Der Wirtschaftsprüfer 2.0 im digitalen Ökosystem

Stefan Groß, StB

Herr StB Groß begann seine berufliche Laufbahn im Jahr 1997 bei Haarmann Hemmelrath und wechselte 1998 zu Peters, Schönberger & Partner, einer renommierten Kanzlei von Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und Anwälten in München. Dort beschäftigt er sich mit dem Einfluss der Digitalisierung auf den Berufsstand der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater. Dies kommt in zahlreichen Vorträgen und Veröffentlichungen zu den Themengebieten Compliance, GoBD oder E-Rechnung zum Ausdruck.

Seinen Vortrag begann Herr Groß mit einem Beispiel zur Digitalisierung: Wurden früher Autos noch Schritt für Schritt per Hand gefertigt, wird es in naher Zukunft möglich sein, diese mit einem 3-D-Drucker produzieren zu können. Sportartikelhersteller folgen bereits heute dieser Entwicklung und bedienen sich bei der Fertigung ihrer Produkte zunehmend der 3D-Druck-Technologie. Die potentiellen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt wurden offensichtlich, nachdem Herr Groß aufzeigte, dass 40-65 % der Arbeitsplätze bis zum Jahr 2028 automatisiert werden können. Digitalisierung bringt allerdings nicht nur neue Produktionstechnologien, sondern auch Veränderungen im Finanz- und Rechnungswesen. Das wird deutlich, wenn man die Folgen der Digitalisierung im Hinblick auf das digitale Ökosystem betrachtet. Neben dem Bereich Big Data wird auch das Cloud-Computing einen zunehmenden Einfluss auf die Jahresabschlusserstellung und die Wirtschaftsprüfung haben. Dabei erfahren insbesondere Automatisierungsprozesse einen immer höheren Stellenwert: Wurden bspw. früher Rechnungen noch einzeln per Hand geprüft, kann die Verarbeitung dieser mittlerweile vollautomatisch erfolgen. Für den Wirtschaftsprüfer bedeutet die zunehmende Digitalisierung, dass er zukünftig verstärkt als Systemarchitekt in der Schnittstelle zwischen Audit und IT agieren muss.

Im Anschluss ging der Referent auf die wachsende Bedeutung des Continuous Auditing ein: Werden Jahresabschlussprüfungen aktuell noch stichtagsbezogen durchgeführt, geht der Trend hin zu einem Real-Time-Audit, mit der Zielsetzung einer permanenten Prüfung von Massendaten. Hierfür muss der Wirtschaftsprüfer im Vorfeld definieren, welche Schnittstellen und Datenströme von den Systemen überwacht werden und bei welchen Unstimmigkeiten die Systeme anschlagen sollen.

Als Grenzen der Digitalisierung machte Herr Groß neben der fehlenden Empathie auch die fehlende Erfahrung der künstlichen Intelligenz aus. Mit dem Hinweis, nicht blind der IT zu vertrauen, sondern die Sachverhalte und Ergebnisse auch weiterhin kritisch zu würdigen, schloss er seinen Vortrag.

Abschließend möchten wir uns im Namen aller Zuhörer für den Vortrag bei Herr Groß bedanken. Den Zuhörern wurden die Herausforderungen der Digitalisierung für den Berufsstand der Wirtschaftsprüfer auf äußerst interessante Weise nähergebracht.

Präsentation: Foliensatz(4.2 MB)