Studium International

Universität Bamberg und Umgebung

Bamberg - Stadt, Land und Leute

In Bamberg zu studieren heißt in einer Stadt mit ca. 70.000 Einwohnerinnen und Einwohnern zu leben und neben dem Studium hautnah viel von der typisch oberfränkischen Lebensart kennen zu lernen. Derzeit sind ca. 13.000 Studierende an der Universität Bamberg eingeschrieben.
Man lebt und studiert mitten unter Oberfranken, deren Dialekt und Eigenheiten man früher oder später selbst erleben wird. Überall in den kleinen Gassen der Altstadt stößt man auf historische Gebäude, in denen zum Teil die Universität Bamberg untergebracht ist. Zu den bekanntesten Bauwerken zählen der viertürmige Kaiserdom und das Alte Rathaus, das wie ein Schiff mitten in der Regnitz steht. Weitere Höhepunkte sind die Bamberger Symphoniker sowie die gesamte Innenstadt, die zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. Über alle Sehenswürdigkeiten kann man sich bei der Bamberger Tourist Information informieren.
Die Wege in Bamberg sind im Allgemeinen kurz, so dass das Fahrrad das beste Fortbewegungsmittel in Bambergs engen Straßen ist.
Bamberg ist vom Steigerwald, dem Naturpark Haßberge, der Fränkischen Schweiz und der Fränkischen Seenplatte umgeben.

Die Otto-Friedrich-Universität Bamberg

In ihrer heutigen Form besteht die Universität Bamberg erst seit kurzer Zeit (1979), doch ihre wechselvolle Geschichte begann vor über 350 Jahren und wurde nur während des Zweiten Weltkriegs unterbrochen. Der Namensbestandteil „Otto-Friedrich“, den die Universität erst seit der Novellierung des Bayerischen Hochschulgesetzes im Jahr 1988 trägt, soll ihre lange Tradition veranschaulichen: Er erinnert sowohl an den Universitätsgründer als auch an ihren ersten großen Förderer.
Die Wurzeln gehen ins Jahr 1647 zurück, in dem der damalige Bischof von Bamberg, Fürstbischof Melchior Otto Voit von Salzburg, eine jesuitische Bildungsanstalt zur „Academia Bambergensis“ mit den zwei Fakultäten Philosophie und Theologie erweiterte. Diese genoss bereits alle akademischen Privilegien, die ihr von Kaiser Ferdinand III. und Papst Innozenz X. 1648 verliehen wurden.
Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn baute die inzwischen „Academia Ottoniana“ benannte Hochschule im Jahr 1735 durch Errichtung einer juristischen Fakultät zur Volluniversität aus. Eine klassische Vierfakultätenuniversität wurde sie 1770 mit der zusätzlichen Errichtung einer Medizinischen Fakultät. Im Zuge der Säkularisation 1803 wurde die Universität zwar aufgehoben, die theologisch-philosophischen Studien konnten jedoch in der Einrichtung eines Lyzeums fortgesetzt werden. 1923 wurde dieses Lyzeum in den Status einer Philosophisch-Theologischen Hochschule erhoben, die während des Zweiten Weltkriegs zwangsweise geschlossen wurde.
Den Lehrbetrieb nahm man im Oktober 1945 wieder auf. Damals erweiterte man die theologisch-philosophische Disziplin um Rechts-, Staats-, Natur- und zusätzliche Geisteswissenschaften, die jedoch 1954 wieder wegfielen.
Bamberg erhielt 1958 eine Pädagogische Hochschule, die ursprünglich Teil der Universität Würzburg war. Aus der Zusammenführung der Philosophisch-Theologischen Hochschule mit der Pädagogischen Hochschule und unter gleichzeitiger Hinzufügung eines Fachbereiches Sozialwissenschaften/Sozialwesen entstand 1972 die Gesamthochschule Bamberg, die dann 1979 in Universität umbenannt wurde.
Heute liegen die Schwerpunkte in den Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, die durch vier Fakultäten vertreten werden:

Die Universität hat drei Standorte: In der Altstadt finden hauptsächlich Lehrveranstaltungen der Geisteswissenschaften statt. Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften haben ihren Standort in Gebäuden in der Feldkirchenstraße. Auf dem sog. ERBA-Gelände auf der Regnitz-Insel sind die jüngste Fakultät Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik und das Sprachenzentrum der Universität Bamberg angesiedelt. Mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln lässt sich die geringe Entfernung zwischen den Standorten schnell überwinden. Genaue Informationen zu den Standorten finden Sie hier.

Studieren an der Universität Bamberg

Studierende aus dem Ausland, die nur ein oder zwei Semester in Bamberg studieren wollen und keinen deutschen Universitätsabschluss anstreben, sind an keine Studien- oder Prüfungsordnung eines Fachgebiets gebunden. Das trifft in erster Linie auf Studierende zu, die von einer der Partneruniversitäten der Universität Bamberg kommen. Sie genießen volle akademische Freiheit, also die Möglichkeit, die Veranstaltungen zu belegen, die für ihr Studium im Heimatland sinnvoll und wichtig sind, oder einfach nur den ganz persönlichen Interessen entsprechen.
Wer nach Bamberg kommt, um hier einen Hochschulabschluss zu erlangen, unterliegt natürlich den Bestimmungen der Prüfungs- und Studienordnung des gewählten Studienganges, die auch für deutsche Studierende gelten.

Das akademische Jahr

Es teilt sich in ein Sommer- und ein Wintersemester. Ab dem Vorlesungsbeginn „lebt“ die Universität, d.h. universitäre Veranstaltungen wie z.B. Vorlesungen und Seminare beginnen, Studierende bevölkern Hörsäle, Bibliotheken und Mensen – von Kneipen ganz zu schweigen.
In der vorlesungsfreien Zeit oder irreführend auch Semesterferien genannt, bereitet der fleißige Studierende das kommende Semester vor, schreibt Seminararbeiten, macht ein Praktikum, oder – und das ist vielleicht die häufigste Beschäftigung – jobbt, um Geld fürs Studium zu verdienen.

Das deutsche Studiensystem

Ein Bachelorstudiengang ist ein komprimiertes 6-7-semestriges Grundlagenstudium eines Studienfaches mit der Möglichkeit, aus Fächermodulen auszuwählen. Nach bestandener Bachelorprüfung wird der akademische Grad eines Bachelor of Arts (B.A.) bzw. Bachelor of Science (B.Sc.) verliehen.

Studienbewerberinnen und -bewerber, die im Ausland einen Hochschulabschluss erworben haben, der einem in der Bundesrepublik Deutschland abgeschlossenen Bachelorstudiengang gleichwertig ist, können sich für einen Masterstudiengang bewerben, der in der Regel 3 bis 4 Semester dauert.

Die an der Universität Bamberg angebotenen Bachelor-, Master- und Lehramtsstudiengänge sind aus verschiedenen Modulen zusammengesetzt. Ein Modul entspricht einer Lehreinheit, welche in der Regel aus verschiedenen Lehrveranstaltungen besteht und sich über ein oder mehrere Semester erstreckt. Häufig geben die Module die Struktur des Studienganges vor, so starten z.B. im Studiengang Bachelor Germanistik die Anfängerinnen und Anfänger mit sogenannten Basismodulen (diese vermitteln erste, grundlegende Kenntnisse zu den einzelnen Teildisziplinen) und erweitern ihre Kenntnisse im Laufe des Studiums in Aufbau- und Vertiefungsmodulen. Innerhalb dieser Module ist eine Spezialisierung auf bestimmte Fachinhalte möglich. Häufig bauen Module fachlich aufeinander auf, d.h. Sie können unter Umständen ein Aufbau- oder Vertiefungsmodul erst dann besuchen, wenn Sie das entsprechende Basismodul absolviert haben. Auch andere Studiengänge an der Universität Bamberg haben zu Beginn des Studiums Module, die Grundlagen des Faches vermitteln. Eine Vertiefung oder Schwerpunktbildung erfolgt nach dem Absolvieren dieser Lehrveranstaltungen.

Das deutsche Benotungssystem

An der Universität Bamberg werden bestandene Leistungen durch Zahlen von eins bis vier benotet:

1.0

1.3

1.5

sehr

gut

1.7

2.0

2.3

2.5

gut

2.7

3.0

3.3

3.5

befriedigend

3.7

4.0

ausreichend

4.7

5.0

nicht

ausreichend

Nachweis von Studienleistungen

An der Universität Bamberg besteht das European Credit Transfer System, ECTS. Alle Studierenden erhalten auf ihre bestandenen Studien- und Prüfungsleistungen zusätzlich zur Note die ECTS-Kreditpunkte für den jeweiligen Kurs oder das jeweilige Modul. Die überwiegende Mehrheit der Fächer verwaltet diese Leistungen in einem elektronischen System zur Prüfungsverwaltung und Kursanmeldung (FlexNow!). Darüber hinaus kann es vereinzelt auch schriftliche Bestätigungen über bestandene Prüfungen geben, welche allgemein als „Schein“ bezeichnet werden. Alle Studien- und Prüfungsleistungen fließen in eine Notenbestätigung ein und werden im Zeugnis aufgeführt.

Das akademische Viertel

Traditionell beginnen Veranstaltungen immer eine Viertelstunde später als im Vorlesungsverzeichnis angekündigt. Heißt es dort z.B. 8.00 Uhr c.t., so bedeutet das, dass der Unterricht erst um 8.15 Uhr beginnt (c.t. = cum tempore). Findet man jedoch das Kürzel s.t., so bedeutet dies, dass man genau um 8.00 Uhr - also sine tempore - seinen Platz einnimmt.

Lehrveranstaltungen

Vorlesung
Die Vorlesung findet im Hörsaal statt. Die Studierenden hören zu, wie die Professorin oder der Professor über ein bestimmtes Gebiet der jeweiligen Wissenschaft in der Art eines Vortrags referiert. Eine Diskussion zwischen der Vortragenden oder dem Vortragenden und den Studierenden ist eher unüblich. Dazu dienen Seminare. Die Anwesenheit bei den einzelnen Vorlesungen wird in der Regel nicht kontrolliert. Der Inhalt der Vorlesung ist die Grundlage für die Prüfung, die Sie am Ende des Semesters ablegen, um für diese Form der Lehrveranstaltung ECTS-Kreditpunkte zu erhalten.

Seminar
Seminare dienen der wissenschaftlichen Diskussion eines Fachgebietes, was die regelmäßige und aktive Mitarbeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfordert. Oft ist die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrenzt, und man muss sich für das Seminar anmelden. Die Informationen zur Anmeldung sind im elektronischen Vorlesungsverzeichnis UnivIS hinterlegt. Die Anforderungen, um ECTS-Kreditpunkte zu erhalten, sind unterschiedlich und sind im Modulhandbuch des jeweiligen Studienganges einsehbar. Weitere Fragen zu den Anforderungen in den Seminaren können Sie mit der jeweiligen Dozentin oder dem jeweiligen Dozenten klären. Je nach Studiumsabschnitt werden Seminare unterteilt in Einführungs-, Pro-, Haupt- und Oberseminar.

Einführungsseminar
Es wird im sogenannten Basismodul, aber nicht in allen Studiengängen, angeboten. Hier wird grundlegendes/einführendes Wissen über das Fachgebiet vermittelt, das häufig in einer Klausur geprüft wird. Der Besuch eines Einführungsseminars ist die Voraussetzung für die Teilnahme an weiterführenden Seminaren in Aufbau- und Vertiefungsmodulen.

Proseminar
So heißt ein Seminar, das man entweder im Basis- oder im Aufbaumodul eines Bachelorstudienganges belegt. Der Titel eines Seminars (s. Vorlesungsverzeichnis UnivIS) zeigt an, dass man sich mit einem ausgewählten Bereich seines Studienfachs beschäftigt und diesen durch Ausarbeitung eines Referats und einer damit verbundenen schriftlichen Seminararbeit (auch Hausarbeit genannt) erarbeitet. Manchmal wird auch eine abschließende Klausur geschrieben.

Hauptseminar
Diese Seminarform gibt es nicht in allen Studiengängen; sie ist in den sogenannten Vertiefungsmodulen zu finden. Vom organisatorischen Ablauf unterscheidet es sich kaum vom Proseminar. Es sind jedoch nur Studierende fortgeschrittener Semester zugelassen, d.h. diejenigen, die bereits ihre Basis- und Aufbaumodule abgelegt haben und nun ihr Wissen aus den ersten Semestern ihres Studiums vertiefen müssen. Das drückt sich unter anderem dadurch aus, dass an die Seminarteilnehmer höhere Ansprüche gestellt werden.

Oberseminar
Auch diese Seminarform gibt es nicht in allen Studiengängen. Ein Oberseminar wird manchmal auch Examenskolloquium genannt. Daran zeigt sich schon, für wen diese Art von Seminar angeboten wird. Studierende höherer Semester oder bereits Graduierte diskutieren untereinander und mit der Dozentin oder dem Dozenten ihre Bachelor- bzw. Masterarbeiten. Oberseminare führen auf den bevorstehenden Abschluss des Studiums hin.

Übung
Die Übung dient dazu, angeeignetes theoretisches Wissen praktisch anzuwenden – soweit dies im Rahmen der Universität möglich ist. ECTS-Kreditpunkte kann man z.B. durch ein Referat oder eine andere Form der Mitarbeit bekommen. Manchmal muss man sich hier auch anmelden. Diese Form der Lehrveranstaltung kann in allen Modulen der einzelnen Studiengänge vertreten sein.

Tutorium
Im Tutorium, das in der Regel von Studierenden höherer Semester gehalten wird (Tutorin oder Tutor genannt), bietet sich die Gelegenheit, behandelten Stoff zu wiederholen, zu üben und die vermeintlich „dummen“ Fragen zu stellen. Tutorien geben den Studierenden so die Möglichkeit, sich auf eine bevorstehende Klausur vorzubereiten.

Die aufgeführten Lehrveranstaltungen werden je nach Studiengang unterschiedlich häufig angeboten. Das hängt von der Fakultät, dem einzelnen Fach sowie von der Zahl der Studierenden ab.

Study in Bavaria

Auf www.study-in-bavaria.de erhalten internationale Studierende Informationen rund um das Studium in Bayern. Betreiber der Seite ist das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst.

Die „Study in Bavaria"-Broschüre mit Erstinformationen zum Studium in Bayern und Kontakten der bayerischen Hochschulen steht in deutscher, englischer und spanischer Sprache zum Download bereit.