, wissenschaftlich fundierte Kenntnisse über die globale Arbeitsmobilität erforderlich - sowohl auf der nationalen gesellschaftlichen (Makro) und organisationalen (Meso) bis hin zur individuellen (Mikro)Ebene erforderlich. Es ist notwendig, die Motive und Ziele sowie die Dynamiken und Hindernisse für eine globale Arbeitsmobilität und internationale Karrieren zu identifizieren. GLOMO erarbeitet Fachwissen über die Auswirkungen auf Karrieren und betrachtet dabei die Phase vor der Migration (Säule 1), die Entwicklung von Karrierekapital im Ausland (Säule 2) sowie die Auswirkungen einer internationalen Im-/Mobilität (Säule 3). Übergreifend beeinflusst die individuelle Sinngebung (Säule 4) Strukturen (Makro, Meso) und Verhalten (Mikro) (siehe Abbildung 1). Diese Wissenslücke verhindert, dass sowohl politische Entscheidungsträger als auch Forscher wohl informierte Entscheidungen treffen. GLOMO wird diese Lücke schließen mittels Verwendung von State-of-the-art Forschungstechniken. Die folgende Abbildung zeigt alle 15 Teilprojekte, die in diesem Projekt bearbeitet werden:

 

Das europäische GLOMO-Konsortium bildet ein ambitioniertes und einzigartiges Netzwerk von Expertinnen und Experten auf dem Gebiet der globalen Arbeitsmobilität, um längerfristig dem zunehmenden Arbeits- und Fachkräftemangel in der EU entgegenzuwirken. Zusammen mit den Professorinnen und Professoren des Konsortiums konzentrieren sich fünfzehn Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler auf das Thema Migration und Expatriierung. Das Projekt, das am 1. Januar 2018 begann und 48 Monate läuft, wird Erkenntnisse über das Phänomen der globalen Arbeitsmobilität liefern und relevante Implikationen für Einzelpersonen, Organisationen und europäische Gesellschaften und Volkswirtschaften ableiten. Das Projekt hat eine Gesamtfinanzierung von fast vier Millionen Euro erhalten.

Für Informationen über GLOMO und weitere Fragen besuchen Sie bitte unsere Website www.glomo.eu.

Projektziele

  • Die Arbeitsmobilität hochqualifizierter Migrantinnen und Migranten in ganz Europa fördern und untersuchen.
  • Systematisch Wissen generieren über das Mobilitätsphänomen auf individueller, organisationaler und makroökonomischer Ebene und dessen Auswirkungen auf Karrieren (Erfolgsfaktoren, Effekte und Wertschöpfung).
  • Relevante Implikationen für Einzelpersonen, Organisationen, europäische Gesellschaften und Volkswirtschaften vorschlagen.

    Methode

    Der Forschungsansatz ist interdisziplinär (Betriebswirtschaftslehre, Ökonomie, Psychologie, Soziologie, Pädagogik, Recht) und umfasst qualitative und quantitative Methoden auf allen Analyse-Ebenen (Mikro, Meso und Makro). Die detaillierte Beschreibung der in den Teilprojekten anzuwendenden Methoden finden Sie hier:  https://www.glomo.eu/projects/

    Gesellschaftliche Relevanz und Nutzung der Ergebnisse

    Die Förderung der Arbeitskräftemobilität in ganz Europa ist ein zentrales Ziel der Strategie Europa 2020 und zielt darauf ab, den zunehmenden Arbeits- und Fachkräftemangel in der EU zu bekämpfen. Es wird erwartet, dass die grenzüberschreitende Arbeitskräftemobilität sowohl den einzelnen Bürgern als auch den Arbeitgebern und der Gesamtwirtschaft zugute kommt. Darüber hinaus ist die Mobilität innerhalb der EU ein Mittel zur Förderung der europäischen Integration. Obwohl die Migration in die OECD-Länder zunimmt, was vor allem auf die Mobilität der Menschen innerhalb der EU zurückzuführen ist, liegt die Migration in und innerhalb Europas immer noch unter den Zielvorgaben.

    Trotz eines vorteilhaften Rechtsrahmens für Mobilität sehen sich Migranten nach wie vor mit einer Vielzahl von Problemen und Hindernissen konfrontiert, die die internationale Karriere behindern, indem sie die grenzüberschreitende Arbeitsmobilität behindern. Die Beschäftigungsaussichten für Einwanderer liegen unter denen der Einheimischen, und Überqualifizierung, d.h. Beschäftigung unter Qualifikationsniveau, ist in den meisten europäischen Ländern weit verbreitet. Folglich ist das Entwicklungspotenzial der Einwanderer noch lange nicht ausgeschöpft. Aus diesem Grund fordert die Europäische Kommission ein umfassenderes Bild, um Einstellungsschwierigkeiten oder Qualifikationslücken zu begegnen. Über internationale Mobilitätsmuster und die Dauer von Migrationsepisoden sowie die Bindungsprozesse ausländischer Mitarbeiter ist wenig bekannt. Es besteht ein beträchtlicher Spielraum, um die bestehende Arbeitsmobilität effizienter und für alle Beteiligten vorteilhafter zu gestalten.

    GLOMO konzentriert sich auf die globale Mobilität in und innerhalb der EULänder und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Karrieren. Die grundsatzlegenden Informationsschriften und Forschungsarbeiten deuten darauf hin, dass das zukünftige Europa eine noch höhere und natürlichere Mobilität erleben wird. Um sicherzustellen, dass Europa dafür bereit ist, ist es unser Ziel, systematisch Wissen über das Phänomen der Mobilität und seine Implikationen (Erfolgsfaktoren, Effekte und Wertschöpfung) zu generieren.

    Basierend auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen der 15 Teilprojekte wird GLOMO einen hochmodernen interdisziplinären, mehrstufigen Rahmen schaffen, der eine Vielzahl von Einflüssen auf internationale Karrieren mit Einblicken in eine Vielzahl von länderspezifischen Besonderheiten verbindet.

    Auf der Grundlage der Forschungsergebnisse wird GLOMO ein Auditinstrument "Internationaler Arbeitgeber" für öffentliche und private nicht-akademische Organisationen entwickeln, das Organisationen dabei unterstützt, qualitativ hochwertige Arbeitsbedingungen für internationale Mitarbeiter anzubieten. Das Audit wird sicherstellen, dass die Forschungsergebnisse über die Beschäftigung internationaler Arbeitskräfte auch auf organisationale Praktiken übertragen werden können.

    Bamberger Kompetenzen

    Das Gesamtprojekt wird von Prof. Dr. Maike Andresen (Otto-Friedrich-Universität Bamberg) koordiniert. Sie profitiert von ihrer Projektmanagement-Erfahrung aus mehreren EU-finanzierten Projekten in den letzten 15 Jahren sowie ihrer Forschungs-Expertise im Gebiet der internationalen Mobilität von Erwerbstätigen und deren Karriere.

    Prof. Dr. Andresen und ihr Team werden auf die bestehende Forschungsexpertise in den Bereichen Expatriierung, Repatriierung, globale Karrieren und Personalentwicklung aufbauen. Es werden neue Forschungsergebnisse zu folgenden Aspekten vorgelegt werden:

    • Die Übertragbarkeit von Karrierekapital zwischen verschiedenen Ländern und Berufsfeldern von entsandten und selbstinitiiert Auslandstätigen.
    • Die Beschäftigungsfähigkeit von hochqualifizierten Migrantinnen und Migranten im Ausland, einschließlich Kontextfaktoren auf individueller, organisationaler und nationaler Ebene, die sich auf die Beschäftigungsfähigkeit von Migrantinnen und Migranten auswirken.
    • Die Einbettung der selbstinitiiert Auslandstätiger im Ausland und Ansätze, sie langfristig in Organisationen und Ländern zu halten.
    • Die Auswirkungen der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben auf den Erfolg von Expatriierungen.
    • Ableitung relevanter Implikationen für Einzelpersonen, Organisationen, europäische Gesellschaften und Volkswirtschaften.

    Sie wird zusammen mit anderen hochrangigen Forscherinnen und Forschern Schulungen durchführen, um das Verständnis der Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler für das komplexe multidisziplinäre Phänomen der internationalen Mobilität (weiter) zu entwickeln. Das gemeinsame Forschungs- und Ausbildungsprogramm wird in einem interdisziplinären Netzwerk von Expertinnen und Experten auf diesem Gebiet durchgeführt.

    Aktuelle Publikationen

    Andresen, M., & Bergdolt, F. (2019). Individual and job-related antecedents of a global mindset: An analysis of international business travelers’ characteristics and experiences abroad. International Journal of Human Resource Management, forthcoming. doi: 10.1080/09585192.2019.1588349

    Andresen, M. (2018). When at home, do as they do at home? Valuation of self-initiated repatriates’ competences in French and German management career structures. International Journal of Human Resource Management, forthcoming. doi: 10.1080/09585192.2018.1511612.

    Andresen, M., Goldmann, P., & Volodina, A. (2018). Do overwhelmed expatriates intend to leave? The effects of sensory processing sensitivity, stress, and well-being on expatriates’ turnover intention. European Management Review, 15(1), 315-328. doi: 10.1111/emre.12120

    Andresen, M., Dickmann, M., & Suutari, V. (2018). Typologies of internationally mobile employees. In: M. Dickmann, V. Suutari, & O. Wurtz (Eds.), The Management of Global Careers. Exploring the Rise of International Work (pp. 33-62). London: Palgrave Macmillan. doi: 10.1007/978-3-319-76529-7_2

    Andresen, M., & Bergdolt, F. (2018). Internationale Karrieren von Erwerbstätigen: Wege, Pfade, Systeme und Erfolge. In: S. Kauffeld, & D. Spurk (Eds.), Handbuch Karriere und Laufbahnmanagement (pp. 1-22). Berlin, Heidelberg: Springer. doi: 10.1007/978-3-662-45855-6_25-1

    Selmer, J., Andresen, M., & Cerdin, J.-L. (2017). Self-initiated expatriates. In: Y. McNulty, & J. Selmer (Eds.), Research Handbook of Expatriates (pp. 187-201). Cheltenham, UK: Edward Elgar. doi: 10.4337/9781784718183

    Andresen, M., & Bergdolt, F. (2017). A systematic literature review on the definitions of global mindset and cultural intelligence: Merging two different research streams. International Journal of Human Resource Management, 28(1), 170-195. doi: 10.1080/09585192.2016.1243568

    Andresen, M. (2015). What determines expatriates’ performance while abroad? The role of job embeddedness. Journal of Global Mobility,3(1), 62-82. doi: 10.1108/JGM-06-2014-0015

    Andresen, M., Bergdolt, F., Margenfeld, J., & Dickmann, M. (2014). Addressing international mobility confusion: Developing definitions and differentiations for self-initiated and assigned expatriates as well as migrants. International Journal of Human Resource Management, 25(16), 2295-2318. doi: 10.1080/09585192.2013.877058

    Abbiegen, bitte Interview, duz - Deutsche Universitätszeitung, Heft 02, 23.02.2018, S. 23-27.

    "Glomo" sucht Bewerber aus aller Welt. Interview, Fränkischer Tag, 17.02.2018, S. 14.

    EU-Forschungsprojekt sucht Doktoranden. Interview, Bayerische Rundschau, 10.02.2018, S. 20.

    BayIntAn als Sprungbrett zum Projekterfolg Interview, BayFOR News, Juni 2018, S. 17.

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