DIKOMPAS – Diagnostische Kompetenz von Lehrkräften: Wie interagieren Aufgaben- und Schülermerkmale im Prozess der Leistungsbeurteilung?

Förderphase: 01.11.2016 bis 31.10.2018

Förderkennzeichen (DFG): AR 301/11-1

Die Beachtung von Aufgabenmerkmalen (z.B. Schwierigkeit) vor dem Hintergrund relevanter Schülermerkmale (z.B. Fähigkeit) kann als zentrale Anforderung adaptiver Unterrichtsgestaltung angesehen werden. Bei der Betrachtung der Urteilsgüte von Lehrkräften wurde jedoch die Einschätzung von Schülermerkmalen und von Aufgabenmerkmalen bisher weitgehend separat analysiert. Hauptziel des Projekts ist es, diese beiden Komponenten der Urteilsgüte in einen integrierten Forschungsansatz zu bringen. Dabei wird u.a. auf Modelle zur sozialen Urteilsbildung und aus dem Bereich der diagnostischen Kompetenz zurückgegriffen und versucht, diese systematisch aufeinander zu beziehen. Die zentrale Forschungsfrage des Projektes lautet: Inwieweit sind die Fähigkeiten von Lehrkräften, Schülerkompetenzen und Aufgabenschwierigkeiten akkurat einzuschätzen, zwei differenzierbare und interagierende Konstrukte, die mit einem integrierten Forschungsansatz untersucht werden können?

In unserem Kooperationsprojekt werden die vier geplanten Teilstudien des Projektes an den beiden Projektstandorten Bamberg und Luxemburg parallel durchgeführt. Allen Teilstudien liegt ein experimenteller Zugang zugrunde und in allen arbeiten wir mit einer um leistungsrelevante Aufgabenmerkmale erweiterte Version des Simulierten Klassenraums. Lehrkräfte interagieren darin mit Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher Fähigkeitsniveaus (und anderer z.T. leistungsirrelevanter Merkmale). Sie wählen Aufgaben unterschiedlicher Schwierigkeit für diese aus und beurteilen anschließend die Fähigkeiten der simulierten Schülerinnen und Schüler. Analysiert werden u. a. Strategien und kognitive Prozesse der Lehrkräfte (wie bspw. Gedächtnisindikatoren, Latenzzeiten und Muster der Aufgabenwahl) sowie Indikatoren der Urteilsgüte bei der Einschätzung von Schüler- und Aufgabenmerkmalen. Der Auswertungsfokus liegt dabei auf den im Urteilsprozess und in den zu berücksichtigenden Aufgaben‑ und Schülermerkmalen liegenden Gründen für inter- und intraindividuelle Variationen der Urteilsgüte.

DIKOMPAS ist ein Kooperationsprojekt mit der Universität Luxemburg und wird von der DFG (Bamberg) und vom FNR (Luxemburg) gefördert

Team Bamberg

Prof. Dr. Cordula Artelt

Dr. Tobias Rausch

Matthias Mückshoff

Team Luxemburg 

Prof. Dr. Sabine Krolak-Schwerdt

Dr. Thomas Hörstermann

Igor Loran