BMBF-Projekt „Effekte kombinierter musikalischer und phonologischer Frühförderung auf die Entwicklung phonologischer Bewusstheit bei Kindergartenkindern deutscher und nichtdeutscher Herkunftssprache“ (Artelt, Teilprojekt Bamberg)

Das interdisziplinär angelegte Forschungsvorhaben, das in Kooperation mit Prof. Wolfgang Schneider (Würzburg) und Prof. Petra Stanat (Berlin) durchgeführt wird, baut auf den Hauptergebnissen der ersten Projektphase auf (siehe BMBF-Projekt „Kurz- und langfristige Effekte eines Trainings zur phonologischen Bewusstheit bei Kindergartenkindern deutscher und nichtdeutscher Herkunftssprache“). In dieser Studie wurde der Frage nachgegangen, inwieweit ein inzwischen relativ verbreitetes Programm zur Förderung der phonologischen Bewusstheit und der Buchstaben-Laut-Zuordnung im Kindergarten („Hören, lauschen, lernen“ = HLL 1; Küspert & Schneider, 2008; Buchstaben-Laut-Zuordnungstraining = HLL 2; Plume & Schneider, 2004) dazu geeignet ist, auch bei Kindern mit Migrationsstatus die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Schriftspracherwerb zu schaffen. Während die Effektivität phonologischer Förderprogramme durch eine Vielzahl von internationalen Studien gut belegt ist, blieb lange Zeit offen, ob die phonologische Förderung in der Zweitsprache ebenfalls zu positiven Ergebnissen führt. In der ersten Projektphase der Studie konnte die Wirksamkeit des Trainings der phonologischen Bewusstheit auch für Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache nachgewiesen werden.

Hauptziel der Projektphase ist die Untersuchung der Verbindung von musikalischer Förderung und dem Training der phonologischen Bewusstheit bei 4- bis 5-jährigen Kindern. Es wird erwartet, dass Kindergartenkinder, die sowohl musikalisch als auch mit dem Training zur phonologischen Bewusstheit gefördert werden, insgesamt am besten abschneiden. Kinder, die lediglich das Training zur phonologischen Bewusstheit erhalten, sollten im Vergleich zu einer nicht geförderten Kontrollgruppe besser abschneiden, jedoch in ihren Leistungen gegenüber der kombinierten Trainingsgruppe zurückbleiben. Wir vermuten weiterhin, dass sich für sogenannte „Risikokinder“ (d.h. Kinder mit niedrigen Ausgangswerten in der phonologischen Bewusstheit) wie für Kinder mit Migrationshintergrund die Förderkombination als besonders erfolgreich erweist. Ein zweites Projektziel besteht darin, Effekte der allgemeinen sprachlichen Kindergartenförderung (also explizite sprachliche/musische Förderangebote) sowie Einflüsse der häuslichen Lernumwelt auf die Entwicklung der Kinder zu analysieren.

Die Studie ist Teil der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsinitiative Sprachdiagnostik und Sprachförderung (FiSS), welche im Kontext des Rahmenprogramms zur Förderung der Empirischen Bildungsforschung umgesetzt wird.

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