Die InTraBau Projektauswahl
Wir bedanken uns herzlich für die große Teilnahme an unseren drei InTraBau-Community-Foren zur Vorstellung von Projektideen. Die Bandbreite der eingereichten Themen war beeindruckend und hat die Vielfalt sowie Innovationskraft der Community deutlich gezeigt. Besonders haben wir uns über die zahlreichen eingegangenen Projektideen von Community-Mitgliedern aus der Praxis gefreut.
Für das Managementprojekt InTraBau standen rund 4 Millionen Euro zur Förderung weiterer Vorhaben innerhalb der Innovationscommunity zur Verfügung.
Wir freuen uns sehr, Ihnen an dieser Stelle die bereits bewilligten Projekte vorstellen zu dürfen.
Die InTraBau-Projekte
Unser Thema
Historische Korrosionsschutzbeschichtungen auf Stahlträgern und technischem Kulturgut enthalten oft Materialien, die heute als gesundheitsschädlich gelten. Zum Beispiel bleihaltige Mennige, Chrompigmente oder Asbestfasern in Deckschichten. In der Praxis wird häufig eine vollständige Entfernung dieser Beschichtungen vorgeschlagen.
Doch dieses Vorgehen ist kostenintensiv, birgt Risiken für Umwelt und Gesundheit und zerstört zugleich wertvolle historische Substanz.
Unser Projekt „Historische Beschichtungstechnologien (HBT) – Nachhaltiger Umgang mit historischen Stahlträgern und technischem Kulturgut“ entwickelt deshalb einen alternativen Ansatz: Statt pauschaler Entfernung setzen wir auf gezielte Analysen, Bewertung und, wo möglich, Ergänzung der historischen Schichten.
Unsere Ziele
- Historische Beschichtungen durch gezielte Analysen und definierte Parameter hinsichtlich ihrer Ausbesserungsfähigkeit untersuchen, bewerten und nach Möglichkeit ergänzen.
- Ressourcenschonung durch Erhalt historischer Beschichtungen und Reduktion von kontaminiertem Strahlgut.
- Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis.
- Überführung der Ergebnisse in ein WTA-Merkblatt als Handlungsanweisung für die Praxis.
- Bildung einer Projektcommunity
- Sensibilisierung und Wissenstransfer in die InTraBau-Community.
Unser Transferansatz
Wir kombinieren wissenschaftliche Analysen mit praktischem Erfahrungswissen:
- Objektauswahl – Sammlung repräsentativer Kulturgüter mit historischen Beschichtungen.
- Materialanalysen – minimal-invasive Probenahme, Schichtdickenmessung, Bindemittel- und Pigmentanalysen, Haftzugtests.
- Musterflächen – Erprobung und Validierung der Ergebnisse im Realmaßstab.
- Community-Workshops – Diskussion von Parametern, Abgleich mit Praxiswissen.
- Wissenstransfer – Veröffentlichung der Ergebnisse auf der InTraBau-Plattform und Umsetzung in ein WTA-Merkblatt.
So schaffen wir die Grundlage, Abstrahlungsmaßnahmen kritisch zu hinterfragen und den Fokus stärker auf Untersuchung, Erhaltung und Wartung zu legen.
Projektteam
Das Projektteam vereint Expertise aus Konservierungswissenschaft, Denkmalpflege, Restaurierung und Praxis. Gemeinsam erarbeiten wir Methoden, die gleichermaßen wissenschaftlich fundiert und praxisnah sind.
Projektlaufzeit
01.08.2025 − 31.07.2028
Ansprechpartner:innen
Dennis Mitschke M.A.
Tel. +49 (0) 951 / 863 2946
dennis.mitschke(at)uni-bamberg.de
Prof. Dr. Marianne Tauber
Tel. +49 (0) 951 / 863 1619
marianne.tauber(at)uni-bamberg.de
Unser Thema
Das Projekt "FenRest - Historische Fenster erhalten und energetisch verbessern" beschäftigt sich mit der innovativen Sanierung von Fenstern und will dadurch das traditionelle Handwerk stärken.
Oft werden historische Fenster, wenn sie schadhaft sind oder nicht mehr den energetischen Ansprüchen genügen, entsorgt und ersetzt. Damit geht nicht nur ein Verlust der historischen Authentizität einher, sondern es wird auch vermeidbarer Abfall produziert. Die energetische Fenstersanierung ist zum einen eine Möglichkeit den Komfort der in dem Bauwerk lebenden, arbeitenden oder sich aufhaltenden Personen zu verbessern, zum anderen bietet sie einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Ressourcen werden durch neue technische Lösungen geschont und die Lebensdauer der Fenster erhöht.
Unsere Ziele
Besonders für das Projekt "FenRest" ist die Kooperation von Wissenschaft und Handwerk. Ziel ist die Sammlung von (traditionellem) Fensterbauwissen und die Vernetzung der beiden Sparten. Außerdem wird eine Lern- und Lehrwerkstatt an der Hochschule Coburg aufgebaut, die das gesammelte Wissen und die praktische Anwendung an die zukünftige Generation weitergibt. Es werden Prototypen entstehen, an denen beispielhafte innovative, technische Lösungen umgesetzt werden. Dabei gehen Handwerk und Forschung Hand in Hand, indem die Fenster bauphysikalisch analysiert und verifiziert werden. Das Wissen um Restaurierungs- und Reparaturtechniken der Fenstertischlerei wird so mit moderner Technologie vereint. Davon profitieren sowohl das Handwerk, als auch Personen, die Gebäude mit historischen Fenstern besitzen.
Unser Transferansatz
Wichtig für das Gelingen ist der rege Austausch zwischen den Parteien, die Fenstertischlerei, und denen, die die wissenschaftliche Begleitung mittels moderner Technologien übernehmen, dabei ist das Projekt "FenRest" in die Innovationscommunity "InTraBau" eingebunden. Die, denen die Bauwerke gehören, dürfen nicht vergessen werden, denn auch sie haben einen großen Einfluss auf das Ergebnis. Nur wenn das Wissen auch an die breite Öffentlichkeit getragen wird, kann es das Umdenken und den Wunsch nach der Sanierung als Alternative (statt dem Komplettaustausch mit neuen Fenstern von der Stange) vorantreiben.
Projektteam
Für dieses Projekt arbeitet die Hochschule Coburg mit folgenden Betrieben und Instituten zusammen:
Fensterrestaurator Johannes Mosler
Holzmanufaktur Rottweil
Kramp&Kramp
EURAC
Hochschule Rosenheim
Buildwise
Bauarchiv Thierhaupten
Fraunhoferzentrum Benediktbeuern
Projektlaufzeit
01.09.2025 – 31.08.2028
Ansprechpartner:innen
Prof. Dr. Alexandra Troi
Tel. 09561 317-127
alexandra.troi(at)hs-coburg.de
Henriette Helms
henriette.helms(at)hs-coburg.de
Auf der Website der Hochschule Coburg finden Sie weitere Informationen zu dem Projekt “FenRest”:
Hochschule Coburg, FenRest - Historische Fenster erhalten und energetisch verbessern
Unser Thema
Historische Bauteile vereinen kulturelle, handwerkliche und materielle Werte. Mit dem Erhalt, der Reparatur und der Weiternutzung bestehender Bausubstanz verkörpert die Denkmalpflege zentrale Prinzipien einer ressourcenschonenden und langlebigen Umbaukultur und nimmt damit eine wichtige Vorreiterrolle für die Bauwende ein. Dennoch werden beim Rückbau in der kommunalen Praxis viele Bauteile und Materialien weiterhin zu Abfall, weil tragfähige Strukturen für Bergung, Lagerung, Bewertung und Wiederverwendung fehlen. Engagierte Initiativen, Bauteilbörsen und Bauhöfe arbeiten bereits regional, doch abgestimmte Verfahren mit Unterer Denkmalschutzbehörde, Bauverwaltung, Handwerk und Eigentümer:innen sind selten. Praxisnahe Leitfäden für eine integrierte Steuerung dieser Prozesse in Kommunen liegen bislang nicht vor.
Das Projekt “BauTeilHütte kommunal” will diese Lücke schließen. Es untersucht und erprobt prototypisch, wie der selektive Rückbau und die Wiederverwendung historischer Baumaterialien dauerhaft in kommunale Abläufe eingebunden werden können. Unter dem Begriff Bauteilmanagement werden zentrale Elemente wie Bergung, Lagerung, Bewertung und digitale Erfassung historischer Bauteile ebenso berücksichtigt wie die Einbindung von Eigentümer:innen, Denkmalbehörden, Vereinen, Handwerk und kommunalen Betrieben. Das Projekt verbindet wissenschaftliche Analyse, lokales handwerkliches Erfahrungswissen und zivilgesellschaftliches Engagement zu einem übertragbaren Modell für andere Kommunen.
Unsere Ziele
Ansätze für ressourcenschonendes und kreislaufgerechtes Bauen sind bereits gut beschrieben. Bestehende Bauteilbörsen konzentrieren sich vor allem auf die Vermittlung von Bauteilen, ohne die besonderen Anforderungen kommunaler Prozesse und der Denkmalpflege ausreichend zu berücksichtigen. Die Verbindung zur Denkmalpflege mit ihren bestandssensiblen Praktiken – Instandhaltung, Reparatur und selektivem Rückbau – ist bisher nur wenig untersucht.
Wir wollen diese Lücke schließen und im Projekt erarbeiten, welche Schritte, Anforderungen und Handlungsoptionen für den Aufbau kommunaler Bauteilhütten relevant sind. Gemeinsam mit Praxispartnern werden diese Ansätze untersucht, weiterentwickelt und auf ihre Übertragbarkeit geprüft.
Die praktische Erprobung erfolgt im denkmalgeschützten Altstadtkontext von Meißen. Dabei werden die notwendigen organisatorischen und strukturellen Voraussetzungen analysiert und bestehende Hemmnisse untersucht. Ziel ist es, Erkenntnisse für die kommunale Praxis zu gewinnen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Zusammenarbeit von Akteur:innen aus kommunalen Bauverwaltungen, der Unteren Denkmalschutzbehörde, dem lokalen Handwerk sowie Initiativen, Vereinen und Verbänden im Bereich der Bauwende.
Unser Transferansatz
Mit dem Vorhaben verbinden wir Partner:innen aus fünf Handlungsfeldern mit Wissenschaft, fachbezogene Netzwerke, Handwerk und Verwaltung sowie Multiplikatoren. Eine besondere Bedeutung in dem Prozess kommt der Netzwerkarbeit zu.
Der Transfer ruht auf einem dreistufigen Werkstattprozess und einer wissenschaftlichen Begleitung mit regelmäßigen gemeinsamen Reflexionsschleifen
• Die Identifizierung von Stakeholdern, leitfadengestützte Interviews und eine Stakeholder-Landkarte schaffen die analytische Grundlage.
• Drei modulare Pilot-Workshops mit Runden Tischen mit Praxis- und Wissensmodulen erproben Verfahren am realen Gegenstand.
• Eine Best-Practice-Exkursion zum Bauhof Nebelschütz ergänzt den Wissenstransfer.
• Die wissenschaftliche Begleitung sichert Qualität und Übertragbarkeit. Die Handlungsanalyse erscheint als Leitfaden und wird über Netzwerke und Fachverbände verbreitet.
Beschleunigt wird der Transfer durch zwei Hebel: die InTraBau-Community als sektorübergreifender Resonanzraum sowie die digitale Bauteilbörse des Denkmalnetzes Sachsen als dauerhafte Plattform.
Projektteam
Weitere Projektpartner:innen werden im Rahmen des Projektes identifiziert und aktiv eingebunden. Sie stammen aus den Bereichen Verwaltung, Handwerk, organisierte Zivilgesellschaft, Multiplikatoren und Hochschulen.
Projektlaufzeit
01.05.2026 - 30.04.2027
Ansprechpartner:innen
Lukas Refle
lukas.refle(at)denkmalnetzsachsen.de
Paul Clemens Teich
paul.clemens.teich(at)uni-bamberg.de
Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie hier:
Denkmalnetz Sachsen: “BauTeilHütte kommunal - Innovative Prozesse für lokale Bauteilkreisläufe”
Unser Thema
Um unseren Baubestand klimapositiv in die Zukunft zu überführen, gilt es Transferlücken zwischen Architektur und Handwerk zu überwinden.
Daher bringen wir in unserem Innovationssprint „BauSchuleBedheim“ Handwerkende in Ausbildung mit Architekturstudierenden zusammen. Die BauSchule soll ein Begegnungsort sein, an dem die interdisziplinären Teilnehmenden gemeinsam lernen mit Wissenslücken umzugehen und praktisch an ökologische Baustoffe herangeführt werden, um sie gemeinsam in ihren Eigenschaften zu verstehen.
Das Schlossgelände in Bedheim ist für dieses Vorhaben besonders geeignet, da es als Denkmalensemble von überregionaler Bedeutung viele verschiedenen historische Bautechniken und Materialien veranschaulicht, gleichzeitig aber auch experimentellen Spielraum bietet. Zudem verfügt es bereits über die Infrastruktur eines Gästehauses und einer Werkstatt. Das Durchführen von vier „Baustudios“ bildet den Kern unserer Forschung. Studierende der Architektur (institutionsübergreifend) und Auszubildende im Handwerk (verschiedener Handwerksberufe und Berufsschulen) kommen zu einem spezifischen Thema/ einer relevanten Transferlücke zusammen und arbeiten praktisch, theoretisch und experimentell in gemischten Gruppen. Begleitet wird die Zusammenarbeit durch eine Evaluation, die untersucht, ob sich beispielsweise Vorurteile gegenüber des jeweils anderen durch das Format abbauen lassen oder ein "Common Ground" entsteht, der zur besseren Kommunikation beiträgt.
Unsere Ziele
- Entwicklung eines didaktischen Konzepts für die Vermittlung nachhaltiger Baustoffe im Bestand mit praktischen Ansatz für den gemeinsamen Unterricht von ArchitektInnen und Handwerkenden
- Abbau von Vorurteilen und Schaffen eines "Common Ground" für die bessere Verständigung von ArchitektInnen und Auszubildenden im Bereich von nachhaltiger Bestandssanierung
- Verstetigung dieses Ansatzes an einem nicht institutionell verankerten Ort durch ein organisatorisch und funktionierendes Umsetzungskonzept, welches die Bildungsformate der „BauSchuleBedheim“ als festen Bestandteil des Lehrangebots von Berufsschulen für Handwerk und an Architekturfakultäten in die jeweiligen Curricula einbettet
Unser Transferansatz
- Didaktik, die ein gemeinsames Lehrangebot für Handwerkende und ArchitektInnen schafft
- Praktisches Lehrangebot, das nicht nur fachliche Inhalte vermittelt, sondern gleichzeitig Softskills schult.
- Erprobung durch Durchführung von Bauschulen
- Begleitung durch qualitative Evaluierungsmethoden aus der Anthropologie
Projektteam
Der Förderverein Schloss Bedheim e.V.gem. und die Bauhaus-Universität Weimar arbeiten für das Projekt mit folgenden Projektpartner:innen zusammen:
- Dachverband Lehm, Weimar
- HS Coburg, Professur Bauerhalt und Traditionelle Handwerkstechniken, Prof. Benedikt Buchmüller
- Universität Stuttgart, Lehrstuhl für Klimaangepasstes Bauen und Entwerfen, Prof. Annika Seifert
- Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Bildung und Kultur
- Naturdorf Bärnau, Bärnau
- Zimmerei Samuel Friedrich, Veitlahm
- Naturbaustoffe Wirthwein, Behrungen
Projektlaufzeit
01.05.2026 − 31.10.2027
Ansprechpartner:innen
Förderverein Schloss Bedheim e.V.gem.
Dr. Anika Gründer, Florian Kirfel
foerderverein(at)bedheim.de
Bauhaus-Universität Weimar
Stefanie Huthöfer, M.Sc.
stefanie.anna.huthoefer(at)uni-weimar.de
Unser Thema
An der Universität Bamberg (Dr. T. Eißing, M.Sc. F. Ebner) wurde die Möglichkeit untersucht, die Festigkeit historischer Holzbalken mithilfe visueller Sortierkriterien abzuschätzen. Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass die visuelle Sortierung anhand optisch erkennbarer Oberflächenmerkmale geeignet ist, um die Festigkeitsvorhersage zu unterstützen.
Diese Oberflächenmerkmale können automatisiert erkannt und interpretiert werden. In diesem Zusammenhang bieten 2D- und 3D-Bildgebungstechniken, wie beispielsweise Photogrammetrie und strukturiertes Lichtscannen, sowie KI-gestützte Analysemethoden vielversprechende innovative Ansätze zur Objektivierung und Optimierung der Sichtprüfungen.
Ästigkeit dient unter anderem als Einzelnachweis zur Sortierklasse-Schätzung sowie als Faktor zur rechnerischen Ableitung der Festigkeitswerte. Ästigkeit lässt sich visuell bzw. automatisch durch Verwendung von KI / Machine Learning Methoden erkennen.
In einem vorherigen DBU-Projekt „WoodF(ea)uture“ wurde ein KI-gestütztes Verfahren zur automatischen Ästigkeitserkennung an Altholzbalken mit anschließender Sortierklasseschätzung entwickelt.
Beitrag dieses Vorhabens besteht darin, das im DBU-Projekt entwickelte Verfahren in eine smartphone-basierte Anwendung zu transferieren, um den Endnutzern eine innovative und objektive Lösung zur Ästigkeitsanalyse sowie Sortierklasseschätzung anbieten zu können.
Unsere Ziele
Langfristig zielt dies darauf ab, eine vollautomatische Unterstützung bei der Ästigkeitsschätzung bereitzustellen. Die automatische Analyse der Holzoberflächenmerkmale führt dazu, dass Altholzbalken einer höheren Sortierklasse zugewiesen werden können. Dies wiederum reduziert die Menge des (Alt-)Holzes, das aussortiert oder ausgetauscht wird, und trägt somit zur Einsparung wertvoller natürlicher Ressourcen bei.
Das beantragte Vorhaben zielt darauf ab, die oben genannten Erkenntnisse in ein automatisiertes Verfahren zu integrieren und als benutzerfreundliche, smartphone-basierte Anwendung zu realisieren. Damit sollen die Zustandsanalyse, die Sanierungsplanung sowie die Ressourcennutzung optimiert und objektiviert werden, was direkt zur Entwicklung und zum Transfer technologischer Innovationen beiträgt.
Unser Transferansatz
Wissenschaftlich gesehen bietet das Projekt großes Potenzial für zukünftige Forschungsinitiativen an der Universität Bamberg. Die gewonnenen Erkenntnisse und Daten zur Ästigkeit von Altholzbalken können als Grundlage für weiterführende Studien dienen, die sich mit der Erkennung anderer Holzmerkmale und Defekte befassen. Dies ermöglicht eine umfassendere Analyse von Holzqualitäten und -verhalten unter verschiedenen Bedingungen und trägt zur Entwicklung neuer Standards und Methoden in der Holzforschung bei.
Der entstehende low cost Anwendungsprototyp (smartphone-basierte App) zur Ästigkeitserkennung und Ableitung einer Sortierklasse von historischen Altholzbalken mit einem parallelen Transfer in eine (H)BIM-Modellierungssoftware (z.B: BauCAD) qualifiziert damit wissenschaftliche Forschungsergebnisse für eine zukünftige innovative Anwendung und trägt dem Gewinn potentieller Anwendungspartnerinnen und -partner aus Wirtschaft und Gesellschaft für eine Beteiligung an Forschungs- und Innovationsprozessen bei. Netzwerke (CIPA, ICOMOS, DGPF) mit relevanten Industriepartnern in der Denkmalpflege und im Bauwesen sowie mit Forschungsinstitutionen werden durch Präsentation der Projektergebnisse geknüpft, um Synergien zu schaffen und die Verbreitung der App zu fördern.
Projektteam
Die Otto-Friedrich-Universität Bamberg bekommt für das Projekt “WoodKnot” Unterstützung vom Forschungs- und Transferzentrum Leipzig. Die dort ansässige Forschungsgruppe FLEX wird durch ihre ingenieurtechnische Expertise im Bereich Holzbau und Holzmechanik sicherstellen, dass die statischen Annahmen und Rahmenbedingungen überprüft und validiert werden, um eine hohe Genauigkeit und Aussagekraft der Anwendung zu gewährleisten. FLEX steht in diesem AP für die Bereitstellung von Fachkräften für spezifische Fragestellungen im Bereich der Materialität, Statik oder Mechanik im Holzbau sowie die Durchführung von Prototyp-Tests.
Projektlaufzeit
01.06.2026 − 31.08.2027
Ansprechpartner:innen
Dr.-Ing. Maria Chizhova
Tel. +49 (0) 951 / 863 1632
maria.chizhova(at)uni-bamberg.de
Dr.-Ing. Thomas Eißing
Tel. +49 (0) 951 / 863 2338
thomas.eissing(at)uni-bamberg.de
Unser Thema
Historische Gebäude sind Unikate - Bauteile verformt, Anschlüsse individuell, Schäden teilweise komplex und vorhandene Unterlagen oft unvollständig. Für Erhaltung, Instandsetzung und denkmalpflegerische Arbeiten muss der tatsächliche Bestand als Ausgangslage deshalb zuverlässig erfasst und während Planung und Ausführung nachvollziehbar weitergegeben werden. In der Praxis entstehen dabei häufig Medienbrüche: Maße, Fotos, Befunde und Änderungen werden mehrfach aufgenommen, unterschiedlich dokumentiert oder gehen zwischen Aufmaß, Planung, Werkstatt und Baustelle verloren. Viele digitale Werkzeuge wurden für standardisierte Neubau- und Fertigungsprozesse entwickelt und lassen sich nur eingeschränkt auf historische, denkmalpflegerische Erhaltungsarbeiten und Sanierungen übertragen.
ARsist untersucht, wie mobile 3D-Bestandserfassung inkl. Augmented Reality in diese Abläufe eingebunden werden kann. Ziel ist eine praxistaugliche digitale Prozesskette, die Informationen über den gesamten Arbeitsprozess verfügbar hält und die Dokumentation denkmalpflegerischer Maßnahmen unterstützt.
Unsere Ziele
ARsist entwickelt einen praxistauglichen digitalen Arbeitsablauf für die Erhaltung und Instandsetzung historischer Holzkonstruktionen. Augmented Reality wird bereits in Industrie und Neubau genutzt, um digitale Modelle auf der Baustelle und Fertigungshallen anzuzeigen. Auch mobile 3D-Scans mit Tablets werden für die Erfassung von Gebäuden untersucht. Für historische Bauwerke fehlt bislang jedoch ein durchgängiger und erprobter Ablauf, der diese Techniken zuverlässig miteinander verbindet.
ARsist untersucht deshalb, wie Gebäudeabschnitte mobil in 3D erfasst, über Referenzmarken räumlich zugeordnet und für die Planung genutzt werden kann. Anschließend sollen Planungs- und Dokumentationsinformationen per AR wieder an der richtigen Stelle im Bauwerk angezeigt werden. Dabei wird geprüft, welche Genauigkeit erreicht wird und für welche Anwendungen und Arbeiten sie ausreicht.
Zielgruppen sind Handwerks- und Restaurierungsbetriebe, Planungs- und Ingenieurbüros, Denkmalpflege und Ausbildung. Als Ergebnis entsteht ein offen dokumentierter Methoden- und Workflow-Baukasten, der mit marktverfügbarer Technik umgesetzt und auf weitere Aufgaben im Bestand übertragen werden kann.
Unser Transferansatz
Der Transfer beginnt bereits während des Projekts. Experteninterviews analysieren und dokumentieren Erfahrungen und Anforderungen aus Holzbau, Sanierung, Restaurierung und Denkmalpflege. Die daraus entwickelten Anwendungsszenarien und Arbeitsabläufe werden gemeinsam mit Holzbau- und Restaurierungsbetrieben praktisch erprobt. Rückmeldungen aus den Anwendungen fließen direkt in die weitere Entwicklung ein.
Am Projektende steht ein unter realen Bedingungen erprobter Methoden- und Workflow-Baukasten. Er soll Unternehmen zeigen, wie Augmented Reality bei der Erhaltung und Instandsetzung historischer Holzkonstruktionen eingesetzt werden kann und welche technischen und organisatorischen Voraussetzungen dafür notwendig sind. Darauf aufbauend kann der Ansatz mit interessierten Betrieben in weiteren Pilotanwendungen fortgeführt und auf zusätzliche Aufgaben und Materialitäten übertragen werden.
InTraBau dient dabei als Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Die gewonnenen Erkenntnisse, Anwendungserfahrungen und Lösungsansätze werden innerhalb der Community und für interessierte Akteure zugänglich gemacht. So können weitere Betriebe an den Ergebnissen anknüpfen und eigene Anwendungen entwickeln.
Projektlaufzeit
01.07.2026 − 31.12.2027
Ansprechpartner:innen
Prof. Dr.-Ing. Alexander Stahr
alexander.stahr(at)htwk-leipzig.de
Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie hier:
Unser Thema
Der Bauunterhalt von Bestandsgebäuden basiert auf einer Vielzahl von Informationen zu Bauteilen, Materialien, Zuständen, Schäden und früheren Maßnahmen. Gerade bei denkmalgeschützten Gebäuden sind diese Informationen häufig über unterschiedliche Unterlagen, Systeme und Dokumentationen verteilt und nur schwer miteinander verknüpfbar.
DiBaB entwickelt eine digitale, modellbasierte Informationsumgebung für den Bauunterhalt von Bestandsgebäuden, insbesondere im denkmalgeschützten Kontext. Ziel ist die systematische Analyse bestehender Bauunterhaltsprozesse und deren Überführung in eine strukturierte, interoperable digitale Lösung.
Im Verbund mit dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP werden Datenstrukturen, Interoperabilität und Validierungsmethoden wissenschaftlich begleitet. Ein assoziierter IT-Partner übernimmt die prototypische Umsetzung der Softwarefunktionalitäten. Die entwickelte Lösung wird an ausgewählten Referenzfällen erprobt. Das Projekt schafft übertragbare Modelle und praxisorientierte Leitfäden zur nachhaltigen Digitalisierung des Bauunterhalts im Bestand.
Unsere Ziele
DiBaB entwickelt ein generisch übertragbares digitales Datenmodell für den Bauunterhalt komplex strukturierter Baudenkmäler. Der Entwicklungssprung besteht darin, bislang objektspezifisch, heterogen und häufig getrennt dokumentierte Informationen zu Materialien, Bauteilen, Maßnahmen, Zuständen und bauphysikalischen Randbedingungen prozessorientiert zu verknüpfen und dauerhaft nutzbar zu machen. Bestehende digitale Systeme für Gebäudemanagement und Bauunterhalt sind überwiegend auf standardisierte Betriebszustände und Prozesse ausgerichtet und bilden die individuellen, material- und klimaabhängigen Anforderungen historischer Bausubstanz nur unzureichend ab.
DiBaB schließt diese Lücke durch ein interoperables, denkmalgerechtes Datenmodell. Zielgruppen sind Denkmalpflege, Planungsbüros, Dombaumeister, Gebäudebetreiber, Handwerk, Forschung und Softwareanbieter. Für sie schafft DiBaB eine belastbare Grundlage für langfristige Instandhaltung, Zustandsbewertung und Wissenssicherung. Das Alleinstellungsmerkmal liegt in der Verbindung von denkmalpflegerischer Praxis, Bauphysik und digitaler Modellierung in einer übertragbaren Struktur.
Unser Transferansatz
Potenzielle Transfer- und Innovationspartner von DiBaB sind Akteure aus Forschung, Denkmalpflege, Planung, Handwerk, Gebäudebetrieb, Softwareentwicklung und KMU. Eine besondere Rolle übernehmen der Dombaumeister e. V. als Praxispartner und AriInfoWare GmbH als Partner für die digitale Umsetzung. Ergänzend werden die InTraBau-Community sowie Fachnetzwerke wie buildingSMART und die H-BIM-Fachgruppe einbezogen.
Der Transfer wird als kontinuierlicher, wechselseitiger Prozess organisiert: Anforderungen aus der Praxis fließen frühzeitig in Pflichtenheft und Datenmodell ein; Zwischenergebnisse werden in Workshops und Fachdialogen erprobt und durch strukturiertes Feedback weiterentwickelt. Praxisnahe Leitfäden, Prozessbeschreibungen und Anwendungsbeispiele erleichtern die Übertragung auf weitere Baudenkmäler. Open-Access-Publikationen und die Community-Plattform sichern eine breite Verfügbarkeit der Ergebnisse. So werden Forschung, Softwareentwicklung und praktische Anwendung eng gekoppelt und Entwicklungszyklen verkürzt.
Projektlaufzeit
01.09.2026 − 31.12.2028
Ansprechpartner:innen
Dipl. Arch. Marisia Conn
conn(at)uhamc.org
Tobias Schöner
tobias.schoener(at)ibp.fraunhofer.de








